Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  5. Kirche im Verfall
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  8. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  9. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  10. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  11. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  12. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  13. THESE: Warum die UNO weg muss!
  14. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

David Rosen spricht vor der Synode

14. Oktober 2010 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Rabbiner betont die Fortschritte in den Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum. Die herausragende Rolle Johannes Pauls II. und Benedikts XVI.


Rom (kath.net/as) Am gestrigen Mittwochnachmittag sprach der Berater des Großrabbinats von Israel und Direktor der Abteilung für interreligiöse Angelegenheiten des „American Jewish Committee“, David Rosen, vor der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten. Dabei betonte Rosen, dass Allgemeinplätze über Israel dem Friedensprozess nicht helfen würden. Die Besetzung von palästinensischen Gebieten durch Israel sei eine Folge des Konfliktes, dessen wahre Wurzel darin zu sehen sei, dass die arabische Welt nicht in der Lage sei, einen souveränen nichtarabischen Staat zu dulden.

Rosen äußerte sich auch kritisch gegenüber den arabischen christlichen Gemeinden, die oft Positionen verträten, die hinsichtlich der Beziehungen zu den Juden im Widerspruch zum Lehramt der Kirche stünden. Es käme oft dazu, dass sich diese Christen von der durch die Kirche gewirkte Wiederentdeckung der eigenen jüdischen Wurzeln zugunsten von historischen Vorurteilen absetzten.

Der Rabbiner betonte in seiner Ansprache vor den Synodenvätern die wichtigen Fortschritte in den christlich-jüdischen Beziehungen, dies obwohl weiterhin Schatten verbleiben würden, deren Grund gegenseitige Unkenntnis und Jahrhunderte alte Vorurteile seien.


Einen entscheidenden Punkt für die christlich-jüdischen Beziehungen erkannte Rosen im Besuch Johannes Pauls II. in Israel im Jahr 2000 sowie im Besuch Benedikts XVI. im Jahr 2009, dem gegenüber er besondere Wertschätzung zum Ausdruck brachte. Der Rabbiner zitierte die verschiedenen Dialoge auf institutioneller Ebene, zu denen es in den letzten Jahren zwischen der katholischen Kirche und den jüdischen Organisationen gekommen sei.

Die Situation der christlichen Gemeinden in Israel bildete einen weiteren Punkt der Auseinandersetzungen. Diese sei sehr verschieden im Vergleich mit jener der christlichen Gemeinden, die Teil der palästinensischen Gesellschaft seien. Letztere kämpften für ihre Unabhängigkeit und seien damit unausweichlich in den israelisch-palästinensischen Konflikt verwickelt. Hinsichtlich der in Israel lebenden Christen betonte Rosen die Verantwortung der Juden, um das Wachstum dieser Gemeinen „mitten unter uns“ zu gewährleisten. Die Christen spielten eine für die israelische Gesellschaft besonders wichtige Rolle.

„Das Wohlergehen der christlichen Gemeinden im Nahen Osten stellt nichts weniger als eine Art Barometer für die moralische Verfassung unserer Länder dar“, so der Rabbiner weiter. Die Möglichkeit der Ausübung der bürgerlichen und religiösen Rechte sei immer ein Zeuge für den Gesundheitszustand der jeweiligen Gesellschaften des Nahen Ostens.

Die kritische Frage nach der Zukunft der jüdischen und christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten wird für Rosen entschieden dadurch bestimmt, wie der Begriff des „Dār al-Islām“ (Gebiete unter muslimischer Herrschaft) verstanden werde. Je nach dem, ob der „Dār al-Islām“ in einem geographisch-kulturellen oder einem theologischen Sinn aufgefasst werde, hänge die Zukunft davon ab, ob die Muslime die christliche und jüdische Präsenz als völlig berechtigt und als integralen Bestandteil der Region ansehen würden.

Rosen sprach den Wunsch aus, dass der „neue Frühling in den gegenseitigen Beziehungen“ sowohl im Nahen Osten als auch im Rest der Welt immer deutlicher werde. Er lobte den Dialog zwischen Juden und Christen und erwähnte diesbezüglich die Arbeit der letzten Jahre im „Rat der religiösen Einrichtungen im Heiligen Land“ zur Bekämpfung von Missverständnissen, Bigotterien und Anstiftung von Gewalt. Der Rat beabsichtige auch, die Versöhnung und den Frieden zu fördern, so dass zwei Nationen und drei Religionen in voller Würde, Freiheit und Ruhe im Land leben könnten. Der Rabbiner bezeichnete die christlichen „Peacemakers“ als „gesegnet“ und brachte die Hoffung zum Ausdruck, dass das Problem der Visapflicht für Ordensleute, die nach Israel einreisen wollen, definitiv gelöst werde.

Rosen gestand zu, dass sich die Gesellschaft Israels bis vor kurzem nicht der tiefen Veränderungen in den Beziehungen zwischen Katholiken und Juden bewusst gewesen sei. Gleichzeitig beklagte er, dass es in einigen Ländern Priester und auch Bischöfe gäbe, die sich nicht nur durch Unkenntnis des heutigen Judentums auszeichneten, sondern auch bezüglich der Aussagen des II. Vatikanischen Konzils zu den Beziehungen zwischen Katholiken und Juden.

Abschließend zitierte Rosen das Gebet Papst Benedikts XVI., das dieser am 12. Mai 2009 an der westlichen Klagemauer von Jerusalem gesprochen und während seines Besuches in der Synagoge zu Rom (17. Januar 2010) wiederholt hatte:

„Sende deinen Frieden ins Heilige Land, in den Nahen Osten, in die ganze Menschheitsfamilie; bewege die Herzen derer, die deinen Namen anrufen, damit sie demütig den Weg der Gerechtigkeit und des Erbarmens gehen“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Yohanan 14. Oktober 2010 

zu Deutsch

Oremus et pro Judaeis (lateinisch)=Beten wir auch für die Juden
Schalom al Jeruschalayim we Roma (hebräisch)= Friede über Jerusalem und Rom

Viele Grüße!


0
 
 GvdBasis 14. Oktober 2010 

Bitte auch auf Deutsch

Was heißt denn bitte \"... ludaeis\" und \"... al Jeruschalayim we Roma\"? al? we?


0
 
 Yohanan 14. Oktober 2010 

Eine wichtige Rede!

Ja, wir Christen sitzen mit den Juden in einem Boot! Unsere Gemeinschaft ist unausweichlich geborgen in der Dynamik der Bibel. Möge diese gefundene Gemeinschaft - eines der wichtigsten Ergebnisse des Vat II - gestärkt und vervollkommnet werden.
Schalom al Jeruschalayim we Roma!


0
 
  14. Oktober 2010 
 

Oremus et pro Iudaeis.

Alles andere ist völlig sinnlos (siehe besonders drittletzter Absatz).


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bischof Mixa

  1. Augsburger Bischof Mixa zieht Internetpläne zurück
  2. Matthias Kopp über 'Mixa-Comeback' 'mächtig irritiert'
  3. Bischof Zdarsa möchte Aufgabe in der Weltkirche für Bischof Mixa
  4. Die 'freundlichen Worte' der Schwester Beda Rauch
  5. 'Jetzt werde ich halt Ihr Kaplan'
  6. Papst Benedikt XVI. hat daraufhin gehandelt
  7. Staatsanwaltschaft stellt Vorermittlungen gegen Bischof Mixa ein
  8. Missbrauchs-Verdacht gegen Mixa nicht bestätigt
  9. 'Ich habe Sie nicht belogen'
  10. 'Nie von Tätlichkeiten gehört oder erlebt'







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  5. Der Tod der Theologie in Deutschland
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Kirche im Verfall
  9. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  10. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  11. „In unendlicher Liebe durch das Leben geführt“
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  14. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz