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Als die Vergebung in die Schlagzeilen kam

3. Oktober 2025 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Erika Kirk vergab demjenigen, der ihren Mann Charlie tötete. Sie wurde weltweit zum Vorbild und hat die Standing Ovations verdient, schreibt Max Lucado.


Washington D. D. (kath.net / pk) „Wer hätte jemals gedacht, dass ,Gnade‘ einmal ein häufiges Thema in den Nachrichten sein würde?“ Das schreibt Max Lucado, US-amerikanischer Bestseller Autor zahlreicher christlicher Bücher, in einem Kommentar auf Fox News. Genau dies hätten jedoch die Worte von Erika Kirk bewirkt, als sie dem mutmaßlichen Mörder ihres Mannes öffentlich vergab.

„Dieser junge Mann … Ich vergebe ihm, ich vergebe ihm, weil Christus das auch getan hätte und weil Charlie das auch getan hätte“, sagte Erika Kirk am 21. September bei der Trauerfeier für ihren Mann Charlie vor zehntausenden Menschen und hunderttausenden Zuschauern weltweit über Livestream.

„Sie hat die Standing Ovations, die sie erhielt, verdient, denn jeder von uns weiß, wie schwer es ist, zu vergeben“, kommentiert Lucado. „Manche Menschen geben den Weg der Vergebung auf, weil sie ihn für unmöglich und steil halten.“

Lucado mahnte, realistisch zu bleiben. „Vergebung bedeutet nicht, die Tat zu entschuldigen, zu entschuldigen oder zu ignorieren. Vergebung ist nicht unbedingt Versöhnung. Eine wiederhergestellte Beziehung zum Täter ist nicht unbedingt notwendig und oft auch gar nicht möglich. Mehr noch, der Ausdruck ,vergeben und vergessen‘ setzt einen unerreichbaren Maßstab.“


Vergebung sei eine konkrete Handlung, welche die Einstellung gegenüber dem Täter ändere. „Es ist der Übergang von dem Wunsch, Schaden zuzufügen, zu einer Offenheit, Frieden zu schließen.“ Die Bibel fordere uns auf, „gütig zu sein und einander zu vergeben“ (Eph. 4,32).

Vergebung sei „ein wichtiger Schritt in Richtung eines glücklichen Herzens“, erinnerte Lucado und zitierte eine Studie der Duke University, welche acht Faktoren auflistete, welche die emotionale Stabilität fördern. Vier davon  bezogen sich auf Vergebung.

Erstens: Vermeide Verdächtigungen und Missgunst.

Zweitens: Lebe nicht in der Vergangenheit.

Drittens: Verschwende keine Zeit und Energie dafür, gegen Umstände anzukämpfen, die du nicht ändern kannst.

Viertens: Versinke nicht in Selbstmitleid, wenn du ungerecht behandelt wirst.  

 

„Überlege dir, was du vergeben musst“, ermutigt Lucado ganz konkret. „Geh ins Detail.“ Jeder müsse sich auch fragen, warum eine Sache so weh tue oder verletze, ob man sich verraten, ignoriert oder isoliert fühle. „Versuche, die Antwort zu finden, bevor du es an dem Täter auslässt“, rät Lucado. Und ebenso: „Bevor du zu dem gehst, der dich verletzt hat, geh zu Jesus.“...

„Niemand wird dich jemals mehr lieben als er. Lass diese Wunde eine Gelegenheit sein, deinem Erlöser näher zu kommen. Beeinträchtigt diese Erfahrung und deine Unversöhnlichkeit dein Wohlbefinden? Beeinträchtigt sie deinen Frieden? Wenn die Antwort ja lautet, dann unternimm Schritte in Richtung Vergebung. Sprich mit Jesus über die Kränkung, bis die Wut nachlässt. Und wenn sie wiederkehrt, sprich erneut mit Jesus.“

Erst nach diesem Schritt sei es sinnvoll, zu der Person zu gehen, die einen verletzt oder beleidigt hat, empfiehlt Lucado. „Sei konkret. Übertreibe nicht. Erkläre einfach, was dich verletzt und wie du dich dabei fühlst.“ Wenn dies respektvoll und ehrlich geschehe, sei es ein Schritt in Richtung Vergebung.

Man könne Versöhnung nicht erzwingen, betont Lucado. Aber man kann Fürbitte anbieten, wie es in Matthäus 5,44 heißt. „Betet für diejenigen, die euch verfolgen.“ Das Gebet offenbare „jeden noch bestehenden Groll“. Jesus selbst habe ein Beispiel hinterlassen, indem er selbst vergeben habe. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“


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