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'Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat'

18. April 2025 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Die Zeit des Schmerzes und der Prüfung birgt, wenn sie mit Christus, im Glauben an ihn erlebt wird, schon das Licht der Auferstehung in sich, das neue Leben der auferstandenen Welt - Gedanken von Benedikt XVI. zum Karfreitag


Rom (kath.net)
Liebe Brüder und Schwestern,  in Meditation, Gebet und Gesang haben wir uns die Schritte Jesu auf seinem Kreuzweg in Erinnerung gerufen – ein Weg, aus dem es allem Anschein nach kein Entrinnen gab und der doch das Leben und die Geschichte des Menschen verwandelt und den Übergang in „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Offb 21,1) eröffnet hat. Besonders an diesem Tag, dem Karfreitag, begeht die Kirche mit tiefer Andacht das Gedächtnis des Kreuzestodes des Gottessohns und sieht in seinem Kreuz den Baum des Lebens, der die Frucht einer neuen Hoffnung trägt.

Die Erfahrung von Leid prägt die Menschheit, prägt auch die Familie; wie oft wird der Weg mühsam und beschwerlich! Unverständnis, Spaltungen, Sorgen um die Zukunft der Kinder, Krankheiten, Entbehrungen verschiedener Art. In unserer Zeit ist überdies die Situation vieler Familien erschwert durch die Unsicherheit der Arbeit und durch andere negative Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Der Kreuzweg, den wir heute abend im Geiste gegangen sind, ist eine Einladung an uns alle, und besonders an die Familien, den gekreuzigten Christus zu betrachten, um die Kraft zu schöpfen zur Überwindung der Schwierigkeiten. Das Kreuz Jesu ist das äußerste Zeichen der Liebe Gottes zu jedem Menschen, er ist die überreiche Antwort auf das Bedürfnis jedes Menschen, geliebt zu sein. Wenn wir uns in einer Situation der Prüfung befinden, wenn unsere Familien Leid und Not durchzustehen haben, schauen wir auf das Kreuz Christi: Dort finden wir den Mut und die Kraft weiterzugehen; dort können wir in fester Hoffnung die Worte des heiligen Paulus wiederholen: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? … Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat“ (Röm 8,35.37).

In Trübsal und in Schwierigkeiten sind wir nicht allein; die Familie ist nicht allein: Jesus ist zugegen mit seiner Liebe, er unterstützt sie mit seiner Gnade und gibt ihr die Kraft voranzugehen, Opfer auf sich zu nehmen und alle Hindernisse zu überwinden. Und diese Liebe Christi ist es, an die wir uns wenden müssen, wenn menschliche Schwächen und die Schwierigkeiten die Einheit unseres Lebens und der Familie zu verletzen drohen. Das Geheimnis von Leiden, Tod und Auferstehung Christi ermutigt, hoffnungsvoll voranzugehen: Die Zeit des Schmerzes und der Prüfung birgt, wenn sie mit Christus, im Glauben an ihn erlebt wird, schon das Licht der Auferstehung in sich, das neue Leben der auferstandenen Welt, das Pascha eines jeden Menschen, der an Christi Wort glaubt.

In jenem gekreuzigten Menschen, welcher der Sohn Gottes ist, erhält selbst der Tod einen neuen Sinn und eine neue Orientierung; er ist erlöst und bezwungen, ist der Übergang in das neue Leben: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht (Joh 12,24). Vertrauen wir uns der Mutter Christi an. Sie, die ihren Sohn auf dem Leidensweg begleitet hat, sie, die in der Stunde seines Todes unter dem Kreuz stand, sie, die die werdende Kirche ermutigt hat, in der Gegenwart des Herrn zu leben, führe unsere Herzen, die Herzen aller Familien durch das weite mysterium passionis hindurch zum mysterium paschale, zu jenem Licht, das aus der Auferstehung Christi hervorbricht und den endgültigen Sieg der Liebe, der Freude und des Lebens über das Böse, das Leiden und den Tod offenbart. Amen


(Gedanken von Benedikt XVI. zum Karfreitag, Kreuzweg Kolosseum, 6. April 2012)


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