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Nahost-Bischöfe fordern USA und Iran zum Dialog auf

15. August 2018 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Abschlusserklärung der Bischofsversammlung der Chaldäischen Kirche: "Kriege und Sanktionen führen nur zu negativen Resultaten, die Konsequenzen haben die Schuldlosen zu tragen, wie sich im Irak und in Syrien gezeigt hat"


Bagdad-Wien (kath.net/KAP) Mit der Einladung zu Gebet und gemeinsamer Anstrengung für den Frieden in Syrien und im ganzen Nahen Osten ist die Jahrestagung des Heiligen Synods der chaldäisch-katholischen Kirche zu Ende gegangen. Die chaldäischen Bischöfe setzten sich intensiv mit der Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran auseinander, weil von dieser Entwicklung die Gesamtlage im Nahen Osten und damit auch die Situation der Christen zutiefst betroffen sei. Ausdrücklich warnen die chaldäischen Bischöfe vor Sanktionen und Strafaktionen, von denen vor allem die Zivilbevölkerung betroffen sei: "Kriege und Sanktionen führen nur zu negativen Resultaten, die Konsequenzen haben die Schuldlosen zu tragen, wie sich im Irak und in Syrien gezeigt hat". Auch zwischen Washington und Teheran müsse der Weg des Dialogs und der Diplomatie gegangen werden, um die Probleme zu lösen, fordern die Bischöfe.


Die Jahrestagung hatte unter der Leitung des Kardinal-Patriarchen Louis Raphael Sako (Foto) in Bagdad stattgefunden. Die Region brauche einen "stabilen und dauerhaften Frieden", heißt es in der Abschlusserklärung der Tagung, wie die Stiftung Pro Oriente am Mittwoch berichtete.

Im Hinblick auf den Irak halten die Bischöfen fest, dass sich die christliche Gemeinschaft des Landes nach den "wilden Verfolgungen durch die IS-Terroristen" in einem "langsamen Prozess des Wiederaufbaus" befinde. Von entscheidender Bedeutung sei die Stärkung der nationalen Einheit im Irak, daher unterstütze die Kirche jene Politiker, die dafür arbeiten. Ebenso wichtig sei ein Wirtschaftsaufschwung, um die Arbeitslosigkeit, vor allem unter der Jugend, zu überwinden. Für einen solchen Aufschwung sei der Kampf gegen die Korruption eine Voraussetzung. Die Bischöfe hoffen auf die Bildung einer starken Regierung der nationalen Einheit, die alle Bürgerinnen und Bürger auf der Grundlage von Freiheit, Demokratie und Respekt des Pluralismus gleich behandelt.

Vor allem müsse sich die neue Regierung in Bagdad ernsthaft um die Rückkehr der - vor allem aus der Ninive-Ebene - vertriebenen christlichen Familien bemühen, betonen die chaldäischen Bischöfe. Notwendige Voraussetzungen seien Sicherheitsgarantien, der Wiederaufbau der Infrastruktur und die großzügige Förderung der pastoralen, sozialen und humanitären Initiativen. An die Christen appellieren die Bischöfe, dass sie sich in dieser schwierigen Situation "geduldig und standfest" erweisen sollen.

Die Erklärung der chaldäischen Bischöfe schließt mit Glückwünschen an die "muslimischen Brüder und Schwestern" aus Anlass des ab 21. August bevorstehenden Opferfestes (Id al-Adha).

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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