Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  5. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  9. Gottes Wirken vollzieht sich im Verborgenen
  10. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  11. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  12. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  13. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  14. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  15. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò

Berliner Intendant Khuon: Theater ist auch Ort des Gottvermissens

4. August 2016 in Kultur, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ulrich Khuon bei Vortrag bei "Salzburger Hochschulwochen": Theater und biblische Religion kennzeichnet eine "leidsensible Sprache" und die Intention der "Mitleidenschaft" - EXTRA: 2 Operntipps


Salzburg (kath.net/KAP) Theater und Oper sind nicht nur Orte überschäumenden Lebens, sondern immer auch Orte, an denen die Frage nach Gott gestellt wird: Darauf hat der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, hingewiesen. Indem sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, immer auch Dramen und Tragödien abspielten, zeige sich eine besondere Sensibilität des Theaters für "Sünde, Schuld und Vergebung, Vergeblichkeit und Schmerz", so Khuon bei einem Vortrag am Mittwoch bei den "Salzburger Hochschulwochen". Im Blick auf die Gottesfrage bedeute dies, vor allem das "Gottvermissen" zu thematisieren, welches ein heute weit verbreitetes Empfinden darstelle - und welches sich auch in zahlreichen Werken der Gegenwart finde.

Die Leidenschaft des Theaters - so der Intendant unter Verweis auf das gleichlautende Motto ("Leidenschaften") der Hochschulwochen - bestehe darin, in der "Spannung aus Kontrolle und Exzess", aus "Pathos und kühler Ratio" den Menschen jene verschütteten Dimensionen des Lebens wieder zu erschließen, in denen auch die Gottesfrage ihren Platz habe. "Das Theater befasst sich mit Individuen, denen in dieser rational entzauberten Welt etwas fehlt". Darin bestehe ein Nahverhältnis zur biblischen Tradition, die ebenfalls eine solche Vorliebe für die Gescheiterten habe. "Dieses Passionswissen ist eine Dunkelkammer, die einen verändert, sobald man sie betritt", so Khuon.


In der Theologie werde diese existenzielle Betroffenheit durch den anderen, wie sie auch das Theater kennt, mit dem Begriff der "Compassion" (J.B. Metz) auf den Punkt gebracht. Beide - Theater wie biblische Religion - zielten auf eine "Mitleidenschaft", die den anderen wirklich ernst nimmt. Dazu zähle auch die Erkenntnis einer "subjektiven Verarmung" in der Moderne, die die Leidenschaft als dasjenige, was dem Menschen von außen widerfährt und dem er ausgesetzt ist, ausgrenzt. Wo das Ich um diese Dimension gebracht wird, da werde das Subjekt ausgehöhlt und um jene "Abgründigkeit" gebracht, die das Leben gerade ausmachen. Und so ziehe das Theater mit seiner "leidsensiblen Sprache" auch in dieser Kritik der Moderne mit der biblischen Religion an einem Strang.

Ulrich Khuon studierte Jura, Germanistik und Theologie. Er arbeitete zunächst als Theaterkritiker, später als Dramaturg und schließlich als Intendant am Stadttheater Konstanz und am Niedersächsischen Staatsschauspiel Hannover. Seit 1997 lehrt er außerdem an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Von 2000 bis 2009 leitete er das Thalia Theater Hamburg, seit 2009 ist er Intendant des Deutschen Theaters Berlin.

Zwei Operntipps:

Pagliacci Opern-Film mit Domingo, Stratas, Pons - Von Zeffirelli



Pagliacci Opern-Film mit Domingo, Stratas, Pons - Von Zeffirelli



Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kultur

  1. Norwegischer Bischof Varden: „Gekommen um zu erfüllen“
  2. Eine erschütternde Oper nach einer Erzählung von Gertrude von Le Fort
  3. Chef der Vatikan-Bibliothek: Papst Leo ist ein Mann der Kultur
  4. Beethoven war "religiös mit fast missionarischem Anliegen"
  5. COL1972 - US-Frauen starten mit Pro-Life-Label die Modewelt-Revolution
  6. Oh Dio – Gott in der Oper
  7. ‘Stille Nacht’-Jubiläum mit Landesausstellung an neun Orten
  8. Wien: Bühnenpremiere von ‘Der Engel mit der Posaune’
  9. 'Ich glaube, dass niemand ohne Glauben leben kann'
  10. Päpstlicher Kulturminister verabschiedet Leonard Cohen auf Twitter






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  12. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  13. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  14. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  15. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz