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Der ‚ökumenische Händedruck“ des katholischen Pianisten ‚Dr K‘ am Londoner Bahnhof

22. März 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Der Aufschwung der Alten Messe und eine Begegnung mit einem älteren Herrn mitten in London führen zu einer versöhnlichen Geste.


London (kath.net/jg)
Brendan Kavanagh, besser bekannt als „Dr K“, der bekannte Boogie-Woogie-Pianist, der häufig am öffentlichen Klavier im Bahnhof St. Pancras in London spielt (Siehe Link), hat in den letzten Jahren nicht nur musikalisch, sondern auch spirituell einiges durchgemacht. Am Freitag, dem 13. März 2026, zeigte sich in einem seiner Facebook-Livestreams eine besonders herzerwärmende und versöhnliche Szene – ein kleiner, aber symbolträchtiger Moment am Ende des Streams.

Ende 2025 war Kavanagh, der auf YouTube mehr als 2,6 Millionen Abonnenten hat, nach fünf Jahren auf dem Land wieder nach London übersiedelt. Zuvor hatte er auf einer Farm in Norfolk bzw. Bedfordshire gelebt. Für einen Drehtag in London musste er oft sechs Stunden Fahrt einplanen; selbst von Bedfordshire aus waren es noch drei bis vier Stunden pro Strecke. Zweimal pro Woche nach London zu pendeln war ihm auf die Dauer zu viel. Zurück in London hat er die vertraute Nähe zu den öffentlichen Klavieren und den Menschenmengen, die er so liebt.


Im Livestream vom 13. März saß Kavanagh offenbar wieder am berühmten, von Elton John gestifteten Klavier im Bahnhof St. Pancras, als er mit einem protestantischen Rentner ins Gespräch kam. Der ältere Herr empfahl dem Pianisten eine Kirche in Cambridge, in der die Tridentinische Messe gefeiert werde. Er fügte jedoch sofort hinzu: „Das ist wahrscheinlich nicht genau das, was du suchst.“ Kavanagh reagierte geradezu enthusiastisch. Er erklärte, die Lateinische Messe erlebe derzeit in London eine richtige Auferstehung. Es gebe inzwischen etliche Kirchen, in denen man den alten Ritus ohne großen Aufwand und vor allem ohne lange Anfahrten miterleben könne. Die Hauptstadt biete inzwischen eine lebendige Szene für Liebhaber der alten Liturgie – ein Kontrast zu den Jahren, in denen man dafür oft weite Wege in Kauf nehmen musste.

Als der ältere Herr dann zugab, gar nicht katholisch, sondern Protestant zu sein, brach Kavanagh in herzliches Gelächter aus. Er sprang auf, ging auf den überraschten Rentner zu und gab diesem mit den Worten „ein ökumenischer Händedruck“ einen warmen, freundschaftlichen Händedruck, der die Konfessionsgrenzen überschritt.

Die Szene bekommt eine besondere Bedeutung, wenn man die Vorgeschichte bedenkt. Hinter Kavanagh liegt keine einfache Rückkehr nach London. Seine private Kapelle, die er 2024 in einer alten Scheune auf dem Land eingerichtet hatte (ursprünglich als Reaktion auf drohende Einschränkungen der Messe im Alten Ritus), gab er nicht nur wegen des Umzugs auf.

Ein Vorfall mit einem Mann, der sich als Priester ausgab, aber keiner war, führte zu einer Anzeige, einer Verhaftung Kavanaghs und seiner Frau sowie zu einem tiefen Vertrauensbruch. Der Mann war Kavanagh als Priester empfohlen worden, der die Messe im Alten Ritus feiert. Kavanagh machte seinem Ärger über den falschen Priester und den Bischof der SSPX-Resistance (die sich von der Piusbruderschaft abgespalten hat), der ihn empfohlen hatte, öffentlich Luft. Er wurde daraufhin wegen Belästigung angezeigt und verhaftet. Obwohl die Vorwürfe sich später als haltlos herausstellten, hat das Erlebnis Spuren hinterlassen. Kavanagh wirkt in Gesprächen über das Thema nach wie vor merklich traumatisiert.

Der Handschlag mit dem protestantischen Rentner wirkt vor diesem Hintergrund wie eine Versöhnung und ein Abschluss mit den Ereignissen der Vergangenheit.

 

Foto: Archivbild Brendan Kavanagh

 


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