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Kardinal Caffarra widerspricht Kardinal Schönborn

13. Juli 2016 in Weltkirche, 117 Lesermeinungen
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Ein neues Dokument müsse stets im Licht der bisherigen Tradition gelesen werden. Das hat mehr Gewicht als die Interpretation der Lehre im Licht eines neuen Schreibens, sagt der frühere Leiter des Päpstlichen Institutes für Studien zu Ehe und Familie.


Rom (kath.net/jg)
Das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ müsse auch im Licht des bisherigen Lehramtes gelesen werden. „Die Logik der lebendigen Tradition der Kirche ist bipolar: Sie hat zwei Richtungen, nicht eine.“ Das sagte Carlo Kardinal Caffarra, der emeritierte Erzbischof von Bologna und ehemalige Leiter des Päpstlichen Institutes für Ehe und Familie zur These von Kardinal Schönborn, die früheren lehramtlichen Äußerungen zu Ehe und Familie müssten nun im Licht von „Amoris laetitia“ gelesen werden. kath.net hat berichtet: Kardinal Schönborn: «Amoris laetitia» ist verbindlich.

Mehr Gewicht habe die Interpretation des jeweils neuen Schreibens im Licht der bisherigen, auf vielen Dokumenten beruhenden Lehre, betonte Caffarra im Interview mit OnePeterFive. Kardinal Schönborn, den er wörtlich als „lieben Freund“ bezeichnete, habe offenbar nicht berücksichtigt, was seit der Veröffentlichung von „Amoris laetitia“ in der Kirche geschehen sei: „Bischöfe und viele Theologen, die treu zur Kirche und ihrem Lehramt stehen, haben eingewandt, dass es in einem besonderen – aber sehr wichtigen – Punkt keine Kontinuität zwischen ‚Amoris laetitia’ und dem bisherigen Lehramt gibt“, sagte Caffarra wörtlich.


„Amoris laetitia“ behaupte, dass sexuelle Kontakte zwischen geschiedenen und zivilrechtlich wiederverheirateten Katholiken unter bestimmten Umständen moralisch legitim sein können. Dies widerspreche der kirchlichen Lehre, dass Ehebruch ein in sich schlechter Akt ist, der keine Ausnahmen erlaube, erläuterte Caffarra.

Papst Franziskus müsse diesen Punkt daher klarstellen, verlangte er. „Wenn ich sage ‚S ist P’ und dann sage ‚S ist nicht P’ dann ist der zweite Satz keine Weiterentwicklung des ersten sondern dessen Verneinung“, sagte Caffarra wörtlich.

Katholiken, die angesichts der Diskussion um die Bedeutung von „Amoris laetita“ verwirrt seien, empfiehlt Kardinal Caffarra die Lektüre und Meditation der Absätze 1601 bis 1666 des Katechismus der Katholischen Kirche (KKK). Jedem der etwas anderes über die Ehe lehre, solle man nicht zuhören. „Sie sind Blinde, die Blinde führen“, sagte Caffarra wörtlich.

Wenig Verständnis hat der Kardinal für den Vorschlag des deutschen Jesuiten Klaus Mertes, die Kirche solle sich mehr für die Rechte von Homosexuellen einsetzen und die „defizitäre Sicht auf Homosexuelle“ aufgeben. Um das durchzusetzen solle die Katholische Kirche davon abgehen, „Sex grundsätzlich mit Fruchtbarkeit“ zu verbinden und mehr „vom Begriff der Nächstenliebe her zu denken“, wie Mertes in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung taz Ende Mai verlangt hatte.

Die Liebe der Ehepartner und die Zeugung von Kindern seien aufeinander hingeordnet, erwiderte Caffarra. Die Möglichkeit der Weitergabe des Lebens sei in den ehelichen Akt „eingeschrieben“. Die eheliche Liebe und das Geschenk des Lebens seien untrennbar. Deshalb hätten die sexuellen Akte als Ausdruck der gegenseitigen Hingabe ihren Ort in der Ehe, die nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden könne, ergänzte er.

Link zum vollständigen Interview mit Carlo Kardinal Caffarra (englisch): onepeterfive.com

Archivfoto Kardinal Caffarra


Foto oben (c) Chiesa di Bologna


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