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Sozialethiker P. Johannes Schasching wird 95 Jahre

6. März 2012 in Chronik, keine Lesermeinung
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Als führender Proponent der Katholischen Soziallehre war er Ratgeber von Päpsten, Bischöfen, Spitzenpolitikern und Wirtschaftsmanagern


Wien (kath.net/KAP) Jesuitenpater em.Prof. Johannes Schasching, einer der führenden Proponenten der Katholischen Soziallehre der vergangenen Jahrzehnte, vollendet am 10. März sein 95. Lebensjahr. Als Ratgeber von Päpsten, Bischöfen, Spitzenpolitikern und Wirtschaftsmanagern genoss der Österreicher internationalen Ruf. Er gestaltete päpstliche Sozialenzykliken wesentlich mit.

1917 im oberösterreichischen St. Roman als Sohn eines Maurers geboren, begann Schasching mit 20 Jahren das Noviziat bei der Gesellschaft Jesu. Er studierte in Pullach bei München, Wien und Innsbruck Philosophie und Theologie. In Innsbruck wurde er 1946 zum Priester geweiht. Anschließend studierte er Sozialwissenschaften in den USA, Belgien und Rom und lehrte bis 1953 in Innsbruck Ethik und Soziologie. Er führte Studien zur Erforschung des tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels durch und publizierte zu Fragen wie "Katholische Soziallehre und modernes Apostolat" sowie "Kirche und industrielle Gesellschaft".


Anfang der 1960er Jahre war Schasching auch Provinzial der österreichischen Jesuiten. Nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils berief ihn Ordensgeneral Pedro Arrupe 1966 nach Rom, er wurde Rektor am Collegium Germanicum und war von 1969 bis 1979 Assistent des Generaloberen für die deutschsprachigen Provinzen. Gleichzeitig lehrte er als Professor für Katholische Soziallehre an der Päpstlichen Universität Gregoriana und versuchte, Theologiestudierende aus aller Welt für die soziale Verantwortung der Kirche zu sensibilisieren.

In Rom arbeitete er mit an der Weiterentwicklung der Katholischen Soziallehre, wie sie in den Rundschreiben "Sollicitudo rei socialis" (1987) und "Centesimus annus" (1991) von Papst Johannes Paul II. Gestalt gewann. Zu diesen Rundschreiben legte P. Schasching auch Kommentare vor.

Schasching blieb in all diesen Jahren seiner Tätigkeit in Rom durch Vortragstätigkeit und pastorale Arbeit seiner österreichischen Heimat verbunden. So hatte er entscheidenden Anteil an der Erarbeitung des Sozialhirtenbriefes der Österreichischen Bischöfe (1990). Nach seiner Emeritierung 1991 kehrte P. Schasching nach Österreich zurück und arbeitete in der Katholischen Sozialakademie Österreichs mit, wobei er mehrere Jahre auch Vorsitzender des Kuratoriums war. In diese Zeit fällt auch seine Mitarbeit in der Vorbereitung des Sozialworts des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (1999 bis 2003).

Ab 1991 lebte P. Schasching in der Jesuitenkommunität in Wien 1, erfreute sich guter Gesundheit und verfolgte mit Interesse die Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft. Ende 2009 übersiedelte er in das Pflegeheim der Schwestern des hl. Karl Borromäus in Wien 18 und verbringt dort seinen Ruhestand.

Für seine Verdienste um ein sach-, menschen- und gesellschaftsgerechtes Wirtschaften wurde er vielfach geehrt, unter anderem mit dem "Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" (1973), dem "Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" (1987) sowie mehreren Ehrendoktoraten.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.

Foto Pater Johannes Schasching SJ: (c) Erzdiözese Wien


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