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„Kardinal McCarrick wird morgen offiziell laisiert werden“

12. Februar 2019 in Weltkirche, 33 Lesermeinungen
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Die noch unbestätigte Meldung des renommierten US-Journalisten Rod Dreher lässt aufhorchen - UPDATE: Vermutung, dass McCarricks Laisierung unmittelbar bevorstehe, verbreitet sich bei den US-Katholiken


Vatikan (kath.net/pl) „Kardinal McCarrick wird morgen offiziell laisiert werden. Jetzt, wo er nichts mehr zu verlieren hat, wäre es vor seinem Tod noch interessant zu hören, was er über alles sagt.“ Dies schreibt der renommierte US-Journalist Rod Dreher über den Mitte vergangenen Jahres bereits von seinem Kardinalat enthobenen Theodore McCarrick (88). Diese Meldung ist noch nicht von vatikanischer Seite bestätigt, unklar ist auch, ob der Termin eingehalten werden wird. Auf jeden Fall könnte dieser Tweet des gewöhnlich hervorragend informierten Vatikanisten tatsächlich ein Hinweis darauf sein, dass der wegen vielfachen sexuellen Annäherungen an Priesteramtskandidaten sowie staatlicherseits wegen Missbrauch von Jugendlichen in Verruf geratene McCarrick eine Kirchenstrafe erhalten wird.

Der Skandal um den früheren Erzbischof von Washington sowie weitere Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfe an Bischöfe und Kardinäle hat die US-amerikanische katholische Kirche in eine Grundsatzkrise gestürzt, die noch nicht einmal ansatzweise bewältigt ist. US-Katholiken äußern immer wieder öffentlich ihre Kritik, dass sich die Kirche hier wohl eher mit Täterschutz als mit Opferschutz hervortue.


Die Homepage des Erzbistums Washington führt McCarrick trotz allem auch noch am 12. Februar 2019 mit einer ausschließlich positiven Vita auf, siehe hier. Zwar wurde sein Kardinalstitel entfernt und das ursprüngliche Foto in Kardinalsornat durch ein Foto McCarricks im Bischofsornat ersetzt. Doch selbst sein Kardinalswappen lässt sich noch durch Herunterscrollen der Seite leicht finden, einschließlich der ausführlichen Erläuterung des Wappens. Offenbar fragt sich in der Erzdiözese Washington niemand, was dies mit den Opfern McCarricks wohl machen könnte.

UPDATE:
Die Vermutung, dass die Laisierung McCarricks unmittelbar bevorstehe, verbreitet sich bei den US-Katholiken. Auch das von den US-Jesuiten herausgegebene "America Magazine" geht davon aus und erklärt den Lesern bereits, was eine Laisierung für McCarrick mit sich bringen würde. Mit dem Verlust des Kardinalates hat McCarrick bereits seinen Titel "Eminenz" verloren, ist aber weiterhin Bischof und "Exzellenz". Mit einer Laisierung würde sich der ehemalige Kardinal in "Herr McCarrick" zurückverwandeln. Außerdem stünde ihm kein Begräbnis in seiner letzte Kathedralkirche mehr zu, ebensowenig ein letzter Ruheplatz in deren Krypta, allerdings wäre gegen ein einfaches katholisches Begräbnis nichts einzuwenden, denn offenbar geht niemand von einer Exkommunikation McCarricks aus. Auch stünde ihm weiterhin der eigene Zugang zu den Sakramenten offen, er könnte also beichten und die Kommunion empfangen. Möglicherweise werden der ehemaligen kirchlichen Spitzenkraft aber sämtliche Pensionsbezüge gestrichen, was im Alter von 88 Jahren eine empfindliche Buße wäre. McCarrick lebt derzeit in Zurückgezogenheit in einem Kapuzinerkloster in einer ländlichen Gegend von Kansas, auch laisiert könnte er dort weiter wohnen.

Das "America Magazine" weist darauf hin, das es auch noch einem laisierten Ex-Kardinal möglich ist, in der Kirche Unruhe zu stiften. So würde er, falls er dies wollte, unerlaubt aber gültig taufen, Messe feiern und sogar weihen können. Damit könnte McCarrick theoretisch sogar ein Schisma auslösen.


Archivfoto McCarrick



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