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Kardinal: Papst-Schreiben ist Grund für Spaltung unter Bischöfen

16. Jänner 2017 in Weltkirche, 34 Lesermeinungen
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Alt-Erzbischof von Bologna, Caffarra: Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene ohne Verpflichtung zu sexueller Enthaltsamkeit hieße, "dass Ehebruch nicht an und für sich schlecht ist". Jetzt mit kath.net-eigener Übersetzung von Auszügen!


Rom (kath.net/KAP)
Kardinal Carlo Caffarra hat seine Forderung an Papst Franziskus verteidigt, bestimmte Positionen zur Ehemoral klarzustellen. Die "Spaltung unter den Bischöfen" sei nicht Folge des Briefs von Caffarra und drei weitere Kardinälen an den Papst, sondern dessen Grund, sagte der emeritierte Erzbischof von Bologna der Zeitung "Il Foglio" am Wochenende. "Nur ein Blinder kann leugnen, dass die Kirche in großer Verwirrung ist", so Caffarra wörtlich.

Der Kardinal wandte sich gegen eine erleichterte Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion, auch wenn dies von manchen Bischöfen so gelehrt werde. Wenn Personen in einer kirchenrechtlich illegalen Beziehung Sakramente empfangen könnten, ohne sich zuvor zu sexueller Enthaltsamkeit zu verpflichten, müsse man "auch lehren, dass Ehebruch nicht an und für sich schlecht ist". Dies sei "eine einfache Frage der Logik".

Caffarra, früherer Professor für Moraltheologie und von 1981 bis 1995 Leiter des päpstlichen Instituts für Ehe- und Familienfragen, hatte gemeinsam mit den deutschen Kardinälen Walter Brandmüller und Joachim Meisner sowie dem US-Amerikaner Kardinal Raymond Leo Burke vom Papst die Klärung bestimmter Aussagen in seinem Schreiben "Amoris laetitia" zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen verlangt. Der Brief wurde im November veröffentlicht und sorgt seither für Diskussion.

"Schwere Pflicht, Papst zu beraten"

Caffarra sagte dem "Foglio", für die Kardinäle sei es "die schwere Pflicht, den Papst bei der Leitung der Kirche zu beraten". Eine Kirche, die der eigenen Lehre wenig Beachtung schenke, sei "keine pastoralere, sondern eine ignorantere Kirche". Dies hieße "die seelsorgliche Praxis auf dem Gutdünken gründen", so der Kardinal.

Im Zentrum der Debatte um die Situation wiederverheirateter Geschiedener in der katholischen Kirche steht die Fußnote 351 im Papstschreiben "Amoris laetitia", die von manchen Interpreten als Öffnung gesehen wird. Caffarra nannte den Passus "zweideutig". Es sei zu prüfen, ob die betreffende Aussage "im Widerspruch zur vorhergehenden Lehre der Päpste zu dieser Frage stehe oder nicht".

Nach seiner eigenen Auffassung könne die seelsorgliche Hilfe nur darin liegen, die Betreffenden zu der Einsicht zu führen, "dass sie sich in einer Situation befinden, in der sie die Eucharistie nicht empfangen können". Zu einer möglichen Gewissensentscheidung sagte Caffarra, wer einer Person rate, ihrem Gewissen zu folgen, ohne zugleich die Suche nach der "Wahrheit des Guten" zu verlangen, gebe ihr "die zerstörerischste Waffe ihrer Menschlichkeit" in die Hand.

Kath.net bringt einige Auszüge aus dem Interview in einer eigenen Übersetzung - COPYRIGHT der Übersetzung liegt bei kath.net!

„Ich glaube, dass verschiedene Dinge geklärt werden müssen. Der Brief – und die dubia – ist das Ergebnis einer langen Reflexion, über Monate hinweg, und er wurde lange unter uns diskutiert. Was mich betrifft, ist er auch lange vor dem allerheiligsten Sakrament durchbetet worden“.

„Wir waren uns bewusst, dass die Geste, die wir uns anschickten zu tun, sehr ernst war. Wir hatten zwei Sorgen. Die erste bestand darin, den Kleinen im Glauben kein Ärgernis geben, Für uns Hirten ist dies eine Grundpflicht. Die zweite Sorge war, dass keiner, weder ein Gläubiger noch ein Nichtgläubiger, im Brief Ausdrücke finden konnte, die im Entferntesten auch als das geringste Fehlen an Respekt gegenüber dem Papst klingen konnten. Die endgültige Fassung des Textes ist also die Frucht einer Vielzahl von Revisionen: revidierte, verworfene, korrigierte Texte“.

„Was hat uns zu dieser Geste gebracht? Eine allgemein estrukturelle und eine kontingente - konjunkturelle Erwägung. Beginnen wir mit der ersten. Es gibt für uns Kardinäle die schwere Pflicht, den Papst bei der Regierung der Kirche zu beraten. Das ist eine Pflicht, und die Pflichten sind verbindlich. In einem kontingenteren Sinn dagegen besteht die Tatsache – die nur ein Blinder leugnen kann –, dass es in der Kirche eine große Verwirrung, Ungewissheit, Unsicherheit gibt, die von einigen Paragraphen von „Amoris laetia“ verursacht worden sind. In diesen Monaten geschieht es, dass – hinsichtlich derselben Grundfragen, die die Ökonomie der Sakramente (Ehe, Beichte und Eucharistie) und das christlichen Leben betreffen – einige Bischöfe A gesagt haben, während andere das Gegenteil von A behaupten. Dies in der Absicht, dieselben Texte zu interpretieren. “

„Und das ist eine unleugbare Tatsache, denn die Tatsachen sind dickköpfig, wie David Hume sagte. Der Ausweg aus diesem „Konflikt der Interpretationen“ bestand darin, auf die interpretativen theologischen Grundkriterien zurückzugreifen. Wenn man diese nutzt, so kann man, wie ich denke, in vernüntiger Weise zeigen, dass „Amoris laetitia“ nicht im Widerspruch zu „Familiaris consortio“ steht. Bei öffentlichen Begegnungen mit Laien und Priestern habe ich immer diese Linie verfolgt. “

„Doch dies reichte nicht. Wir sind uns darüber klar geworden, dass dieses epistemologische Modell nicht ausreichend war. Der Gegensatz zwischen diesen beiden Interpretationen bestand weiter. Es gab nur einen Weg, um dieses Problem zu lösen: den Autor des Textes, der in zwei einander widersprechenden Weisen interpretiert wird, danach zu fragen, was die richtige Interpretation ist. Es gibt keinen anderen Weg. In der Folge stellte sich das Problem der Art und Weise, wie man sich an den Papst wenden sollte. Wir haben einen in der Kirche sehr traditionellen Weg gewählt, den Weg der sogenannten ‚dubia’“.

„Das Problem besteht in seinem Kern darin: Kann der Spender der Eucharistie (in der Regel der Priester) die Eucharistie einem Menschen geben, der more uxorio mit einer Frau oder einem Mann zusammenlebt, die oder der nicht die Ehefrau oder der Ehemann ist und die oder der nicht die Absicht hat, enthaltsam zu leben? Es gibt nur zwei Antworten: ja oder nein. Des weiteren kann keiner in Frage stellen, dass Familiaris consortio, Sacramentum unitatis, der Kodex des Kanonischen Rechts und der Katechismus der Katholischen Kirche auf die genannte Frage mit ‚nein’ antworten. Ein Nein, das solange gilt, bis der Gläubige nicht den Zustand des Zusammenlebens more uxorio aufgibt. Amoris laetita hat gelehrt, dass der Gläubige unter gewissen und präzisen Umständen und nach einem gewissen Weg zur Kommunion gehen könnte, ohne sich der Enthaltsamkeit zu verpflichten? Es gibt Bischöfe, die gelehrt haben, das dies möglich ist. Aus einem einfachen Grund der Logik muss man dann auch lehren, dass der Ehebruch kein Übel an und für sich ist. Es gehört hier nicht dazu, sich auf die Unwissenheit oder den Irrtum hinsichtlich der Unauflöslichkeit der Ehe zu berufen: eine leider sehr verbreitete Tatsache. Diese Berufung hat einen interpretativen und keinen Orientierung gebenden Wert. Es muss dies als Methode genutzt werden, um die Schuldhaftigkeit der bereits vollzogenen Handlungen zu unterscheiden, aber es kann dies kein Prinzip für Handlungen sein, zu denen es erst noch kommt“.

Copyright des Berichts (nicht der Übersetzung!) by 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS

Foto:(c) Chiesa di Bologna


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Lesermeinungen

 T. Ehrhart 19. Jänner 2017 
 

@ bernhard_k

Weiß man warum sich jemand scheiden ließ und noch nicht wieder eine Ehe einging? Das kann schwere Günde haben.
Zu entscheiden ob dies Sünde ist oder nicht, liegt in der Meinung Gottes und nicht in der Meinung seines Bodenpersonals oder Kommendatoren.
Hat nicht Jesus selbst, sinngemäß, gesagt das ihm ein Süder der sich zu ihm bekennt lieber ist als zehn Gerechte?
Menschen von der Eucharistie auszuschließen ist ein richten über andere. Ob diese Person die Eucharistie berechtigt empfängt oder nicht, entscheidet der Herr im Himmel und sonst niemand. Daher hat kein Mensch das Recht jemand von der Eucharistie auszuschließen.


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 bernhard_k 19. Jänner 2017 
 

@ T. Erhardt

Kommen wir doch wieder auf das eigentliche Thema zurück:

Wo genau liegt denn - Ihrer Meinung nach - Kardinal Caffarra falsch?

Und übrigens: konservative Katholiken richten niemals den Sünder, das allein kann nur Gott!

Es geht vielmehr um die Frage. "Was ist Sünde?" "Richten" ist etwas ganz anderes ...


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 SCHLEGL 19. Jänner 2017 
 

@ T. Ehrhart

Wenn da so mancher, von dem Sie hier ganz richtig geschrieben haben, von seinem Sofa aufstehen würde und in derselben Intensität in seiner Pfarre, oder in einer kirchlichen Gruppe aktiv mitarbeiten würde, wäre vielen Seelsorgern wirklich geholfen! Nur mit Jammern und Kritik geht gar nichts weiter, im Gegenteil man vergiftet das Klima.Msgr. Franz Schlegl


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 T. Ehrhart 18. Jänner 2017 
 

Das beschreibt die Meinung vieler hier!

„Die müden Christen, die Christen, die keine Lust haben, voranzugehen, die Christen, die nicht kämpfen, um die Dinge zu tun, die etwas ändern, die neuen Dinge, die Dinge, die allen gut täten, wenn sie sich ändern würden. Sie sind müde, die geparkten Christen: sie haben in der Kirche einen schönen Parkplatz gefunden. Und wenn ich sage ‚Christen’, dann meine ich Laien, Priester, Bischöfe... alle. Ja, da gibt es nicht wenige geparkte Christen! Für sie ist die Kirche ein Parkplatz, der das Leben beschützt, und sie machen mit allen möglichen Versicherungen weiter. Doch diese stillstehenden Christen – sie lassen mich an etwas denken, das die Großeltern zu uns Kindern sagten: ‚Passt auf, das stillstehende Wasser, das Wasser, das nicht fließt, ist das erste, das schlecht wird’“.

Was den Christen mutig werden lasse, sei die Hoffnung, während die müden Christen keine Hoffnung hätten, „sie sind in Rente“, so Franziskus.

Sehr Ihr Euch darin? Ich schon!


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 T. Ehrhart 18. Jänner 2017 
 

Übertrieben konservative Meinungen

Zu den konservativen Äusserungen hier kann ich nur sagen:
"Richtet nicht, auf das Ihr nicht gerichtet werdet!"
Dafür fehlt mir leider das Verständnis.


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 Chris2 17. Jänner 2017 
 

Die "AL-Fraktion"

disqualifiziert sich selbst, da sie zum einen die Worte Jesu übergeht und zum anderen die Frage nach Schuld und Verantwortung (auch in der Zukunft) völlig außen vor lässt. Jedem selbst zu überlassen, ob er/sie 'würdig ist', obwohl vielleicht die eigenen Kinder und der verlassene Ehepartner gerade verzweifeln oder gar verhungern, ist geradezu ein Verbrechen an ihnen und an den Sakramenten. Hätte man über das Herrenwort "außer bei Ehebruch" debattiert, ok. Aber diesen Ausverkauf, diesen "Sale", kann man durchaus französisch aussprechen...


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 Montfort 17. Jänner 2017 

@IMEK - Danke für den höchst aufschlussreichen Artikel

zu Fußnote 329 von AL, den Sie verlinkt haben! Er unterstreicht meinen Eindruck: die Veränderung der Lehre, die Zerstörung von Ehe und Familie und des sakramentalen christlichen Lebens wird über Betrug versucht.


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 Montfort 17. Jänner 2017 

@kreuz - Danke für den Link zum Artikel

Wie es scheint, werden nun die faulen Früchte (siehe Malta, ...) der "Doppel-Betrügersynode" und der Exhortation, die weniger "amoris laetitia" als "amoris perturbatio" verbreitet, wirklich reif. Was nur jedem Menschen zu wünschen ist, dass er der Versuchung, davon zu essen ("sah, dass es kostbar wäre, davon zu essen"), nicht nachgibt.
Dazu ist sicher der hl. Thomas Morus ein guter Fürsprecher, zu dessen Ernennung zum "himmlischen Patron der Regierenden und Politiker" der hl. Papst Johannes Paul II. u.a. sagte: "Wenn die Menschen, Männer und Frauen, auf den Ruf der Wahrheit hören, dann richtet das Gewissen ihr Handeln mit Sicherheit auf das Gute aus." (siehe APOSTOLISCHES SCHREIBEN
ALS "MOTU PROPRIO" ERLASSEN
ZUR AUSRUFUNG DES HEILIGEN THOMAS MORUS
ZUM PATRON DER REGIERENDEN UND DER POLITIKER)


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 kreuz 16. Jänner 2017 

„Eine Last, die die Pfarrer gar nicht tragen können“

interessanter Artikel von Guido Horst (tagespost)verlinkt. Ausschnitt:

.."Für Caffarra hat die Verwirrung um „Amoris laetita“ gerade für die Priester und Beichtväter verhängnis- volle Folgen. Ein Pfarrer habe ihm geschrieben, dass er in der geistlichen Leitung und beim Beichtehören nicht mehr wisse, was er tun solle. Einem Mann, der mit einer geschiedenen Frau zusammenlebe, habe er vorgeschlagen, einen Weg zu gehen, um diese Situation zu korrigieren. Dieser Mann aber habe dann darauf bestanden, so schreibe der Pfarrer, zur Kommunion zu gehen, weil Papst Franziskus es erlaubt habe, die Eucharistie zu empfangen, auch ohne in einer solchen Situation enthaltsam zu leben. Der Priester, so Caffarra, habe ihm dann geklagt, dass die Kirche alles von ihm verlangen könne, nicht aber, sein Gewissen zu verraten."...

www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/bdquo-Eine-Last-die-die-Pfarrer-gar-nicht-tragen-koennen-ldquo;art312,175451


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 Gandalf 16. Jänner 2017 

Es wird jede Woche dramatischer!

Leider )-:


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  16. Jänner 2017 
 

Dubioses Lehramt des Papstes

@kreuz
In AL finden sich einige Passagen von früheren theologischen Spekulationen von Fernandez, langjähriger Freund und jetzt Schreiber des amtierenden Papstes ohne Quellenangabe.

Und dieses missliche Geschreibsel wird uns von `hervorragenden` Theologen wie K. Schönborn und Kasper als Magisterium verkauft.
Fernandez hat seine Karriere allein seinem Freund J. M. Bergoglio zu verdanken. `Fernandez has a track record of distorting papal teaching to match his own theological ideas.`
Prof. Pakaluk weist zurecht auf fehlerhafte Zitate aus dem Konzilsdokument Gaudium et Spes hin, die so nichts in einem päpstlichen Lehrschreiben zu suchen haben. https://www.firstthings.com/web-exclusives/2016/05/the-other-footnote-in-amoris-laetitia


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 kreuz 16. Jänner 2017 

"a key passage of the document

is lifted almost verbatim from a 1995 essay in theology by Archbishop Victor Fernandez -- raising troubling questions about Fernandez's role as ghostwriter.."

Titel eines Artikels siehe link

cruxnow.com/commentary/2017/01/15/ethicist-says-ghostwriters-role-amoris-troubling/


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 Ginsterbusch 16. Jänner 2017 

Es wird Zeit für die Korrektur

sonst macht jeder was er will.


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 Thomas05 16. Jänner 2017 
 

Der von mir hochverehrte Kardinal Caffarra macht darauf aufmerksam,

dass der gegenwärtige Papst lehrt, dass es einen Ehebruch von schwerer Sünde gebe und einen Ehebruch von minderschwerer, also lässlicher Qualität, der den Empfang der Hl. Kommunion trotz der (nicht einmaligen, sondern ja dauerhaften) Irregularität der Situation nicht ausschließe.

Diese neue Lehre verstößt aber eindeutig gegen die Lehrtradition der Kirche, die den Ehebruch immer als malum in se gekennzeichnet hat und keine Gradualität, sondern nur eine Objektivität des Ehebruchs kennt. Die Objektivität der Sache, die nicht individuell zu relativieren ist, hat Papst JP II in Fam. Cons. 84 festgestellt: Es ist jedem Priester verboten bzgl. wiederverheirateter Geschiedener, "aus welchem Grund oder Verwand auch immer, sei er auch pastoraler Natur, irgendwelche liturgischen Handlungden vorzunehmen."

Daran ist auch der amtierende Papst gebunden. Die Frage nach der Ursache des de-facto-Schismas in der römischen Kirche ist somit leicht zu beanworten.


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 Kurti 16. Jänner 2017 
 

Der Papst wollte schon als Bischof in Argentinien nicht

rigoros sein, aber auch nicht gerade liberal. Er hat sich ja einmal dazu geäussert, er lehne die Härte ab. Härte kann aber auch nötige Klarheit und Konsequenz sein, die das Evangelium fordert. Wenn jeder aber nach seiner eigenen psychischen Verfassung Theologie betreiben würde, hätte wir das volle Chaos und gar keine Linie mehr. Andererseits will der Papst auch kirchentreu sein wie er immer wieder betont. Irgendwie passt das alles nicht so richtig zusammen. Jesus selber war ja nötigenfalls ganz eindeutig und knallhart, aber auch andererseits voller Liebe immer da, wo es angebracht war.
Dem Papst fehlt es aber am Unterscheidungsvernögen, was sich auch bei seiner Erörterung mit dem italienischen Atheisten gezeigt hat, wo er das Gewissen ins Spiel brachte. Als ob es keine Unterschiede bei den Gewissen der einzelnen Menschen gäbe. Einer ist sehr im Moralischen sehr gewissenhaft, ein anderer gar nicht. Der heilige Geist aber schärft die Gewissen und um den muss man bitten.


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 Stephaninus 16. Jänner 2017 
 

Fraglich

Also ich kann mir irgendwie nicht helfen, aber das ganze "Durcheinander" besteht doch schon seit Jahrzehnten und nicht erst seit AL. Im Übrigen: Sind solche öffentlichen Äusserungen von Kardinälen nicht auch dazu angetan, Spaltung zu befördern?


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 kreuz 16. Jänner 2017 

danke @ Katholik

für die Daten-Korrektur.
die habe ich so übernommen, ohne nachzuprüfen.
Kard. Cafarra wurde 1995 zum Erzbischof geweiht, und erst 2003 war er EB von Bologna.
1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Experten für Ehe- und Familienfragen auf der Bischofssynode und zum Leiter des Päpstlichen Instituts „Johannes Paul II. für Studien über Ehe und Familie“

im Zuge dieser Ernennung nahm er -über Seinen damalg. EB von Bologna- mit Sr. Lucia Kontakt auf, die mit langem Brief antwortete.

http://www.catholicnewsagency.com/news/fatima-visionary-predicted-final-battle-would-be-over-marriage-family-17760/

vielleicht mag kathnet die GEschichte von Kard. Cafarra einmal als Artikel bringen?

de.wikipedia.org/wiki/Carlo_Caffarra


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 Veritasvincit 16. Jänner 2017 

Klerikale Überheblichkeit oder Sorge um das Evangelium?

Der Papst hat schon oft die klerikale Überheblichkeit gegeisselt und er hat genug Grund dazu. Wenn er aber meint, die Dubia entsprängen einer solchen Haltung, wie es den Anschein macht, liegt er doch wohl falsch. Ein Papst sollte zwischen den beiden Haltungen zu unterscheiden wissen. Sein Umgang mit den Mitarbeitern der Glaubenskongregation lässt vermuten, dass er selbst von der Überheblichkeit befallen ist.


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 Katholik 16. Jänner 2017 

Originaltext auf Italienisch. Lohnt sich!

Den ganzen Artikel, wenn auch in schlechter Formatierung und auf Italienisch gibt es im Netz unter "weiter". Mehrere Seiten, aber es lohnt sich!

ilsismografo.blogspot.de/2017/01/italia-solo-un-cieco-puo-negare-che.html


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 Katholik 16. Jänner 2017 

Card. Carlo Caffarra

@ Kreuz. Kard. Caffarra (geb. 1938) war 1980 Priester und Theologieprofessor. Erzbischof ab 1995 und ab 2003 in Bologna (siehe: "weiter"). Er ist aber sicher einer der besten katholischen Moraltheologen und hat ganz eng mit Johannes Paul II. zusammengearbeitet.

www.catholic-hierarchy.org/bishop/bcaffarra.html


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 Bankster 16. Jänner 2017 

großartige Worte von Kardinal Caffarra

besonders der untere Teil des Artikels mit den Originalworten des Kardinals ist genial! Man sollte den ganzen Text lesen! Das ist die beste Erklärung der Dubia und ein demütiges und würdevolles Zeugnis eines besorgten Kirchenfürsten!


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 Sebi1983 16. Jänner 2017 
 

Ein Wahnsinn!

Der Zustand, in dem sich unsere Kirche befindet, ist nur noch zum Weinen. Wie konnte es so weit kommen, dass derjenige, der für Einheit der Kirche und für die Eindeutigkeit der Lehre verantwortlich ist, selbst zum Grund für Spaltung und Unklarheit wird? Zum Verzweifeln!


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 Magdalena77 16. Jänner 2017 

@Berhard Joseph

Vielen Dank für Ihre wie immer sehr lesenswerten Überlegungen!

Ich wollte noch hinzufügen, dass die Relativierung von Sünden und, im weltlichen Sinne, von Vergehen und Verbrechen nicht selten dazu führt, dass der Täter am Ende als das eigentliche Opfer dasteht, dass das oder die Opfer völlig unter den Teppich gekehrt werden und schlussendlich auch noch diejenigen angegriffen werden, die es wagen, an die Opfer zu erinnern und die Sünde eine Sünde zu nennen! So geschieht es zurzeit sowohl vor weltlichen Gerichten, als auch bei der Einschätzung von moralischen Fragen durch unsere Kirchenhierarchie.


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 Michmas 16. Jänner 2017 
 

Zu AL

gibt es eine Heft:Klärungsbedarf zur Vermeidung einer allg. Verwirrung zu beziehen bei der Petrusbruderschaft.


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 Bernhard Joseph 16. Jänner 2017 
 

Die Standhaftigkeit der vier Kardinäle gibt Hoffnung

Solange die Dubia der vier Kardinäle unbeantwortet im Raum stehen, kann im Vatikan noch so oft die Rede davon sein, dass AL alle Fragen beantworte, es bleibt die Tatsache, dass derzeit keine(!) Einheit in der Kirche bezüglich der Lehre besteht und damit Katholizität im Kern infrage gestellt ist.

Sicher würden progressive Kräfte gerne so tun, als sei die Sache entschieden, sie ist es aber nicht und solange die Kardinäle ihre Zweifel aufrechterhalten, ist die Wahrheit gegen wilde Interpretationen geschützt. Offensichtlich haben die Kardinäle Kasper, Lehmann und Danneels einfach den Heiligen Geist vergessen, als sie dem Papst eine neue Ehepastoral anempfahlen, die dem Wort Jesu, der doch die Wahrheit ist, entgegenstehen könnte, sofern keine Klarheit geschaffen ist.

Wir dürfen also dankbar sein, dass die vier Kardinäle den Dissens öffentlich gemacht haben, da so jeder Versuch, im Wege der Verschleierung die Lehre zu ändern, zum Scheitern verurteilt ist.


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 Bernhard Joseph 16. Jänner 2017 
 

Verehrter Stefan Fleischer,

auch ich kann mich an ein Gespräch vor einigen Tagen mit Freunden erinnern, bei dem es um Stehlen ging und ob man durch Unachtsamkeit respektive mangelnde Obhut seines Eigentums Diebe zum Diebstahl quasi einlädt.

Einer der Diskutanten sagte dann in sehr erfrischender Weise, wir lebten ja heute wahrlich in absurden Zeiten, den es spiele doch beim Diebstahl des Portemonnaies überhaupt keine Rolle ob z.B. der Wagen, in dem es lag, abgeschlossen war oder nicht, da der Dieb doch in jedem Fall wisse, dass ihm das Portemonnaie nicht gehöre. Diebstahl sei Diebstahl - Punkt. Wer fremdes Eigentum entwende, tue dies immer im Wissen, dass er dazu kein Rehct hat.

Mich hat diese klare Aussage darum erstaunt, weil wir ja heute gewohnt sind, alles endlos zu diskutieren und zu beleuchten und Sünden immer in einen Kontext zu setzen, der sie letztendlich relativiert, wenn nicht gar aufhebt. Damit wird die schlechte Handlung selbst tatsächlich zum Verschwinden gebracht und somit Wahrheit auch.


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 Stefan Fleischer 16. Jänner 2017 

In einem Gespräch gestern

fiel – in einem ganz anderen Zusammenhang – der Spruch: „Auch eine Notlüge ist eine Lüge.“ Daraus entwickelte sich eine spannende Diskussion über Tatbestand und Schuld, Ursachen, Folgen und Verantwortung, Wiedergutmachung und Busse, menschliche und göttliche Gerechtigkeit und schlussendlich über das Gewissen. Dabei erinnerte auch jemand an die Weisheit der alten Römer: „Niemand ist Richter in seinem eigenen Fall.“
Ich frage mich, sollten wir nicht auch in unsere Frage hier zuerst einmal versuchen uns einen Gesamtüberblick über alle Aspekte zu verschaffen. Wäre das nicht die „katholische – allumfassende“ Art das Problem anzugehen?


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 Rosenzweig 16. Jänner 2017 

FATIMA- 100 JAHRE...

DANKE Ihnen werter @KREUZ
für den aufschlußreichen Hinweis auf den Brief der Sr. Lucia-(Seher- KIND ) an Kard.Carlo Caffara- dem damaligen Erzbischof von Bologna..!
Für mich bedeuten - durch Ihren Hinweis – die klaren - schlicht + einfachen Worte von Kard. Caffara – zudem ein dringender WECKRUF(!)der GOTTESMUTTER von FATIMA – an unseren Hl.VATER, unsere Bischöfe sowie an alle Verantwortlichen in unserer KIRCHE – die SORGE tragen - für den rechten kath.+ apostolischen Glauben.. wie es auch in einem Mess-Kanon gebetet wird!
Darin mögen wir Gläubige + jeder Einzelne im tägl.GEBET + viell. auch Opfer – uns noch inniger + treuer verbinden?!
Immer öfter kommen mir die prophet. WORTE von Reinhold Schneider(1936)ins Herz:”Allein den BETERN kann es noch gelingen(...)"
In dieser Zuversicht vertrauen wir das JETZT + HEUTE - MARIA- der Siegerin in allen Schlachten GOTTES bittend an.


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 Waldi 16. Jänner 2017 
 

Kardinal Carlo Caffarra...

zeigt überdeutlich, dass unsere gute Mutter Kirche aus tiefster Herzenswunde heraus blutet. Ich glaube nicht, dass diese Spaltung unter Bischöfen so bald ein Ende nehmen wird. Im Gegenteil! In den vergangenen Jahren ist der Spaltpilz im Klerus immer deutlicher zutage getreten und wird sein Zerstörungswerk immer weiter fortsetzen. In der Politik kann man als Wähler diesem Trend am Wahltag Einhalt gebieten. In der Kirche geht das nicht, da muss man als Katholik tatenlos zusehen und mit der Mutter Kirche mitleiden. Da muss schon unser Herrgott einmal kräftig dazwischen funken und sein völlig entgleistes Bodenpersonal wieder auf die richtige Schiene bringen!


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 Ehrmann 16. Jänner 2017 

Unklarheiten, die den Glauben nicht betreffen - daher soll keine correktio fraterna möglich sein?

Habe ich die Tagespost richtig gelesen, als sie Kardinal Müller so zitierte? Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe wird mehrfacvh im NT betont. Und wenn auch geschrieben wird, daß daran nicht gerttelt werden soll, so hebt doch die Fußnote diese Sicherheit wieder auf. Das Wort Jesu gilt nicht als Glaubensfundament? Ach ja, ich bin Fundamentalistin. Lobte aber nicht auch Jesus den Felsen als Fundament? Sollen wir jetzt lieber auf Sand bauen?


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 lakota 16. Jänner 2017 
 

Wie wohltuend

sind diese klaren und doch schlichten Worte von Kardinal Caffarra. Ich musste ganz spontan an die Worte Jesu denken: "Habe ich unrecht geredet, weise mir das Unrecht nach. Habe ich aber recht geredet...." Diese Worte von Kardinal Caffarra kann doch keiner ehrlich widerlegen und niemand kann ihm danach eine unlautere Gesinnung unterstellen. Das ist echte Hirtensorge!


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 kreuz 15. Jänner 2017 

Fatima-Jahr

"Die letzte Schlacht zwischen dem Herrn und der Herrschaft Satans wird um die Ehe und die Familie geschlagen.
Jeder, der sich für die Heiligkeit der Ehe und Familie einsetzt, wird in jeder Hinsicht bekämpft und abgelehnt werden, weil das die entscheidenede Frage ist."

(Sr. Lucia dos Santos [*1907, †2005] Seherin von Fatima, 1980 in einem Brief an Kard. Carlo Caffara, den damaligen Erzbischof von Bologna.)


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 Stefan Fleischer 15. Jänner 2017 

Wie viel Streit

könnte doch vermieden werden, wenn unser Heiliger Vater endlich klar und unmissverständlich sagen würde, was mit dieser unglücklichen Fussnote genau gemeint ist, und ganz besonders, was NICHT damit gemeint ist, wie sie NICHT ausgelegt werden darf.


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 Elija-Paul 15. Jänner 2017 
 

Danke!

Es ist gut, wenn die Dinge schlicht und einfach so genannt werden, wie sie sind! Das ist Klarheit! Danke Kardinal Caffarra!


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