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Das Joch Christi und die Weisheit des Kreuzes

5. Juli 2026 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV.: Die Weisheit Gottes zeigt sich in der Demut Christi und im Kreuz. Christus offenbart den Vater den Unmündigen. - Beginn der Zeit der Erholung im Apostolischen Palast von Castel Gandolfo. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die Ansprache zum Angelus am Vierzehnten Sonntag im Jahreskreis stand im Zeichen des Evangeliums nach Matthäus (Mt 11,25–30), in dem Jesus den Vater preist und die Müden und Beladenen zu sich ruft. Papst Leo XIV. betrachtete die Worte Christi als Offenbarung der Weisheit Gottes, die sich nicht in menschlicher Klugheit, sondern in der Demut des Mensch gewordenen Sohnes zeige. Zugleich deutete er das Kreuz als Mitte der christlichen Nachfolge und als Ort, an dem Leid, Sünde und Tod ihre Antwort in Christus fänden.

Zu Beginn der Katechese verwies der Papst auf das Evangelium des Tages, das dazu einlade, in den Lobpreis einzustimmen, den Jesus dem Vater, dem Herrn des Himmels und der Erde entgegenbringe.Diese Haltung entspreche dem Wesen Gottes selbst. Christus offenbare den Vater in einer Weise, die den Maßstäben menschlicher Selbstgewissheit widerspreche. Die Einfachheit einer so spontanen und freudigen Geste „entspricht der Art Gottes, der es liebt, sich den ‚Unmündigen‘ zu offenbaren, während er ‚den Weisen und Klugen verborgen bleibt (vgl. V. 25)“. Der Papst führte aus, dass diejenigen, die sich ausschließlich auf ihre eigenen Vorstellungen stützten, den Messias nicht zu erkennen vermöchten: „Diese sind nämlich so sehr von ihren eigenen Ideen eingenommen, dass sie die Gegenwart Christi nicht erkennen, des Messias, der sein Volk besucht. Menschliche Weisheit wird dann zu Arroganz, und die Lehre verkommt zu Hochmut“.


Demgegenüber offenbare sich die Weisheit Gottes in der Menschwerdung Christi. Sie richte sich an jene, die ihre eigene Bedürftigkeit anerkennten und sich dem Ruf Jesu öffneten. Leo XIV. betonte die Einladung des Herrn: „Die wahre Weisheit Gottes offenbart sich hingegen in der Demut des Fleisches, und seine Unterweisung richtet sich an jene, die sich am schwersten tun: ‚Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid‘ (V. 28), sagt der Herr“. Zu Christus zu gehen bedeute, auf seine Liebe zu antworten und seinen Weg bis zum Kreuz mitzugehen. In diesem Zusammenhang zitierte der Papst die Worte Jesu: „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach (Mt 16,24)“. Eben diese Selbsthingabe aus Liebe bilde das eigentliche Joch Christi. Es sei die Zusammenfassung seiner Lehre, das Herzstück seiner Weisheit, voll brennender Liebe zu allen.

Dann stellte Leo XIV. die Frage nach der Bedeutung der Worte Jesu, sein Joch sei leicht und seine Last sei sanft: „Wie kann die Last des Kreuzes ‚leicht‘ und ‚sanft‘ sein?“ Die Antwort liege darin, dass Christus selbst das Kreuz zuerst getragen habe und niemanden allein lasse mit dem, was uns niederschlägt. Jesus nehme als wahrer Meister die vom Bösen verwundete Menschheit auf sich, um sie zu tragen und zu heilen. Seine Weisheit sei deshalb eine Botschaft des Heils, die den Menschen nach jedem Sturz wieder aufrichte. Der Papst erläuterte weiter, die Nachfolge Christi sei keine Übung der Selbstzerstörung, sondern führe in die Freiheit. Er hob hervor: „In der Nachfolge Christi ist unser Weg also keine abtötende asketische Übung: Er ist eine Schule der Freiheit, die das Drama der Geschichte ernst nimmt und stets ihren Sinn erhellt, vor allem in den dunkelsten Momenten“. Den Grund dafür sah er allein im Kreuz Christi: „Denn nur am Kreuz Jesu wird das Böse erlöst: Nur in seinem Leiden findet unsere Todesmüdigkeit Trost und Erlösung“.

Die Mitte dieser Weisheit brachte Leo XIV. anschließend in knappen Aussagen zum Ausdruck: „In der Knechtschaft ist Christus Befreiung. Unter der Geißel des Krieges ist Christus Hoffnung. In der Stunde der Sünde ist Christus Vergebung“. Darin liege die wahre Weisheit, die den gemeinsamen Weg der Jünger Christi bestimme. Der Papst erklärte, dieser Weg werde von Jesus selbst eröffnet, der als Sohn Gottes Mensch und Bruder geworden sei: „Das ist die wahre Weisheit, d. h. der Weg, den wir als in seinem Namen vereinte Jünger gemeinsam gehen wollen. Jesus lehrt uns das als Sohn, indem er unser Bruder wird: Mit der Kraft des Heiligen Geistes offenbart er selbst der Kirche die Wahrheit über Gott und den Menschen, denn ‚niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will‘ (V. 27)“.

******

Am heutigen Nachmittag begibt sich Leo XIV. in den Apostolischen Palast von Castel Gandolfo, um sich dort bis Montag, den 27. Juli, zu erholen. Während dieser Zeit werden alle allgemeinen, privaten und besonderen Audienzen ausgesetzt. Die Generalaudienzen werden am Mittwoch, den 5. August, wieder aufgenommen. An den Sonntagen im Juli wird der Papst den Angelus auf der Piazza della Libertà in Castel Gandolfo beten.

Foto (c) Vatican Media

 


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