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Engelszell - Das einzige deutschsprachige Männerkloster des Trappisten-Ordens wird zugesperrt.

13. Mai 2023 in Österreich, keine Lesermeinung
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Nachwuchsmangel und Altersstruktur machen laut Ordensleitung ein Verbleiben in Engelszell in der Diözese Linz nicht mehr möglich


Linz (kath.net/KAP) Vor fast 100 Jahren, im Jahr 1925, haben Trappisten-Mönche das ehemalige Zisterzienser-Kloster Engelszell an der Donau wiederbesiedelt und zu einer neuen Blüte gebracht. 100 Jahre haben die Ordensmänner vor Ort wesentliche Akzente in der Seelsorge und ebenso auch für den Tourismus gesetzt. Aufgrund von Nachwuchsmangel und der Altersstruktur verlassen die letzten vier Trappistenmönche das Stift in Oberösterreich.

Das haben die heimischen Ordensgemeinschaften am Mittwoch mitgeteilt. Generalabt Dom Bernardus Peeters hat demnach in einem persönlichen Schreiben den Linzer Bischof Manfred Scheuer und den Vorsitzenden der Österreichischen Ordenskonferenz, Erzabt Korbinian Birnbacher, im Vorfeld über die Auflösung des Stiftes Engelszell informiert. Birnbacher dazu in einer ersten Stellungnahme: "Ich danke den Ordensbrüdern der Trappisten für ihr Wirken in den letzten 100 Jahren. Den Verantwortlichen des Ordens gilt mein Dank für alle Bemühungen und meine Anerkennung für die klare Entscheidung, die ganz bestimmt nicht einfach zu fällen war.


Ich wünsche den Mönchen alles Gute und Gottes Segen für die Zukunft. Die Österreichische Ordenskonferenz steht den Trappisten auch weiterhin gerne mit Rat und Tat zur Seite und hilft, wo Hilfe erbeten wird." Wie die Trappisten selbst mitteilten, war seit Herbst 2022 eine Kommission für Engelszell im Einsatz. Im April 2023 sei man einstimmig zu dem Ergebnis gekommen, den Orden um die Aufhebung des Klosters zu bitten und für die Brüder einen neuen Lebensort zu suchen. Der Abschied aus dem Kloster werde in nächster Zeit erfolgen. Einen festen Termin dafür gebe es noch nicht.

Auch für die Wirtschaftsbetriebe und für die Angestellten in den Betrieben sollen laut Orden gute Lösungen gefunden werden.

Seit 1925 in Oberösterreich

Seit 1925 bewohnen aus dem elsässischen Oelenberg stammende Trappisten die leerstehenden Klostergebäude von Stift Engelszell, in denen von 1293 bis 1786 Zisterzienser gelebt hatten. 1931 wurde das Kloster zur Abtei erhoben, 1939 jedoch vom Nationalsozialismus enteignet, vier Mönche starben im Konzentrationslager. 1945 kehrten die Mönche zurück und führten das Pflegeheim weiter, das im Kloster in den Kriegsjahren eingerichtet worden war, später ein modernes Gebäude nahe dem Kloster erhielt und heute von der Caritas geführt wird.

Der Grundbesitz, in der Regel die wirtschaftliche Basis von Klöstern, ist im Falle des Stiftes Engelszell sehr bescheiden. Ein Gutteil der Einnahmen kommt daher aus der Gebäudevermietung und dem Tourismus mit Klosterladen. Neben der traditionellen Likörproduktion ist die in der Amtszeit von Abt Hauseder neu errichtete kleine Brauerei für die Wirtschaft des Klosters bedeutend. Das Trappistenbier entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem gefragten Exportschlager. Das Stift Engelszell ist das einzige deutschsprachige Männerkloster des Trappisten-Ordens, und gerade deshalb war es für die "Zisterzienser der strengen Observanz", die Trappisten genannt werden, von großer Bedeutung.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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