06 Januar 2018, 08:00
„Wenn wir in einer Krise sind, sehen wir oft nur mehr unseren Schmerz“
 
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Leo Bigger bei der #MEHR2018: Die Teilnehmer sollten daran denken, dass Gott Himmel und Erde mit Seinen Worten erschaffen hat, und dass Er auch eine Vision für jedes einzelne Leben der Teilnehmer habe. kath.net-Bericht von Linda Noé

Augsburg (kath.net/ln) Leo Bigger, Schweizer Gemeindeleiter der ICF (International Christian fellowship) Megachurch, der seit 1996 sechzig Gemeinden in der Schweiz, Deutschland und Europa gegründet hat, die wöchentlich um die 15.000 Gottesdienstbesucher zählen, sprach am Freitagnachmittag in der kleineren MEHRspace Halle der Konferenz zum Thema „Umgang mit Krisenzeiten“

Dazu orientierte sich Bigger an der biblischen Geschichte Jakobs, die kurz in einem Bibelcomic auf Leinwand in Erinnerung gebracht wurde.

Anschaulich nahm der Schweizer Prediger ein Glas Wasser zur Hand, in das er einen winzigen Tropfen blaue Farbe fallen ließ. Dies stelle zum Beispiel eine einzige dumme Sache im Leben eines Menschen dar, etwas, von dem vielleicht gar niemand etwas weiß, ein Betrug vielleicht, wie bei Jakob, und daraufhin wäre das ganze Leben ein wenig in diesem blau eingefärbt.

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Bigger sprach von den Situation Rahels, der Frau Jakobs, für die dieser vierzehn Jahre gedient und sie geliebt hatte. Als sie ihren Sohn gebar, wusste sie, dass sie sterben würde und wollte das Kind Ben-Oni nennen. Namen haben, so Bigger, in der Bibel immer eine wichtige Bedeutung, Ben-Oni bedeutet Schmerz. Jakob habe allen Grund dazu gehabt, verzweifelt zu sein, aber er wollte nicht, dass „Schmerz“ seine Umstände und sein Leben definiert, und so nannte seinen Sohn Benjamin, was so viel bedeutet wie „Sohn der rechten Hand“, wobei die rechte Hand für Segen, Schutz und Leitung stehe.

„Wie spreche ich über Menschen? Wie nenne ich meine Situation- wie ich sie momentan sehe, oder wie sie in Gottes Augen ist? Glaube bedeutet nicht, etwas zu sehen, wie es gerade ist, sondern wie Gott es sieht!“ rief Bigger den Teilnehmern der Konferenz zu.

Jakob habe immer Namen geändert, und er habe dies durch die Schrift gelernt, da Adams erster Auftrag von Gott war, den Lebewesen und Dingen einen Namen ´zu geben, und zwar, weil dies bedeutungsvoll sei. Jakob nannte einen Ort im Nirgendwo, der Lus hieß, um in „Bethel“, was so viel bedeutet wie „Haus Gottes“. Er nannte seinen Sohn Benjamin statt Ben-Oni.

Wenn wir in einer Krise seien, so Bigger, sehen wir oft nur mehr unseren Schmerz. Am Beispiel des Weinberges erinnerte er an die vier Jahreszeiten, die sich abwechseln und verschiedenartige Auswirkung auf den Garten hätten. Im Frühling sei alles wunderbar, wie wenn man frisch verliebt ist, es gibt neuen Aufbruch. Der Sommer im Weinberg hingegen sei heiß, noch heißer, und langweilig, es gäbe keine Action, kein Wachstum. Gott sagt in dieser Zeit: bleib in mir, halte aus, denn wenn Du bleibst, kommt der Herbst, die Erntezeit, in der es von Herrlichkeit zu Herrlichkeit gehe. Nach jedem Herbst, betonte Bigger, käme der Winter.

Unsere Krisenzeiten verglich der Schweizer Pastor in weiterer Folge mit den Jahreszeiten Sommer und Winter. Es gäbe „Ben-Oni“- Momente, wo wir Gott nicht verstehen, wenn wir aber bei Ihm bleiben, dann kommt wieder der Frühling oder der Herbst. Jedes Mal wenn man in so einer Situation wäre, würde man denken, dass es nie vorbei geht, aber so Bigger: „Jeder Test wird zu einem Testimonial“. In der Winterzeit sei es von großer Wichtigkeit, wie wir sprechen. „Das was ich sage und ausspreche, beginne ich auch zu glauben!“

Gottes Segen sei unlimitiert, folgerte Bigger weiter, und begann, immer mehr klares Wasser in das blau eingefärbte Glas zu gießen, das noch vor ihm stand, um zu verdeutlichen, dass durch diesen überfließenden Segen Gottes das gesamte Wasser mit der Zeit wieder klar werde.

„JAKOB begrub Rahel. Und einen Vers weiter zog ISRAEL weiter, wie wir in der Bibel lesen, und von dem Tag an wird er nur mehr Israel genannt!“ rief Bigger den Konferenzteilnehmern zu.

„Gott kämpft für mich“ ist eine Bedeutung Israels, Jakob lebte von nun an in diesem Bewusstsein, und dadurch konnte er aufbrechen. „Glauben wir, dass Gott für uns kämpft?“, fragte der Pastor. „Wie sehe ich Menschen, Situationen, Dinge- wir entscheiden selbst, wie wir unsere Situation benennen!“

Am Ende seines Impulses angelangt forderte Leo Bigger alle Zuhörer dazu auf, die Augen zu schließen und kurz darüber nachzudenken, wie wir bisher über unseren Ehemann, Eltern, Freunde, Krankheiten, Situationen gedacht hätten. Die Teilnehmer sollten daran denken, dass Gott Himmel und Erde mit Seinen Worten erschaffen hat, und dass Er auch eine Vision für jedes einzelne Leben der Teilnehmer habe.

Bigger betete mit allen Anwesenden dafür, Schmerz loslassen zu können und aussprechen wie Gott jeden Einzelnen sähe. Am Schluss gab es noch die Einladung dazu, kurz auch für einander dafür zu beten, dass sich Gottes Vision und Plan für jeden erfüllt.

#MEHR2018 - Impuls von Leo Bigger, Gemeindeleiter der ICF/Schweiz








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