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Die 'Amoris laetitia'-Kontroverse wird Folgen für die Kirche haben

19. Jänner 2017 in Weltkirche, 50 Lesermeinungen
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Die unterschiedlichen Ansätze zur Interpretation von ‚Amoris laetitia’ können auch auf andere theologische Fragen angewendet werden und zu gegensätzlichen Ergebnissen führen, befürchtet der katholische Kolumnist Ross Douthat.


Vatikan /New York City (kath.net/jg)
Die moraltheologischen Fragen, die der Debatte um die Interpretation von „Amoris laetitia“, insbesondere hinsichtlich des Kommunionempfangs für zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene, werden bei einer Reihe weiterer kontroversieller Themen eine Rolle spielen, befürchtet der katholische amerikanische Kolumnist Ross Douthat in einem Beitrag für die New York Times.

Douthat bezieht sich auf die Auslegung von „Amoris laetitia“, der zufolge zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Umständen zur Kommunion zugelassen werden können, auch wenn sie nicht enthaltsam leben.

Damit seien nicht nur Fragen der Sexualmoral gemeint, fährt Douthat fort. Hier könnten Homosexuelle, Polygamisten und unverheiratete heterosexuelle Paare behaupten, dass eine liberale Interpretation von „Amoris laetitia“ auch auf ihre Situation passend anzuwenden sei. Diese Personen könnten analog zu den wiederverheirateten Geschiedenen verlangen, unter bestimmten Fällen zur Kommunion zugelassen zu werden, schreibt Douthat.


Das angesprochene Argumentationsmuster wirke bis in die Diskussion um die katholisch-protestantische Interkommunion hinein. Walter Kardinal Kasper sei dabei, Argumente in diese Richtung vorzubringen. kath.net hat hier berichtet: Kardinal Kasper hofft auf Fortschritte in Abendmahlsfrage.

Unter den katholischen Bischöfen Kanadas gebe es unterschiedliche Positionen zur Sakramentenspendung für Personen, die einen assistierten Selbstmord planen. Die Diskussion verlaufe parallel zur Diskussion um „Amoris laetitia“. Die Bischöfe der westlichen Provinzen Kanadas lehnen die Sakramentenspendung an diese Personen ab, weil diese planen, eine schwere Sünde zu begehen. Die Bischöfe der östlichen Territorien hingegen berufen sich auf Papst Franziskus und lassen die Frage der Sakramentenspendung offen. Diese solle in der pastoralen Begleitung der suizidwilligen Person durch den Priester geklärt werden, fährt Douthat fort. kath.net hat hier berichtet: Kanada: Bischöfe für Sakramente für Selbstmörder?

Die Verwerfung, die bei den Synoden, bei der Interpretation von „Amoris laetitia“ und den anderen angesprochenen Fragen zu Tage getreten sei, werde die Kirche noch über das Pontifikat von Franziskus hinaus beschäftigen. Douthat sieht darin einen Konflikt, der die Dimension historischer theologischer Kontroversen annehmen kann, ähnlich der Auseinandersetzung zwischen Jesuiten und Jansenisten, vielleicht sogar ähnlich jener zwischen Athanasius und den Arianern.


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