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| ![]() Passauer Bischof Oster warnt in Altötting vor Verfall des christlichen Menschenbildesvor 4 Stunden in Deutschland, 2 Lesermeinungen Altötting (kath.net/gem/pm/rn) In seiner Predigt am Hochfest Mariä Himmelfahrt in Altötting hat der Passauer Bischof Stefan Oster SDB das Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Religion beleuchtet. Oster betonte dabei die fundamentale Bedeutung des christlichen Menschenbildes für das Funktionieren des freiheitlichen Rechtsstaates und warnte vor den Folgen einer fortschreitenden Säkularisierung. Ausgangspunkt der Überlegungen war Artikel 1 des Grundgesetzes („Die Würde des Menschen ist unantastbar“). Während in juristischen und philosophischen Debatten die Menschenwürde oft rein normativ – als eine einzufordernde Schutznorm – verstanden werde, biete der christliche Glaube ein klares, deskriptives Fundament: Gottesebenbildlichkeit: Der Mensch besitzt eine unverlierbare Würde, weil er als Ebenbild Gottes geschaffen ist – unabhängig von Leistungsfähigkeit, Entwicklungsstand oder Gesundheitszustand. Umfassender Schutz: Dieses Verständnis schließe den ungeborenen Menschen (Embryo) ebenso ein wie Menschen im Koma oder Pflegebedürftige. Schutz von Ehe und Familie: Aus diesem Menschenbild leite sich auch der besondere Schutz von Ehe und Familie (Art. 6 GG) ab, verstanden im klassischen Sinne als verbindliche Gemeinschaft von Mann und Frau. Erosion der Maßstäbe durch Säkularisierung Oster warnte davor, dass bei einer verdunstenden Gottesbefindlichkeit der inhaltliche Kern der Menschenwürde kontinuierlich neu verhandelt und ausgehöhlt werde. Als Beispiele für diesen gesellschaftlichen Wandel nannte er: Die Debatte um ein vermeintliches Recht auf Abtreibung. Die Freigabe der Beihilfe zum Suizid (Urteil des BVerfG 2020), die er als Dammbruch bezeichnete. Die Praxis der Leihmutterschaft sowie Debatten rund um Gender und Identitätspolitik (u. a. im Kontext der Christopher-Street-Days). Gleichzeitig betonte der Bischof, dass die Würde jedes einzelnen Menschen – unabhängig von Lebenswandel, sexueller Identität, Herkunft oder sozialem Status – unangetastet bleibe. Auch Menschen auf der Flucht oder am Rande der Gesellschaft gebühre stets christliche Nächstenliebe und Respekt, niemals Gewalt. Die christliche Vision: „Den Himmel offen halten“ Bezugnehmend auf Äußerungen der Autorin und Verfassungsrichterin Juli Zeh, wonach der Gesellschaft eine tragende Vision fehle, formulierte Oster das Angebot der Kirche: Die eigentliche Vision der Christen bestehe darin, den „Himmel offen zu halten“. Das Fundament der Demokratie gerate ins Wanken, wenn das biblische Menschenbild schwinde, da eine bloße Interessenvielfalt ohne gemeinsamen Wertehorizont das Rufen nach autoritären Mitteln begünstige. Der christliche Glaube und das Zeugnis einer von Christus geprägten Liebe seien daher ein unverzichtbarer Beitrag zum Gelingen des Gemeinwesens. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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