Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  4. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  7. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  8. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  9. So fühlt sich Nachhausekommen an
  10. Menschenrecht auf Abtreibung?
  11. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  12. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  13. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  14. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  15. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten

Türkei: Bartholomaios I. sieht Hoffnung für Ökumenisches Patriarchat

12. Oktober 2010 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Patriarch Bartholomaios I. hofft auf Wiedereröffnung des Priesterseminars von Chalki noch 2011 - 15 Diaspora-Metropoliten des Ökumenischen Patriarchats, darunter Metropolit Staikos von Austria, erhielten türkische Staatsbürgerschaft.


Istanbul (kath.net/KAP)
Bartholomaios I., griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, sieht Anzeichen für eine Verbesserung der Situation des Ökumenischen Patriarchats in der Türkei. Wie er im Gespräch mit "Kathpress" am Montagnachmittag im Phanar in Istanbul sagte, sei er sehr zuversichtlich, dass das Priesterseminar in Chalki 2011 wiedereröffnet werden kann. Bartholomaios verwies auf jüngste Äußerungen des türkischen Vizepremiereministers Bülent Arinc, der in einem TV-Interview erklärt hatte, dass Chalki wieder eröffnet werden müsse, denn Christen in der Türkei hätten das Recht, ihre eigenen Klerus und Theologen auszubilden.

Chalki war 1971 von den türkischen Behörden im Zuge eines Verbots privater Hochschulen geschlossen worden. Während private Universitäten inzwischen aber längst wieder erlaubt und verbreitet sind, galt dies bisher nicht für Chalki. Die Wiedereröffnung des Seminars gehört auch zu den zentralen Forderungen der EU an die Türkei im Rahmen der Gespräche um einen Beitritt.

Nach 40 Jahren sei es nun dringend an der Zeit, den eigenen Priesternachwuchs wieder ausbilden zu können, betonte Patriarch Bartholomaios I. Er sei nun sehr viel optimistischer als früher, dass sich die türkische Regierung nun endlich den Weg zur Wiedereröffnung frei machen werde.


Als weiteres sehr positives Signal von Seiten der türkischen Regierung wertete der Patriarch die Tatsache, dass die türkische Regierung am Sonntag 15 Metropoliten des Ökumenischen Patriarchats, die im Ausland wirken, die türkische Staatsbürgerschaft verliehen hat; darunter auch dem Metropoliten von Austria, Michael Staikos.

Nach türkischen Vorschriften darf das Patriarchenamt nur von einem türkischen Staatsbürger bekleidet werden. Zuletzt kamen deshalb nur mehr 15 Geistliche für das Amt in Frage, von denen schon elf über 70 Jahre alt sind.

Bekenntnis zum ökumenischen Dialog

Zur jüngsten Vollversammlung der katholisch-orthodoxen Dialogkommission, die im September in Wien getagt und ohne substanziellen Fortschritt zu Ende gegangen war, wollte sich der Patriarch nicht direkt äußern. Noch sei er nicht über die Einzelheiten des Dialogs unterrichtet worden. Er bekräftigte aber den Willen der Orthodoxie, den Weg der Ökumene weiterzugehen, um letztlich wieder die volle Einheit der Kirchen zu erreichen.

Er untermauerte diese Feststellung auch mit dem Hinweis darauf, dass sich die Orthodoxie in einer eigenen Synode im Phanar ausdrücklich dazu entschlossen hatte, den Dialog wieder aufzunehmen, nachdem er nach der Vollversammlung von Baltimore 2000 auf Eis gelegt worden war.

Aber nicht nur mit der katholischen Kirche, auch mit den reformierten und orientalischen Kirchen bemühe man sich um den Dialog, so Bartholomaios I.; Gleiches gelte auch für die Beziehungen zum Islam und zum Judentum. Gerade auch um diesen Dialog führen zu können, brauche es eine fundierte Ausbildung und deshalb die Wiedereröffnung von Chalki, bekräftigte der Patriarch.

Positive Signale und ungelöste Probleme

Als positives Signal werteten Beobachter zuletzt auch die Bewilligung der türkischen Behörden, dass die orthodoxe Kirche künftig einmal im Jahr - am 15. August - in der Klosterkirche Sümela südlich der Schwarzmeerstadt Trabzon einen Gottesdienst feiern darf. Bei der ersten Messe nach 88 Jahren im vergangenen August waren rund 1.500 Christen nach Sümela gekommen. Patriarch Bartholomaios I. war dem Gottesdienst vorgestanden. Die Kirche war seit dem Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei von 1922 verwaist und als staatliches Kulturdenkmal geführt worden.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte im Anschluss an den Gottesdienst Kritik nationalistischer Kreise zurückgewiesen. Die Türkei habe nichts zu verlieren, wenn tausend oder zweitausend Christen kämen und ihren Gottesdienst feierten, wurde Erdogan von türkischen Medien zitiert.

Ein großes Problem stellt aber weiterhin die ungelöste Frage der rechtlichen Anerkennung des Ökumenischen Patriarchats in Istanbul dar. So erkennen die türkischen Behörden weder den Titel des Ökumenischen Patriarchen noch die Aufgaben des Patriarchats für die gesamte Orthodoxie an. Sie sehen offiziell in Bartholomaios I. lediglich den obersten Seelsorger der wenigen tausend in der Türkei verbliebenen griechisch-orthodoxen Christen.

Während die ohnehin schon geringe Zahl der griechisch-orthodoxen Gläubigen in der Türkei stetig im Sinken begriffen ist, sind dem Patriarchat direkt rund 3,5 Millionen Gläubige in Teilen von Griechenland sowie in der Diaspora in Nord- und Südamerika, Mittel- und Westeuropa sowie in Australien unterstellt.

Copyright 2010 Katholische Presseagentur, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.

(C) Foto: Massimo Finizio


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ostkirche

  1. Animakirche: Ostritus-Messe mit Kardinal Rai und Rektor Brandmayr
  2. Die Ostkirchen sind die 'lebendigen Zeugen der Anfänge'
  3. Metropolit Arsenios: Reise zu Wurzeln des Christentums
  4. Akathistos zum Antlitz Christi
  5. 'Auf dass alle eins seien'
  6. 'Die Einheit aller Christen fördern'
  7. De liturgia digne celebrata
  8. Katholische Ostkirchen bereichern den Westen
  9. Humanae Vitae prägt auch Ostkirchen
  10. Die Eucharistie






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  3. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  7. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  8. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  9. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  10. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  11. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  12. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  13. Menschenrecht auf Abtreibung?
  14. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  15. Papst Leo XIV: Meinungsfreiheit auch im Westen beschränkt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz