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Nicaragua: UN-Kommissar Türk fordert Aufklärung über den verschwundenen Bischof Mata

24. Juli 2026 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Seit Ende Juni fehlt jede unabhängige Information über emeritierten Bischof von Esteli - Kritik von Menschenrechtskommissar Türk an Repression gegen Religionsgemeinschaften


Managua (kath.net/KAP) Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, hat die nicaraguanischen Behörden aufgefordert, Informationen über den Aufenthaltsort und den Gesundheitszustand des emeritierten Bischofs von Estelí, Abelardo Mata Guevara, vorzulegen. Der 80-jährige Bischof ist nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen seit Ende Juni nicht mehr öffentlich gesehen worden. Türk äußerte am Mittwoch Besorgnis über Berichte über Repressionen gegen die katholische Kirche und andere Religionsgemeinschaften in Nicaragua.

"Mich beunruhigen die Berichte über Repressionen gegen die katholische Kirche und andere Glaubensgemeinschaften, einschließlich des Fehlens offizieller Informationen über das Schicksal, den Aufenthaltsort und den Zustand von Bischof Abelardo Mata Guevara", erklärte der aus Linz stammende UN-Vertreter. Er forderte die sofortige Freilassung aller willkürlich festgenommenen Personen und erinnerte Nicaragua an seine Verpflichtungen aus dem internationalen Menschenrechtsschutz.


Repressionen gegen Kirche

Mata war Ende Juni nach einer Messe festgenommen worden, in der er für die verfolgte Kirche in Nicaragua gebetet hatte. Nach Angaben kirchlicher Kreise wurde er zweimal von der Polizei abgeführt. Die Regierung erklärte hingegen, der Bischof befinde sich in seinem Haus. Sein tatsächlicher Aufenthaltsort bleibt jedoch unklar. Vertreter der Kirche in Mittelamerika äußerten Sorge um den Gesundheitszustand des Geistlichen, der unter Diabetes, Sehproblemen und einer Herzerkrankung leidet und einen Herzschrittmacher trägt.

Der Fall Mata reiht sich in eine länger anhaltende Auseinandersetzung zwischen der Regierung von Präsident Daniel Ortega und der katholischen Kirche ein. Seit Beginn der politischen Krise 2018 wurden zahlreiche kirchliche Einrichtungen eingeschränkt, Geistliche ausgewiesen oder an der Ausübung ihres Dienstes gehindert. Auch der Bischof von Matagalpa, Rolando Álvarez, wurde international bekannt, nachdem er wegen Kritik an der Regierung festgenommen und später des Landes verwiesen worden war. Der Vatikan bemüht sich weiterhin um die Wahrung der Kontakte zur Kirche in Nicaragua.

Verletzung politischer Menschenrechte 

Neben der Situation der Kirche kritisierte UN-Menschenrechtskommissar Türk auch die politische Entwicklung des Landes. Anlass war die Ankündigung von Präsident Ortega, dass es künftig keine Wahlen mehr geben werde. Türk forderte die Wiederherstellung rechtsstaatlicher Strukturen und die Öffnung des politischen Raumes für Menschen unterschiedlicher Überzeugungen.

Zudem verwies das UN-Menschenrechtsbüro auf weitere Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten, darunter die Entziehung von Zulassungen mehrerer Rechtsanwälte ohne nachvollziehbare Begründung sowie die anhaltende Inhaftierung politischer Gefangener. Die Kontrolle staatlicher Institutionen durch die Regierungspartei sowie Konflikte um indigene Gebiete und Rohstoffprojekte verschärften nach Einschätzung der Vereinten Nationen die Einschränkungen von Grundrechten und den Abbau des zivilgesellschaftlichen Raumes.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Bischof Mata © Nicaraguanische Bischofskonferenz


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