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Diözesen ergreifen Maßnahmen gegen Diebstahl

8. Dezember 2019 in Österreich, keine Lesermeinung
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"Salzburger Nachrichten" berichten über Entwendungen sakraler Kunstgegenstände und Opferstockinhalte - Viele Kirchen inzwischen videoüberwacht, Opferstöcke werden täglich geleert, liturgisches Kunstgut gut dokumentiert


Salzburg (kath.net/KAP) Die österreichischen Diözesen wappnen sich "mit wachsendem Erfolg" gegen Diebe und Einbrecher: Einen Überblick über Eigentumsdelikte in Kirchen und Maßnahmen zu deren Verhinderung gaben die "Salzburger Nachrichten" (SN) am Freitag unter dem Titel "Kirchen wollen keine Selbstbedienungsläden sein". Kriminelle hätten nicht nur sakrale Kunstgegenstände wie Kruzifixe, Weihwasserbrunnen, Marienstatuen, Engel, Monstranzen, Hostienschalen, Kelche und Kerzenständer im Visier, sondern vor allem auch Opferstöcke. Laut Thomas Stanzer, Pressesprecher der Diözese Graz-Seckau, sind viele Kirchen inzwischen videoüberwacht, Opferstöcke würden täglich geleert, das liturgische Kunstgut sei mittlerweile sehr gut dokumentiert und damit unverkäuflich.

Digitalisierte Inventarlisten ermöglichen dem Bundeskriminalamt die sofortige Suche nach den gestohlenen Gegenständen. Händler, Auktionshäuser sowie sonstige potenzielle Käufer werden gewarnt. "Vom materiellen Wert sind die Gegenstände ohnehin nicht aufregend. Ich kann mir nicht erklären, was die Leute damit anfangen", kommentierte Roland Kerschbaum, Diözesankonservator in Salzburg, die Diebstähle.

"Wertvolles ist ohnehin im Museum"

Jene fünf Kelche, die in den vergangenen Wochen aus der Pfarrkirche in Dechantskirchen (Steiermark) verschwanden, seien nur mit einer dünnen Goldschicht überzogen und hätten eher einen ideellen Wert, bestätigte Diözesansprecher Stanzer. "Die ganz wertvollen Gegenstände stehen bei uns ohnehin im Museum, die sind nicht im liturgischen Einsatz." Kelche und Monstranzen tauchten dennoch immer wieder auf Online-Verkaufsplattformen auf.

Dennoch komme es auch zu Diebstählen von kostbarem Kircheninventar, berichteten die SN. So sei im August 2017 wurde bei einem Einbruch in ein Pfarrhaus in Ollersbach bei Neulengbach (NÖ.) eine Monstranz aus der Rokoko-Zeit entwendet worden - Täter bis dato unbekannt. In der Diözese St. Pölten sehe man dies als ein "schmerzhaftes Beispiel dafür, dass gegen das gezielte Einbrechen und den weltweiten professionellen Kunstdiebstahl oft alle Sicherungsmaßnahmen und Bemühungen wirkungslos sind", sagte Pressesprecherin Martina Bender.

Ein öfter wiederkehrendes Problem stellen für Kirchen in Österreich die Opferstockdiebe dar. "Da fällt es ja oft gar nicht auf. Bei uns wurde vor zwei Jahren ein Täter verhaftet, der hat uns dann gesagt, wo er überall war - da waren alle erstaunt", berichtete Michael Kraml, Sprecher der Diözese Linz. Opferstöcke würden im Normalfall auch nicht aufgebrochen. Mit einem präparierten Stab, an dem Geldscheine und Münzen festkleben, holen die Täter die Beute heraus. "Wir haben unseren Pfarren den Tipp gegeben, Schutzbleche einzubauen", so Kraml. In einer oberösterreichischen Pfarre habe man einen Geldschein präpariert. "Als der weg war, wusste man: Da war jemand", erinnerte sich Kraml. Die Kirche wurde dann von der Polizei überwacht, der Täter konnte überführt werden. Laut dem Pressesprecher handelt es sich meist um Tätergruppen, die durch ganz Europa ziehen.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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