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Syrien: Schwere Angriffe auf Damaskus

24. Februar 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Granateneinschläge in christlichem Viertel der Hauptstadt


Damaskus-Wien-München (kath.net/KIN) Von der aktuellen Militäroffensive in Syrien sind neben der Region Ost-Ghouta auch die Bewohner der Hauptstadt Damaskus schwer betroffen. Ein Bericht von „Caritas International“, der dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ vorliegt, beklagt, „dass die Mehrheit der Nachrichten sich auf die russischen und syrischen Luftangriffe auf Ost-Ghouta konzentriert, jedoch kaum über die Situation in der angrenzenden Stadt Damaskus informiert, die seit Anfang 2018 mit Mörsergranaten attackiert wird.“

Besonders betroffen sei der Ostteil von Damaskus. Dort befindet sich eine wichtige Militärbasis. Rebellengruppen hatten Anfang des Jahres eine Offensive begonnen, um sie zu erobern. Seither versuchen Streitkräfte der Regierung, die besetzen Zonen zurückzugewinnen. Leidtragende ist die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten der Frontlinie.

Durch die Kämpfe schwer in Mitleidenschaft gezogen ist auch das christliche Viertel von Damaskus. Es liegt ebenfalls im Osten der Hauptstadt. In den vergangenen zweieinhalb Wochen seien dort und in den angrenzenden Stadtteilen über 200 Granaten niedergegangen, berichtet „Caritas International“. Über 28 Menschen seien getötet und über 90 verletzt worden, so der Bericht.


Nach bislang unbestätigten Quellen sollen allein am 21. Februar 51 Mörsergranaten auf das Viertel Bab Touma und die nähere Umgebung abgefeuert worden sein. Das Viertel wird fast ausschließlich von Christen bewohnt. Zwölf Tote und mehr als 42 schwerverletzte Personen seien die traurige Bilanz.

„Kirche in Not“ steht in Damaskus in engem Kontakt mit Schwester Annie Demerjian, die der „Kongregation von Jesus und Maria“ angehört. Die Ordensfrau leitet zahlreiche pastorale und Nothilfeprojekte. Sie berichtete, dass bei dem jüngsten Angriff mehrere Granaten in unmittelbarer Nähe ihres Klosters eingeschlagen seien. In dem Gebäude leben auch einige Universitätsstudenten. „Es war das reinste Inferno. Es regnete Granaten“, sagte Schwester Annie. Während der Angriffe sei der „Himmel ganz schwarz geworden“.

Dass sie und ihre Mitschwestern überlebten, sei allein der Tatsache zu verdanken, dass die niedergegangenen Granaten nicht detoniert seien. „Der Herr war gut zu uns. Bis jetzt ist niemand verletzt worden; viele andere Menschen aber haben unsäglich gelitten.“

Der Bericht von „Caritas International“ benennt die Auswirkungen für die Bevölkerung: „Straßen und Plätze sind menschenleer. Die Menschen im östlichen Teil der Stadt können ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken. Sie bewegen sich nur noch sehr vorsichtig, wenn sie nach draußen müssen.“ Die neue Eskalation der Gewalt sei ein schwerer Rückschlag, so der Bericht: „In den letzten Monaten waren die Menschen noch optimistisch und dachten, das Ende des Krieges sei gekommen. Nun scheint es, als finge alles wieder von vorne an.“

Es sei ungewiss, wie lange die Gewalt noch andauere, stellt auch Schwester Annie gegenüber „Kirche in Not“ fest. Gleichwohl ist sie entschlossen: „Wir müssen weitermachen. Das Leben ist stärker als der Tod. Bitte betet für uns.“

Seit Ausbruch des Krieges ist Syrien eines der Schwerpunktländer der Arbeit von „Kirche in Not“. In den vergangenen sieben Jahren hat das Hilfswerk über 21 Millionen Euro an Nothilfe für die christliche Minderheit geleistet. Neben Lebensmittelhilfen, Kleidungs- und Medikamentenspenden finanziert das Hilfswerk auch Mietbeihilfen, Stipendien und Ausbildungsprogramme sowie Projekte zur Stromversorgung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der seelsorgerischen Arbeit für die traumatisierte Bevölkerung. Um weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden:

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Zerstörte Straßenzüge nach einem Granatenangriff in Damaskus


Foto © Caritas International/Kirche in Not


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