19 Januar 2017, 09:15
Die 'Amoris laetitia'-Kontroverse wird Folgen für die Kirche haben
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Amoris laetitia'
Die unterschiedlichen Ansätze zur Interpretation von ‚Amoris laetitia’ können auch auf andere theologische Fragen angewendet werden und zu gegensätzlichen Ergebnissen führen, befürchtet der katholische Kolumnist Ross Douthat.

Vatikan /New York City (kath.net/jg)
Die moraltheologischen Fragen, die der Debatte um die Interpretation von „Amoris laetitia“, insbesondere hinsichtlich des Kommunionempfangs für zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene, werden bei einer Reihe weiterer kontroversieller Themen eine Rolle spielen, befürchtet der katholische amerikanische Kolumnist Ross Douthat in einem Beitrag für die New York Times.

Werbung
KiB Kirche in Not


Douthat bezieht sich auf die Auslegung von „Amoris laetitia“, der zufolge zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Umständen zur Kommunion zugelassen werden können, auch wenn sie nicht enthaltsam leben.

Damit seien nicht nur Fragen der Sexualmoral gemeint, fährt Douthat fort. Hier könnten Homosexuelle, Polygamisten und unverheiratete heterosexuelle Paare behaupten, dass eine liberale Interpretation von „Amoris laetitia“ auch auf ihre Situation passend anzuwenden sei. Diese Personen könnten analog zu den wiederverheirateten Geschiedenen verlangen, unter bestimmten Fällen zur Kommunion zugelassen zu werden, schreibt Douthat.

Das angesprochene Argumentationsmuster wirke bis in die Diskussion um die katholisch-protestantische Interkommunion hinein. Walter Kardinal Kasper sei dabei, Argumente in diese Richtung vorzubringen. kath.net hat hier berichtet: Kardinal Kasper hofft auf Fortschritte in Abendmahlsfrage.

Unter den katholischen Bischöfen Kanadas gebe es unterschiedliche Positionen zur Sakramentenspendung für Personen, die einen assistierten Selbstmord planen. Die Diskussion verlaufe parallel zur Diskussion um „Amoris laetitia“. Die Bischöfe der westlichen Provinzen Kanadas lehnen die Sakramentenspendung an diese Personen ab, weil diese planen, eine schwere Sünde zu begehen. Die Bischöfe der östlichen Territorien hingegen berufen sich auf Papst Franziskus und lassen die Frage der Sakramentenspendung offen. Diese solle in der pastoralen Begleitung der suizidwilligen Person durch den Priester geklärt werden, fährt Douthat fort. kath.net hat hier berichtet: Kanada: Bischöfe für Sakramente für Selbstmörder?

Die Verwerfung, die bei den Synoden, bei der Interpretation von „Amoris laetitia“ und den anderen angesprochenen Fragen zu Tage getreten sei, werde die Kirche noch über das Pontifikat von Franziskus hinaus beschäftigen. Douthat sieht darin einen Konflikt, der die Dimension historischer theologischer Kontroversen annehmen kann, ähnlich der Auseinandersetzung zwischen Jesuiten und Jansenisten, vielleicht sogar ähnlich jener zwischen Athanasius und den Arianern.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

286-PS-Autos für die Limburger Bischöfe (112)

Kardinal Pell bleibt weiter in Haft (72)

Das Sexleben sollte in der Ehe Priorität haben (34)

Causa Pell bleibt weiterhin rätselhaft (31)

„Das also ist die Toleranz von Vertreterinnen von ‚Maria 2.0‘!“ (31)

Klimawandel auch in der Kirche? (29)

Eucharistischer Segen für ungeborene Kinder? (26)

„Was wir von Forst lernen können“ (26)

New York Post: „Katholikenfresser verurteilten unschuldigen Kardinal“ (23)

Konflikt um Institut Johannes Paul II. eskaliert weiter (21)

Erzbischof Paglia und die Zerstörung des Instituts Johannes Pauls II. (17)

Mädchen wollte in Knabenchor: Klage abgelehnt (16)

Pell-Nachfolger in Melbourne: schwierige Wahrheitssuche (14)

Raus mit denen, aber hurtig? (13)

Vatikan ermittelt: Missbrauchsverdacht bei weltältestem Bischof (12)