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| ![]() „Es ist der Herr!“vor 2 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung „Das ist eines der stillsten und zugleich tiefsten Evangelien der Osterzeit. Kein kein sichtbarer Triumph, sondern ein See im Morgengrauen, erschöpfte Männer, leere Netze, eine Nacht ohne Ertrag.“ Von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer Eichstätt (kath.net) Predigt zum 3. Sonntag der Osterzeit (Lesejahr A, Joh 21,1–17) Liebe Schwestern und Brüder, Sie stehen wieder am See. Und dieser See ist mehr als eine Landschaft. Er ist ein geistliches Bild: das Wasser gilt einerseits als Symbol des Lebens, andererseits aber auch als Symbol der Tiefe, des Ungewissen, ja der Todesnähe; das Ufer als Schwelle zwischen Chaos und Leben. Genau dort stehen sie – zwischen Hoffnung und Resignation. Sie tun, was sie können. Sie arbeiten. Sie ringen. Und doch heißt es nüchtern und fast schmerzlich: „In dieser Nacht fingen sie nichts.“ I. Die Nacht der Kirche – und das verborgene Gegenüber Und dann geschieht das Unerwartete: Fülle. Der heilige Johannes Chrysostomus deutet diese Szene mit großer Klarheit: „Nicht ihre Mühe brachte den Fang hervor, sondern das Wort des Herrn; denn wo Gott wirkt, da übersteigt das Ergebnis alle menschliche Erwartung.“ Hier liegt der Schlüssel: Nicht die Anstrengung allein trägt – sondern die Gegenwart Christi. II. Die 153 Fische – die ganze Welt im Netz Gottes Der große Kirchenvater Augustinus von Hippo erkennt darin eine tiefe geistliche Ordnung: 10 – die Zahl des Gesetzes, 7 – die Zahl der Gnade, zusammen 17. Und die Summe aller Zahlen von 1 bis 17 (1+2+3+4+5 …+17) ergibt 153. Das bedeutet: In Christus kommt alles zur Vollendung – Gesetz und Gnade, Wahrheit und Liebe. Zugleich sah man in der Antike in der Zahl 153 ein Bild der Gesamtheit aller Völker. Das Netz ist also die Kirche: eine Kirche, die alle umfasst, eine Kirche, die trotzdem nicht zerreißt, eine Kirche, die von Gott her Fülle ist – auch wenn sie menschlich armselig erscheint. Noch tiefer führt eine geistliche Deutung, die wir bei dem Mönchsvater Evagrius Ponticus finden: 100 - die Zahl des Quadrates: das Feste, Geordnete; 28 - die Zahl des Dreiecks: die Bewegung, die Beziehung; 25- die Zahl der Kugel: die Vollkommenheit der Ganzheit. Zusammen: 153. Das heißt: Wenn Christus spricht und wir hören, dann wird unser Leben verwandelt. dann werden selbst Gegensätze eine Einheit: Eckiges, Rundes, Widriges, Beziehungsloses, Feindliches, alles wird, auf Gott hin gesehen, immer wieder ein sinnvolles Ganzes. Das Harte und das Zarte, das Zerbrochene und das Ganze, das Ungeordnete und das Sehnsuchtsvolle, alles kann in Gott zur Einheit finden. Nichts ist verloren. Alles kann hineingenommen werden in die größere Ordnung seiner Liebe. III. „Kommt her und esst!“ – die Eucharistie als Zukunft Gottes Darum erkennen ihn die Jünger im Mahl. Darum begegnet er uns in der Eucharistie. Der heilige Gregor der Große sagt dazu: „Der Herr speist die Seinen mit sich selbst; er ist zugleich Gastgeber und Speise.“ Hier geschieht das Entscheidende: Nicht wir erlösen die Welt. Er hat sie erlöst. Aber wir dürfen mitwirken, dass viele diesen Tisch, mit der Speise für ihren Weg finden, an dem gilt: Alles ist bereitet. IV. „Liebst du mich?“ – die Mitte jeder Berufung Petrus, der Gescheiterte, der Verleugner, - er wird nicht verworfen, sondern neu berufen. Der heilige Basilius der Große erklärt dazu: Gott macht, in der Kraft des Heiligen Geistes, aus einem Zöllner einen Evangelisten (Matthäus), aus einem Verfolger einen Apostel (Saulus/Paulus), und aus einem Verleugner (Simon/Petrus), den Ersten in der Bezeugung seiner Liebe, den Hirten seiner Herde. So handelt Gott. Er schreibt niemanden ab. Er schenkt neue Anfänge – immer wieder: „Liebst du mich?“. Das ist die entscheidende Frage. Und diese Liebe wird konkret: „Weide meine Schafe.“ Die Liebe zu Christus zeigt sich im Dienst am Menschen. V. Ostern heute – „Es ist der Herr!“ Und er spricht: „Wirf dein Netz aus.“ - „Fürchte dich nicht.“ - „Komm und iss.“ - „Liebst du mich?“ Schluss Und vielleicht dürfen auch wir einmal still, leise, aber gewiss erfahren und für unser Leben sagen: Ja, ich habe den Herrn erkannt in meinem Leben: Es ist der Herr. – Er war da. – Er ist da. Und er führt uns heim – an sein „anderes“ Ufer, in sein Licht, in jenes freundliche und abendlose Licht seiner ewigen Liebe. Amen. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuHomilie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Top-15meist-gelesen
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