Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  6. Es gibt keine zweite Chance mehr
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  9. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  10. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  11. Technisch brillant, geistig obdachlos
  12. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  13. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. "Ich glaube, dass ich glaube"

Ein notwendiger Realitätscheck

9. August 2010 in Buchtipp, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine Rezension von Nathanael Liminski über das neue Buch von Andreas Püttmann, "Gesellschaft ohne Gott". Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands


Köln (kath.net)
Fakten, Fakten, Fakten – nur das zählt für den Autor dieses Buches, den Bonner Politikwissenschaftler Dr. Andreas Püttmann, immer dort, wo andere sich wahlweise in Tagträumereien über zunehmend erstarkende Religiosität oder in nihilistischen Begräbnisreden für die gesamtgesellschaftlich unwirksam gewordene Christenheit ergehen.

Der Publizist zahlreicher Artikel, Aufsätze und Buchbeiträge zu verschiedenen Fragestellungen rund um Kirche und Politik wertet in seiner neuesten Studie „Gesellschaft ohne Gott“ viele repräsentative Umfragen zu Rechtsbewusstsein, Wertorientierungen und Glaubensüberzeugungen aus. Der aufmerksame Leser findet seine Freude daran, wie Püttmann die in den letzten Jahren veröffentlichten Studien zur vielerorts prognostizierten „Renaissance des Glaubens“ auf ihre Machart und damit ihren Aussagewert hin kritisch untersucht. Selbst die knappste Zusammenfassung der Ergebnisse führt dabei zwangsläufig zu etwas langatmigen Beweisführungen in manchen Kapiteln, was jedoch wiederum Voraussetzung dafür ist, dass man mit Fug und Recht von einer Studie sprechen kann. Die auf diese Weise wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung setzt sich wohltuend von den leider viel zu zahlreich publizierten gesellschaftspolitischen Pamphleten in der jüngst erschienen Literatur zum Themenfeld Zukunft der Kirchen und Wertorientierung in der Politik ab.


Püttmann baut seine Studie gleich einer medizinischen Untersuchung auf: In seiner faktenstarken Diagnose weist der Sozialwissenschaftler sowohl im großen Rahmen als auch im Detail nach, inwiefern sich die Kirchen in Deutschland „in einem Prozess der geistlichen Auszehrung, der Verdunstung des Glaubens, der Schrumpfung der Gemeinden“ und „der Vertrauenskrise als gesellschaftlicher Institution“ befinden. Püttmann bleibt jedoch nicht bei der Beschreibung stehen, sondern deutet aus, welche Prognose sich für die Kirchen und mit ihnen für die Gesellschaft aus einem solchen Befund heraus ergibt. Mutig benennt der Autor die seiner Ansicht nach selbstgemachten Beiträge zur Krise der Kirchen, nämlich eine allzu starke Neigung, dem Zeitgeist nachzulaufen und die die Fixierung auf Themen (Stichwort „Sexualmoral“), die nicht den Kerngehalt der christlichen Botschaft ausmachen.

Hin und wieder kommt der diskussionsfreudige Journalist bei seiner Analyse jedoch zu Schlussfolgerungen, die über den untersuchten Gegenstand hinaus und dabei etwas zu weit gehen. Das gilt etwa für seine Kritik, die Thematisierung der Familie im konservativen Milieu sei weniger biblisch hergeleitet als vielmehr ideologisch bedingt.

Gerade im Therapie-Teil gewinnt das Buch auch dadurch, dass der Autor ein aufrichtiges, für Leser jeden Hintergrunds nachvollziehbares Bekenntnis ablegt. Er begründet eingängig, weshalb seine Vision für den menschlichen Zusammenhalt in Deutschland nichts mit einer gottlosen Gesellschaft gemein hat.

Püttmann fordert das Bekenntnis der Christen heraus und zitiert treffend den Rat der EKD von 1945, wenn er darlegt, worin der in jeder Hinsicht relevante Beitrag von Christen auch in dieser Zeit bestehen kann und muss: „Mutiger bekennen, treuer beten, fröhlicher glauben und brennender lieben.“

Die auf der Hand liegende Vermutung, dass die private Entscheidung zum Glauben auch für die Gesellschaft insgesamt von Bedeutung ist, weist Püttmann mit Hilfe sozialempirischer Daten nach. Dieses Buch ist der notwendige Realitätscheck und ein gutes Rüstzeug für all diejenigen, denen die Zukunft der Gesellschaft nicht egal ist, die sich zum Besten der Menschen einbringen wollen und die mit der allseits geforderten Verbesserung der Welt bei sich selbst beginnen wollen.

Andreas Püttmann
„Gesellschaft ohne Gott“
Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands, Asslar 2010
Gerth-Medien
18,50 Euro


Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch nur Inlandportokosten.

Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kultur

  1. Norwegischer Bischof Varden: „Gekommen um zu erfüllen“
  2. Eine erschütternde Oper nach einer Erzählung von Gertrude von Le Fort
  3. Chef der Vatikan-Bibliothek: Papst Leo ist ein Mann der Kultur
  4. Beethoven war "religiös mit fast missionarischem Anliegen"
  5. COL1972 - US-Frauen starten mit Pro-Life-Label die Modewelt-Revolution
  6. Oh Dio – Gott in der Oper
  7. ‘Stille Nacht’-Jubiläum mit Landesausstellung an neun Orten
  8. Wien: Bühnenpremiere von ‘Der Engel mit der Posaune’
  9. 'Ich glaube, dass niemand ohne Glauben leben kann'
  10. Päpstlicher Kulturminister verabschiedet Leonard Cohen auf Twitter






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  4. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  5. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  6. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  9. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  12. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  13. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“
  14. Eine katholische Heldin
  15. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz