14 August 2017, 08:30
'Israels Rechtssystem ist arabischen Staaten überlegen'
 
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Saudischer Kolumnist äußert in Zeitungsartikel Bewunderung für das israelische Rechtssystem. Besonders beeindruckt zeigt er sich von der Verurteilung ranghoher Politiker im „zionistischen Gebilde“, das er eigentlich als den „Unterdrücker“ bezeichnet

Riad (kath.net/Israelnetz) Israel ist arabischen Staaten in vielen Bereichen überlegen – auch im Rechtssystem. Diese Aussage kommt nicht etwa von Israelfreunden, sondern von einem Kolumnisten aus Saudi-Arabien. In einem Zeitungsartikel hat er auf Haftstrafen verwiesen, die gegen ranghohe israelische Politiker wie Ehud Olmert und Mosche Katzav verhängt wurden.

Die Kolumne erschien am 19. Juli in der saudischen Tageszeitung „Al-Dschasirah“ – nicht zu verwechseln mit dem katarischen Sender „Al-Dschasira“. Das israelisch-amerikanische Medienbeobachtungsinstitut MEMRI hat Abschnitte aus dem arabischen Text ins Englische übersetzt. Demnach schreibt Jasser al-Harbasch: „Wenn ein Bürger sicher ist, dass er in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Arbeitsplatz und Lebensbedingungen erhält, was er verdient, kann er sich auf die Freizeit konzentrieren und seinem Heimatland das Beste anbieten entsprechend seinen Begabungen und Fähigkeiten. Deshalb sind manche Gesellschaften anderen überlegen, es ist das Geheimnis hinter dem Vorteil des zionistischen Gebildes gegenüber seinen Nachbarn.“

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Dann kommt der Saudi auf die genannten israelischen Politiker zu sprechen: „Ehud Olmert war Premierminister von Israel und davor Bürgermeister von Jerusalem, aber diese Geschichte des Dienstes für das Volk half ihm nicht, als er wegen Fälschung und Betrugs verurteilt wurde. Er wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Vor Olmert haben sie den Präsidenten ihres Landes, Katzav, wegen sexueller Belästigung einer Angestellten seines Büros inhaftiert, als er wegen Vergewaltigung verurteilt wurde.“

Dass der frühere Premier Olmert trotz seiner Verdienste um das israelische Volk inhaftiert wurde, zeugt nach Ansicht des Saudis von einer gerechten Justiz

Wenn ein Bürger sehe, dass eine der ranghöchsten Figuren ins Gefängnis kommt, könne er der Welt sagen: „Wir haben hier Gerechtigkeit!“, fährt Al-Harbasch fort und fordert seine Leser auf: „Aber untersuchen Sie unsere Gesellschaft und vergleichen Sie sie mit der unserer Nachbarn. Als ich den früheren jüdischen Premierminister in seiner kleinen Zelle sah (aus der er freigelassen wurde, nachdem er zwei Drittel seiner Strafe verbüßt hatte), schaute ich weg, nicht, weil ich ihn bedauerte, sondern weil es mich an den Unterschied zwischen der Gerechtigkeit in der Gesellschaft des Unterdrückers und der Ungerechtigkeit in den Gesellschaften der Opfer erinnerte, die sie umgeben.“ Mit dem Unterdrücker ist Israel gemeint, mit den Opfern die arabischen Länder.

Kein Araber kann Israel anklagen

Die israelische Gesellschaft sei durch Solidarität gekennzeichnet und beruhe auf strenger Anwendung des Gesetzes, heißt es weiter. Dies ermögliche es, die internationalen Behauptungen zu ignorieren, dass sich Israel gegenüber anderen Völkern ungerecht und diskriminierend verhalte. Das Land „wird von der Welt immer als ehrenhaft betrachtet, wegen der schlechten Lage seiner Nachbarn, von ihrer Rückständigkeit in den Wissenschaften bis hin zu ihrer Klassendiskriminierung und den zerstörerischen internen Kriegen“.

Al-Harbasch folgert: „Kein arabischer Jurist kann ein internationales Forum von der Stichhaltigkeit des palästinensischen arabischen Problems überzeugen. Denn ein Jude des niedrigsten Status, der anwesend ist, wird fragen: Wie können Sie es wagen, Israel der Ungerechtigkeit zu beschuldigen angesichts der vorherrschenden Situation in Ihren arabischen Gesellschaften?“ Der Anblick von Olmert, „einem ehemaligen Premierminister, der sein Haupt in der Einzelhaft beugt, nur wegen Unterschlagung, enthüllt den Unterschied zwischen Solidarität einerseits und Terror und Chaos andererseits, zwischen Sieg und Niederlage“.

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