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'Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns'

3. Mai 2017 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
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Gedanken des Hl. Hilarius (um 315-367), Bischof von Poitiers und Kirchenlehrer, aus dem Buch Die Dreifaltigkeit VII, 41"


Rom (kath.net)
„Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist“. Was heißt also: „Glaubt mir“? Gewiss steht dieses Wort im Zusammenhang mit dem Wort: „Zeig uns den Vater“. Christus heißt seine Apostel an ihn zu glauben, um ihren Glauben zu stärken, den Glauben, der verlangt hatte, den Vater zu sehen. Denn der Herr hatte sich nicht damit begnügt zu sagen: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ […] Der Herr will, dass wir an ihn glauben, damit unsere tiefste Glaubensüberzeugung nicht Gefahr läuft, ins Wanken zu geraten […] Lasst uns wenigstens angesichts des Zeugnisses seiner Werke glauben, daß Gott in Gott und Gott aus Gott, und daß beide eines seien; denn in der Vollkommenheit des Wesens ist jeder in sich selbst, und keiner ist ohne den anderen. Übrigens verzichtet der Vater, nur weil er im Sohn ist, auf nichts, was sein ist; der Sohn hingegen empfängt vom Vater alles, was ihn zum Sohn macht.


Wechselseitig im anderen zu sein und vollkommene Einheit der Wesensart zu besitzen, so dass der einzige und ewige Sohn nicht zu trennen ist von der wahren göttlichen Natur des Vaters: eine solche Seinsweise ist unvereinbar mit jeglicher materieller Wesenheit. Es handelt sich da vielmehr um einen Wesenszug, der Gott eigen ist, dem einzigen Sohn […], dass eine Person der anderen einwohnt, das macht seine Existenz aus. Denn beide existieren dadurch, dass die eine Person nicht ohne die andere ist, da die Natur des existierenden Wesens ein und dieselbe ist: sowohl die Natur dessen, der zeugt, wie auch die Natur dessen, der geboren wird.

Das ist der Sinn der Textstellen: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,30), „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“, und „der Vater ist in mir und ich bin im Vater“ (vgl. Joh 10,38). Der Sohn unterscheidet sich nicht vom Vater, noch ist er niedrigeren Ranges […]; der Sohn Gottes, in Gott geboren, besitzt in sich das Wesen Gottes, der ihn zeugt.


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