Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  3. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  6. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  7. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  8. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  9. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  10. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  11. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  12. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  13. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  14. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  15. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“

Was ist aus der Sünde geworden?

15. Februar 2010 in Chronik, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Spiegel"-Titel: Sie wird nicht mehr ernst genommen. Das behauptet Spiegel-Autor Matthias Matussek.


Hamburg (kath.net/idea)
Die Sünde wird nicht mehr ernst genommen; sie hat ein Imageproblem. Das behauptet Spiegel-Autor Matthias Matussek. Das Hamburger Nachrichtenmagazin widmet die Titelgeschichte seiner neuesten Ausgabe diesem Thema. Wie Matussek erläutert, ist nach christlicher, jüdischer und islamischer Definition derjenige sündig, der sich von Gott entfernt hat. Wo es jedoch, wie vielfach angenommen, keinen Gott mehr gebe, gebe es auch keine Sünde. Diese sei heute allenfalls „eine Art Verstoß gegen die soziale Straßenverkehrsordnung“ und, soweit Schuld und Seelenqual und Gewissensbisse damit verknüpft seien, „eine Sache für Therapeuten“.

Partnertausch und Ehebruch kämen in jeder besseren Seifenoper vor, und Geiz sei keine Todsünde mehr, sondern „einfach nur geil“. Selbst dem Karneval sei das Besondere des sündigen Treibens abhanden gekommen. Es sei ganzjährig die Regel geworden.

Sünde als Politikum

Die Sünde ist jedoch, wie Matussek weiter schreibt, in der heutigen Zeit auch ein Politikum. Nicht zuletzt sei die unterschiedliche Bewertung der Sünde schuld an der „lähmenden Kommunikationslosigkeit zwischen dem strengen Islam und dem eher lockeren Westen“. Islamistische Selbstmordattentäter hätten den „gottlosen“ und „sündigen“ Westen zum Ziel.


Matussek befasst sich insbesondere mit den – nach katholischer Lehre – sieben Todsünden: Hochmut/Eitelkeit, Geiz/Habgier, Genusssucht/Wollust, Zorn/Rachsucht, Völlerei/Selbstsucht, Neid/Eifersucht, Trägheit des Herzens/Trübsinn.

Wollust wird zum Fast Food

Der Autor führt dafür aktuelle Beispiele an, für Hochmut und Eitelkeit etwa den Schönheitskult. Fitnesscenter, Kosmetika, Botox-Kliniken und Wellnessfarmen setzten rund 20 Milliarden Euro pro Jahr allein in Deutschland um. Habgier und Geiz gehörten zu den Ursachen der gobalen Finanzkrise. Die Gier habe sich gerächt: Bis zu 30 Billionen US-Dollar (22 Billionen Euro) seien an Aktienkapital verbrannt worden, rund 60 Prozent des Aktienvermögens. Wollust sei zum Fast Food geworden; im Internet sei Sex in allen Formen greifbar.

Dabei sei es zu einem „kalten Geschäft“ geworden „ohne jedes Interesse an echter Lust oder Ekstase oder gar Liebe“. Rund 100 Milliarden US-Dollar (74 Milliarden Euro) setze die Pornoindustrie jährlich um.

Rachsucht: Ex-US-Präsident Bush

Als ein Beispiel für Zorn und Rachsucht führt Matussek die Reaktion des früheren US-Präsidenten George W. Bush auf die Anschläge vom 11. September 2001 an. Dieser evangelikale Christ habe in religiösem Zorn einen Rachefeldzug gestartet. Der Irak-Krieg, unter falschen Voraussetzungen begonnen, habe bisher über 4.000 US-Soldaten und 100.000 Zivilisten das Leben gekostet. Völlerei sei inzwischen zu einem globalen Phänomen mit gesundheitlichen Folgen geworden.

Den 1,6 Milliarden Übergewichtigen stünden eine Milliarde Hungernde gegenüber. Die christliche Tugend der Mäßigung sei freilich auch wieder mächtig im Kurs: „Diätberater und Fitnesskurse haben übernommen, was die Kirche einst dekretiert hat.“

Protestanten bekennen ihre Schuld kollektiv

Neid und Missgunst seien heute ebenfalls allgegenwärtig. So habe der Autovermieter Sixt für seinen Miet-Porsche mit dem Spruch geworben „Neid und Missgunst für 99 Mark“. Die Trägheit des Herzens zeige sich in der Gleichgültigkeit, mit denen Schreckensmeldungen aus aller Welt registriert würden. Allerdings erhebe immer wieder das Gewissen Einspruch dagegen. Der Mensch habe den Impuls zu helfen. Wo er ihn nicht verspüre, sei er krank, so Matussek. Wie aber gehe man mit der Sünde um, fragt der Spiegel-Autor und ergänzt: „Die Protestanten bekennen ihre Schuld kollektiv, vor der ganzen Gemeinde. Für Katholiken bietet sich der Beichtstuhl als Ort göttlicher Vergebung an.“

Foto: (c) Archiv


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sünde

  1. Erzbischof Chaput kritisiert europäische Bischöfe
  2. Warum zu Guttenberg auf einem Werte-Kongress auftreten kann
  3. Sünde ist kaum noch ein Thema der Seelsorge
  4. Ihre und Seine: Die sieben Hauptsünden bei Mann und Frau
  5. Vatikan: Tagung über fünf größte Sünden
  6. Entschuldigung!
  7. Wenn dein Bruder sündigt…
  8. Die Abschaffung der Sünde
  9. Kardinal: Alkohol am Steuer ist eine Sünde
  10. US-Kardinal warnt vor Flutwelle der Pornographie






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  3. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  4. Bischof Hansen/Oslo kündigt Diözesansynode an – Keine Abstimmung über die kirchliche Lehre
  5. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  6. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  7. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  8. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!
  9. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  10. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  11. Bistum Limburg: Franziskaner verlassen nach mehr als 150 Jahren Kloster Marienthal
  12. Präfekt des Dikasteriums für die Gesetzestexte: Kirchenrecht soll dem Heil der Seelen dienen
  13. Kardinal Aveline: „Der christliche Glaube hat heute viel mit Widerstand zu tun“
  14. Ein Fall für den Staatsfunk: Wie Georg Restle Verschwörungsmythen als „Haltung“ verkauft
  15. Frankreich: Massenansturm auf Kartenreservierungen für die Papst Leo-Reise!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz