Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  5. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  6. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  9. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  10. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  11. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  12. Wir machen da was mit Medien
  13. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  14. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  15. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier

Wer darf sich dem dreifaltigen Gott nahen?

26. Mai 2018 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


«Gott selbst hat in unserem Herzen Wohnung genommen.» Predigt von Josef Spindelböck.


St. Pölten (kath.net/St. Josef)
Dreifaltigkeitssonntag B (27.05.2018) L1: Dtn 4,32-34.39-40; L2: Röm 8,14-17; Ev: Mt 28,16-20
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der Dreifaltigkeitssonntag führt uns gewissermaßen hinein in das größte Geheimnis, welches es überhaupt gibt: Wir glauben an den einen und einzigen Gott in drei göttlichen Personen: an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Gott ist in sich selbst Liebe, und dieser große und wunderbare Gott ist in seiner Liebe auch für uns da!

Sollen wir angesichts der Größe und Undurchschaubarkeit dieses Geheimnisses nicht besser aufhören darüber nachzudenken oder zu predigen? Ist hier nicht die einzig angemessene Haltung diese, so wie Mose vor dem brennenden Dornbusch die Schuhe auszuziehen (vgl. Ex 3,5) und in respektvoller Ferne zu verbleiben? Denn Gott ist unendlich heilig, und wer kann es wagen sich dem dreimal Heiligen aus eigener Vollmacht zu nahen? Was bleibt und jedenfalls erforderlich scheint ist anbetendes Schweigen!

Und doch: Wenn es schon nicht der Mensch ist, der aus eigenem Vermögen sich Gott nahen kann und darf, so ist es doch Gott, der sich uns mitteilt. Gott der ganz Heilige hat sich uns erschlossen. Nicht wir bauen die Brücke zu ihm, sondern er hat in seiner Offenbarung die Brücke zu uns geschlagen und diese Brücke endgültig aufgerichtet in seinem Sohn Jesus Christus, der für uns und um unseres Heiles willen Mensch geworden ist. Gott selbst kommt zu uns; er ist uns nahe; er ist einer von uns geworden, und er spricht uns an in menschlichen Worten durch seinen Sohn Jesus Christus. Wer sollte da es nicht wagen, sich dem Erlöser und damit dem lebendigen Gott zu nahen? Gewiss, es ist Gnade, aber Gott lädt uns wirklich ein, und angesichts des Ereignisses der Menschwerdung Gottes und seines Erlösungswerkes wäre es falsche Demut, in der Ferne stehen zu bleiben und auf die Annahme der liebenden Nähe Gottes zu verzichten.


Der Dreifaltigkeitssonntag ist also nicht ein Fest der Ferne und Abwesenheit Gottes, der so groß ist, dass ihn niemand begreifen kann; es ist vielmehr ein Fest der liebenden Nähe Gottes. Gott selbst hat sich uns offenbart und uns über sein innerstes Geheimnis belehrt. Dieses Geheimnis aber heißt: Liebe. „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.“ (1 Joh 4,16).

Die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer spricht vom Heiligen Geist, den wir empfangen haben. Dieser Geist aber macht uns zu Kindern Gottes, sodass wir zu Gott „Abba – Vater“ sagen können. Wir heißen Kinder Gottes und sind es!

Der menschgewordene Sohn Gottes, also Jesus Christus, der Herr, begegnet uns als wahrer Gott und als wahrer Mensch, und gerade seine Menschheit ist – wie der heilige Thomas von Aquin sagt – zum Werkzeug unseres Heiles geworden. Das wahre Menschsein des Erlösers verbindet uns mit Gott dem Dreifaltigen. Weil wir als Menschen durch den Glauben, die Hoffnung und die Liebe eins sind mit dem menschgewordenen Sohn Gottes, weil wir als Glieder des einen Leibes der Kirche alle ein gemeinsames Haupt haben, nämlich den Erlöser Jesus Christus, eben deshalb ist die Menschheit des Erlösers für uns der Weg zu seiner Gottheit. In eben diesem Sinn können wir im Menschen Jesus Christus dem wahren Sohn Gottes begegnen und ihn anbeten, und wer den Sohn Gottes im Glauben erkennt, der darf auch den Vater „sehen“ und ihn im Heiligen Geist anbeten!

In der Heiligen Taufe wurden wir gleichsam eingetaucht in die Liebe Gottes, denn die Taufe erfolgt auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, wie es das Evangelium zum Ausdruck bringt (vgl. Mt 28,19). Gott selbst hat in unserem Herzen Wohnung genommen.

Der eine und einzige Gott ist uns nahe; die drei göttlichen Personen offenbaren uns die Liebe Gottes. Auch unser Leben soll einmal einmünden in die Schau des göttlichen Wesens, wo wir Gott unmittelbar erkennen dürfen: den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist. Und selbst da bleibt er das beglückende Geheimnis, welches stets größer ist als alles Übrige, und in seiner Schau von Angesicht zu Angesicht empfangen wir das ewige Leben.

So empfehlen wir uns und alle Menschen der Fürbitte der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Amen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Dreifaltigkeit

  1. 'Schönheit ist im letzten wie die Liebe ein Geheimnis'
  2. 'Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns'
  3. 'Genitori Genitoque…'
  4. Pater Wallner kritisiert Trinitätsvergessenheit
  5. ‚Glaube an Dreifaltigkeit ist das Alleinstellungsmerkmal des Christen'
  6. 'Die Dreifaltigkeit Gottes ist Liebe pur'
  7. Papst bekräftigt Lehre von der Dreifaltigkeit
  8. Papst: ‚Mit Kreuzzeichen bekennen wir die Dreifaltigkeit’
  9. Gott ist kein ‚Macher’







Top-15

meist-gelesen

  1. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  2. Im Licht der Liebe
  3. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  4. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  5. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  6. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein
  7. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  8. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier
  9. 'Rita hat das Herz eines Engels! Gott segne sie!“
  10. Filmstar Evangeline Lilly verließ Hollywood vor sechs Jahren: ‚Gott hat einen Plan‘
  11. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  12. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  13. Papst Leo lädt zum Weltjugendtag ein: „Ich freue mich darauf, euch in Seoul zu sehen!“
  14. USA: Kontenschließungen von Banken bei Lebensschutz- und konservativen Gruppen
  15. Krakauer Regens: Johannes Paul II. war Hotspot für Verbindung mit Gott

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz