Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  5. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  6. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  7. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  8. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  9. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  10. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  11. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  12. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  13. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  14. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  15. R.I.P. Dolly Parton

Berliner Intendant Khuon: Theater ist auch Ort des Gottvermissens

4. August 2016 in Kultur, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ulrich Khuon bei Vortrag bei "Salzburger Hochschulwochen": Theater und biblische Religion kennzeichnet eine "leidsensible Sprache" und die Intention der "Mitleidenschaft" - EXTRA: 2 Operntipps


Salzburg (kath.net/KAP) Theater und Oper sind nicht nur Orte überschäumenden Lebens, sondern immer auch Orte, an denen die Frage nach Gott gestellt wird: Darauf hat der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, hingewiesen. Indem sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, immer auch Dramen und Tragödien abspielten, zeige sich eine besondere Sensibilität des Theaters für "Sünde, Schuld und Vergebung, Vergeblichkeit und Schmerz", so Khuon bei einem Vortrag am Mittwoch bei den "Salzburger Hochschulwochen". Im Blick auf die Gottesfrage bedeute dies, vor allem das "Gottvermissen" zu thematisieren, welches ein heute weit verbreitetes Empfinden darstelle - und welches sich auch in zahlreichen Werken der Gegenwart finde.

Die Leidenschaft des Theaters - so der Intendant unter Verweis auf das gleichlautende Motto ("Leidenschaften") der Hochschulwochen - bestehe darin, in der "Spannung aus Kontrolle und Exzess", aus "Pathos und kühler Ratio" den Menschen jene verschütteten Dimensionen des Lebens wieder zu erschließen, in denen auch die Gottesfrage ihren Platz habe. "Das Theater befasst sich mit Individuen, denen in dieser rational entzauberten Welt etwas fehlt". Darin bestehe ein Nahverhältnis zur biblischen Tradition, die ebenfalls eine solche Vorliebe für die Gescheiterten habe. "Dieses Passionswissen ist eine Dunkelkammer, die einen verändert, sobald man sie betritt", so Khuon.


In der Theologie werde diese existenzielle Betroffenheit durch den anderen, wie sie auch das Theater kennt, mit dem Begriff der "Compassion" (J.B. Metz) auf den Punkt gebracht. Beide - Theater wie biblische Religion - zielten auf eine "Mitleidenschaft", die den anderen wirklich ernst nimmt. Dazu zähle auch die Erkenntnis einer "subjektiven Verarmung" in der Moderne, die die Leidenschaft als dasjenige, was dem Menschen von außen widerfährt und dem er ausgesetzt ist, ausgrenzt. Wo das Ich um diese Dimension gebracht wird, da werde das Subjekt ausgehöhlt und um jene "Abgründigkeit" gebracht, die das Leben gerade ausmachen. Und so ziehe das Theater mit seiner "leidsensiblen Sprache" auch in dieser Kritik der Moderne mit der biblischen Religion an einem Strang.

Ulrich Khuon studierte Jura, Germanistik und Theologie. Er arbeitete zunächst als Theaterkritiker, später als Dramaturg und schließlich als Intendant am Stadttheater Konstanz und am Niedersächsischen Staatsschauspiel Hannover. Seit 1997 lehrt er außerdem an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Von 2000 bis 2009 leitete er das Thalia Theater Hamburg, seit 2009 ist er Intendant des Deutschen Theaters Berlin.

Zwei Operntipps:

Pagliacci Opern-Film mit Domingo, Stratas, Pons - Von Zeffirelli



Pagliacci Opern-Film mit Domingo, Stratas, Pons - Von Zeffirelli



Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kultur

  1. Norwegischer Bischof Varden: „Gekommen um zu erfüllen“
  2. Eine erschütternde Oper nach einer Erzählung von Gertrude von Le Fort
  3. Chef der Vatikan-Bibliothek: Papst Leo ist ein Mann der Kultur
  4. Beethoven war "religiös mit fast missionarischem Anliegen"
  5. COL1972 - US-Frauen starten mit Pro-Life-Label die Modewelt-Revolution
  6. Oh Dio – Gott in der Oper
  7. ‘Stille Nacht’-Jubiläum mit Landesausstellung an neun Orten
  8. Wien: Bühnenpremiere von ‘Der Engel mit der Posaune’
  9. 'Ich glaube, dass niemand ohne Glauben leben kann'
  10. Päpstlicher Kulturminister verabschiedet Leonard Cohen auf Twitter






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  3. YouTube-Philosoph Joe Schmid: „Ich spüre eine Art magnetische Anziehungskraft des Katholizismus“
  4. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  5. R.I.P. Dolly Parton
  6. 'Ich möchte meinem Vater im Himmel danken'
  7. Die US-Diözese Salt-Lake-City verzeichnet jedes Jahr hunderte neue Mitglieder
  8. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  9. Kiewer Großerzbischof Schewtschuk: "Wir bitten um Solidarität"
  10. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  11. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  12. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  13. Erfrischung für Rom: Als ein Papst die Piazza Navona unter Wasser setzte
  14. Polnische Salvatorianer boten Workshop für Ministrantendienst im klassischen Ritus an
  15. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz