Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  3. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  6. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  7. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  8. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  9. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  10. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  11. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  12. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  13. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  14. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  15. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“

Pater Kraschl OFM: „Wozu Gott eigentlich um etwas bitten, was er uns ohnehin geben will?“

25. Mai 2023 in Spirituelles, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Frag den Theologen – „Dank- und Bittgebet verhalten sich dabei zueinander wie zwei Seiten einer Medaille“


Salzburg (kath.net/Antonius) kath.net übernimmt den Beitrag von Pater DDr. habil. Dominikus Kraschl OFM aus dem „Antonius“ in voller Länge und dankt der Zeitschrift der österreichischen Franziskaner für die freundliche Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung.

Lieber P. Dominikus: Gott will offenbar, dass wir ihn um das bitten, was er uns […] ohnehin geben will. Wozu eigentlich? (Johann Pöllabauer)

Die Spannung

P. Dominikus: Im Vater Unser lehrt Jesus seine Jünger, um das tägliche Brot zu bitten (Mt 6,11). In der Bergpredigt lehrt er darüber hinaus, dass Gott für alle seine Geschöpfe wie ein guter Vater sorgt (Mt 6,26). Er «lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte» (Mt 5,45). Andererseits sollen wir nicht wie die Heiden beten, die meinen sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet» (Mt 6,7f).

Ein Einwand

Da kann man sich schon fragen: Wozu eigentlich um das tägliche Brot und anderes mehr bitten, wenn Gott es uns ohnehin geben will? Dieser Einwand lässt sich in die Form folgenden Arguments bringen:

(1.) Wenn Gott gut ist, dann gibt er den Menschen, was für sie gut ist.
(2.) Was für die Menschen gut ist, ist nicht davon abhängig, ob sie darum bitten oder nicht.
(3.) Gott ist gut.
Aus (1.), (2.), (3.) folgt: (4) Gott gibt den Menschen, was für sie gut ist, ob sie darum bitten oder nicht.


Die Schlussfolgerung wirft zwei Anschlussfragen auf: (A) Welchen Sinn hat es, Gott um etwas zu bitten, wenn er ohnehin allen Gutes gibt? Und: (B) Könnte Gott nicht mitunter gute Gründe haben, Bittende und Nichtbittende ungleich zu behandeln?

Zu (A): Welchen Sinn hat es, Gott um etwas zu bitten, wenn er ohnehin allen Gutes gibt?

Man könnte meinen, es sei Sinn und Zweck des Bittgebets, Gottes Willen zu beeinflussen. Das wäre jedoch eine problematische Vorstellung. Das Bittgebet ist zuerst und vor allem Ausdruck der Einsicht, dass wir das Gute, das wir empfangen, letztlich Gott verdanken. Wir danken Gott für bereits empfangene Gaben und bitten ihn um noch nicht empfangene Gaben, weil er nicht eine dunkle Schicksalsmacht, sondern eine personale Wirklichkeit ist, die sich uns in Freiheit und Liebe zuwendet.

Dank- und Bittgebet verhalten sich dabei zueinander wie zwei Seiten einer Medaille: Das Dankgebet blickt auf Gottes gute Vorsehung zurück, das Bittgebet erhofft sie in der Zukunft. Das eine erfüllt den Beter mit Dankbarkeit, das andere mit Zuversicht. Dank- und Bittgebet sind so gesehen unverzichtbarer Ausdruck einer lebendigen, vertrauensvollen Gottesbeziehung. Von daher gilt: Das Bittgebet hätte auch dann Sinn, wenn Gott Bittende und Nichtbittende gleichbehandelte.

Zu (B): Könnte Gott gute Gründe haben, Bittende und Nichtbittende bisweilen ungleich zu behandeln?

Es gibt zweierlei Arten von Gaben, die wiederum zwei verschiedenen Gestalten des Willens Gottes entsprechen: solche, die Gott uns in jedem Fall geben will; und solche, die Gott uns nur geben will, wenn wir um sie bitten. Das Bittgebet zielt nicht darauf ab, den Willen Gottes zu beeinflussen, sondern es rechnet mit Gottes Vorsehung. Es rechnet damit, dass Gott vorgesehen hat, einige Gaben nur mitzuteilen, wenn sie erbeten werden.

Schon in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern kann es einen Unterschied machen, ob die Kinder bitten oder nicht. Zwar werden Eltern ihren Kindern in jedem Fall Gutes geben. Es ist aber denkbar, dass sie ihnen einige Güter (etwa eine teure Ausbildung) nur zuteilwerden lassen, wenn die Kinder darum bitten.

Eltern bringen ihren Kindern schon früh bei, zu bitten, wenn sie etwas wollen, und zu danken, wenn sie etwas erhalten haben. Das hilft nicht nur im späteren Leben, sondern ist ein angemessener Ausdruck der Beziehung zwischen Personen, die sich einander in Freiheit zuwenden.

Unter gewandelten Vorzeichen gilt das auch für die Beziehung zu Gott. Wenn Gott uns einige Güter nur dann gibt, wenn wir um sie bitten, dann deshalb, weil es für uns so besser ist und weil es uns hilft, in eine vertrauensvolle Beziehung mit Gott hineinzuwachsen.

Wenn der Geber zur Gabe wird

«Wer bittet, der empfängt» (Mt 7,8), lehrt Jesus seine Jünger. Wenn wir Gott um seine Gaben bitten, sollen wir jedoch den Geber nicht vergessen. Aus diesem Grund sollen wir vor allem um den Heiligen Geist bitten, in dem der Geber selbst zu Gabe wird:
«Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten» (Lk 11,13). Wir sollten Gott also nicht nur um seine Gaben bitten, sondern um Gott selbst! Ja, man kann sagen: Im Heiligen Geist macht sich der Geber aller Gaben für uns zur Gabe!

Wenn Gott Bittende anders behandelt als Nichtbittende, dann nicht, weil er den einen gut ist und den anderen nicht. Vielmehr ist es für unsere Gottesbeziehung oft genug besser, etwas nur dann zu empfangen, wenn es zuvor vertrauensvoll erbeten wurde.

P. Dr. Dr. habil. Dominikus Kraschl OFM lehrt Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz. Die Zeitschrift "ANONTIUS. Franziskanisches Magazin für Evangelisierung und Leben" erscheint sechsmal jährlich. Sie kann kostenfrei abonniert werden bei: [email protected]

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  3. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  4. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  5. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  6. Bischof Hansen/Oslo kündigt Diözesansynode an – Keine Abstimmung über die kirchliche Lehre
  7. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  8. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  9. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  10. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!
  11. Präfekt des Dikasteriums für die Gesetzestexte: Kirchenrecht soll dem Heil der Seelen dienen
  12. Ein Fall für den Staatsfunk: Wie Georg Restle Verschwörungsmythen als „Haltung“ verkauft
  13. Bistum Limburg: Franziskaner verlassen nach mehr als 150 Jahren Kloster Marienthal
  14. Expertin fordert nach Aufsichtsversäumnissen in den Provinzen nun nationalen Sterbehilfe-Watchdog
  15. Frankreich: Massenansturm auf Kartenreservierungen für die Papst Leo-Reise!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz