Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  5. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  6. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  7. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Gottes Wirken vollzieht sich im Verborgenen
  11. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  12. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  13. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  14. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  15. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi

Schönborn-Alterssitz: Kloster der Kleinen Schwestern vom Lamm

25. Jänner 2025 in Österreich, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenig bekannte Niederlassung des Bettelordens in multikulturellem Wiener Arbeiterbezirk nun mit prominentem Mitglied


Wien (kath.net/KAP) Kardinal Christoph Schönborns neue Wohnadresse nach seiner am Mittwoch erfolgten Emeritierung ist nicht einmal drei Kilometer Luftlinie von seiner früheren im Wiener Erzbischöflichen Palais entfernt: Das in der Dammstraße in Wien-Brigittenau gelegene Kloster der Ordensgemeinschaft "Kleine Schwestern vom Lamm", für die Schönborn schon lange der kirchenrechtliche Verantwortliche auf internationaler Ebene ist, bekommt mit dem Dominikanermönch einen prominenten Mitbewohner. Einblicke in die unscheinbare und wenig bekannte Ordensniederlassung geben aktuelle Reportagen der Kirchenzeitung "Der Sonntag" (aktuelle Ausgabe) sowie der Tageszeitung "Die Presse" (19. Jänner).

"Radikale Einfachheit und Freundschaft mit den Armen" prägen die Gemeinschaft in der Dammstraße, heißt es in der Diözesanzeitung. Die im Kloster in der Dammstraße lebenden Schwestern, gekleidet in mittelblaue Habits, dunkelblauem Schleier und einer Holzmedaille mit dem Lamm Gottes um den Hals, seien geprägt von "franziskanischer Einfachheit und dominikanischer Spiritualität". Ihre Mission sei es, "ein Zeichen der Freundschaft und des Friedens Gottes in einer multikulturellen Umgebung zu sein", weshalb der Schwerpunkt auch auf Versöhnung liegt. "Selbst wenn ich verletzt werde, höre ich nicht auf zu lieben", so das Motto der Gemeinschaft, die jeden Tag mit einem "Vergebungskapitel" beschließt.


Ausdruck der Solidarität mit den Armen ist auch ein bewusst einfacher Lebensstil. Der schlichte Holzriegelbau des Klosters ist deutlich niedriger als die umliegenden Häuserblöcke des Arbeiterbezirks. Er umfasst eine von der Straße zugängliche Kapelle, die auch Passanten zu einem Innehalten und Mitbeten einlädt, daneben gibt es ein kleines Oratorium und die Wohnräume der Schwestern. Nicht nur Fernsehgeräte, sondern auch warmes Fließwasser sucht man im Kloster vergebens, wohl aber wird das Wasser im Winter gewärmt.

Die Ordensgemeinschaft, die 1983 in Frankreich als junger Zweig des Dominikanerordens kirchenrechtlich gegründet wurde, zählt heute rund 140 Schwestern und 25 Brüder in neun Ländern. In Wien besteht das Kloster seit 2012, zuvor lebten die Ordensfrauen in einem provisorischen Gebäude der nahegelegenen Wiener Karmeliterkirche. Von den acht Schwestern - sie sind im Alter von 27 und 52 Jahren - kommen je drei aus Österreich und Frankreich sowie je eine aus Polen und Spanien. Eng in Verbindung mit ihnen sind auch die vier Brüder der Gemeinschaft, die jedoch getrennt an anderer Adresse leben und bei den Gebetszeiten zugegen sind.

Mission und Armut

Der Tag im Kloster beginnt mit dem Stundengebet um 6.30 Uhr und stiller Anbetung, nach dem Frühstück und Studium widmen sich die Ordensfrauen praktischen Aufgaben wie Kochen, Putzen oder der Vorbereitung der Liturgie. "Herzstück ihrer Berufung" sei jedoch die Mission, heißt es in der Kirchenzeitungs-Reportage. Dazu sind die Schwestern zu zweit oder zu dritt unterwegs, "beten vorher, wo uns der Herr hinschicken will, und klopfen an die Türen der Menschen", wird die aus Niederösterreich stammende "Kleine Schwester Petra" zitiert. Wird geöffnet, so gehe es vor allem ums Zuhören, als Geste der Freundschaft, um das Teilen des Wortes Gottes.

Sehr wörtlich nimmt man bei den Schwestern vom Lamm, dass es sich um einen Bettelorden handelt. Die wenigen Möbel im Kloster werden selbst gezimmert, um ihr tägliches Brot bitten die Ordensfrauen, wenn sie an den Türen klopfen, wobei dann das Erhaltene oft mit den Bedürftigsten geteilt wird. Wie die leitende Schwester des Klosters, die Französin Sr. Helene, ergänzte, besuchen die Mitglieder oft auch Suppenküchen und Wärmestuben, um mit Obdachlosen am Tisch zu sitzen und auch ihnen Freundschaft zu schenken.

Schönborn, der laut den Berichten die ehemalige Gästewohnung im ersten Stock des Klosters bezieht, wurde als junger Priester während seines Frankreich-Aufenthalts zufällig Zeuge der Entstehung der Gemeinschaft im Wallfahrtsort Vezelay. Damals zu Allerheiligen 1974 habe die Dominikanerin Schwester Marie vor Hintergrund der Studentenrevolution in Paris den Ruf zu einem Leben mit mehr Gebet und Armut verspürt und mit einer weiteren Ordensfrau ein Haus bezogen, so die "Presse". Die Gemeinschaft mit Hauptsitz in der Nähe der südfranzösischen Gemeinde Fanjeaux wurde 1983 von Bischof Jean Chabbert anerkannt, Schönborn 1996 zum verantwortlichen Bischof.

War "Pater Christoph" ein oft und gerne gesehener Gast bei den Brüdern und Schwestern vom Lamm, bei denen er auch bei seinen Romaufenthalten und Frankreichreisen stets einkehrte, so wird er nun Teil der Hausgemeinschaft.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Foto Kardinal Schönborn beim Dankgottesdienst zu seinem 80. Geburtstag am 18.1.2025 im Wiener Stephansdom: kathpress/Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  7. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  14. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  15. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz