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„Alles, was Katholiken heilig ist, wird in den Dreck gezogen“

25. Februar 2020 in Kommentar, 25 Lesermeinungen
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„Eine sogenannte ‚Stunksitzung‘ bietet im Kölner Karneval, WDR-öffentlich-rechtlich transportiert, eine minutenlange ‚lustige‘ Verächtlichmachung der Gottesmutter als sich selbst die Dummheit erklärende Jungfrau.“ Gastkommentar von Martin Lohmann


Köln (kath.net) Wenn etwas besonders schräg und ärgerlich ist, sagt der Volksmund gerne: Das ist aber ein dicker Hund. Wir leben heute in einer Zeit der massenhaften „Dicken Hunde“. Aber: Diese Bezeichnung ist längst eine Beleidigung für jeden Hund. Denn diese sind in der Regel treu und fernab von giftiger Pseudologik. Ein Hund ist kein Experte für Falschheit und Selbstbetrug. Viele Menschen in Deutschland offenbar schon. Andererseits: Die vielen „Dicken Hunde“ katapultieren in Studienzeiten, in denen man beobachten kann, wie Hetze, Propaganda und Agitation wirken. Drei Beispiele:

Eine sogenannte „Stunksitzung“ bietet im Kölner Karneval WDR-öffentlich-rechtlich transportiert eine minutenlange „lustige“ Verächtlichmachung der Gottesmutter als sich selbst die Dummheit erklärende Jungfrau. Alles, was Katholiken heilig ist, wird in den Dreck gezogen – und auch von Katholiken im Publikum „begeistert“ assistierend applaudiert. Alles wird herabgewürdigt. Alles mit Dreck beworfen. Alles wird missbraucht. Die Jungfräulichkeit, die Gottesmutterschaft, die Kirche, das Kreuz des Erlösers, die Sexualmoral, die Verehrung. Anstand? Fehlanzeige. Respekt? Fehlanzeige. Mit Christen kann man es ja machen. Die haben ja, anders als andere, den Auftrag zur Liebe – bis hin zu den Feinden. Dass dies kein Freibrief für die Christenverfolger ist – wen interessiert das schon! Ein dicker Hund? Eher eine Schande.

Von Köln nach Königswinter: Dort forderte – so berichtet die Kölnische Rundschau – die Linke, also die Erben der SED-Mauerbauer und Mauerschießer am Fuße des Drachenfelses am Rhein gegenüber von Bonn, jede kommunale Zusammenarbeit mit einer missliebigen Partei kategorisch zu unterlassen, bedingungslos auszuschließen. Sonst werde „Königswinter brennen“! Der „Demokrat“, der sich da so radikalisiert äußert, ist Bürgermeisterkandidat. Ein Demokrat bedient sich faschistoider Sprache? Ein Demokrat outet sich als linksextremer Gewaltradikaler? Aber Moment mal: Gibt es so etwas denn eigentlich nur rechts? Oder gilt hier der Spruch: L’extremes se touchent – die Extreme berühren sich? Kann es sein, dass nur der farbliche Anstrich unterschiedlich leuchtet? Und: Aus welchen Farben setzt sich eigentlich braun zusammen? Unweigerlich lässt der Unvereinbarkeitsbeschluss einer CDU grüßen. In Königwinter wird er begründet. Mehr als ein dicker Hund.

Und dann Rainald Becker vom SWR in den Tagesthemen. Er „kommentiert“. Gegen die Rechtsradikalen und Faschisten. Und er rührt gleich alles in seine „braune Suppe“, was ihm und seinen linken Überzeugungen im Wege steht. Der FDP-Mann in Erfurt, der sich von den Falschen hat mitwählen lassen. Auch der ehemalige Verfassungsschutzpräsident, der wegen erwiesener Nicht-Lüge gemobbt wurde von denen, die gelogen hatten, wird ebenfalls in die Giftbrühe gerührt und als jemand bezeichnet, der „die Grenzen zum Rechtsextremismus immer häufiger überschreitet“ und eine „WerteUnion, die die Nähe zur AfD nicht mehr leugnen kann“. Lügen statt Fakten. Hauptsache, das eigene Hassbild wird bedient. Und die Hatz ist längst eröffnet.

Wo bleiben beim öffentlich-rechtlichen „Qualitäts“-Journalisten Recherche, Fairness, Bildung und Anstand? „Wer das alles sieht und nichts tut, macht sich mitschuldig“, sagt der Selbstgerechte. Stimmt. Man kann diesen Satz ungebraucht an ihn zurückgeben. Und wo er recht hat, hat er recht: „Es wird Zeit aufzustehen, Gesicht zu zeigen – alle gemeinsam gegen die Spalter, Hetzer und Feinde der Demokratie.“ Und die sitzen wohl, wie man hören und sehen kann, nicht nur in Parlamenten und Parteien! Wer das nicht sehen will, macht sich mitschuldig. Mehr als nur „ein“ dicker Hund!


Martin Lohmann ist katholischer Theologe, Historiker und Publizist. Der Journalist ist unter anderem Buchautor und Fernseh-Moderator. Er ist Geschäftsführer der Akademie für das Leben in Bonn www.akademiefuerdasleben.de

Pressefoto Martin Lohmann


Foto (c) Lohmann Media


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