
Rom: "Krippe von Bethlehem" zu sehenvor 49 Minuten in Chronik, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Santa Maria Maggiore hütet Fragmente des Futtertrogs - Reliquien sollen mit modernsten Konservierungsstandards geschützt werden.
Rom (kath.net/ KAP)
Die "Krippe von Bethlehem" in der römischen Kirche Santa Maria Maggiore ist ab 15. Oktober ausnahmsweise aus nächster Nähe zu sehen. Wegen Restaurierungsarbeiten werden die Reliquien, die als Teile der Originalkrippe des Jesuskinds verehrt werden, ihren gewohnten Platz in der Nische vor dem Papstaltar verlassen und in einer Seitenkapelle gezeigt, wie die päpstliche Basilika am Mittwoch ankündigte.
Die Kirche nahe Roms Hauptbahnhof hütet fünf dünne Elemente aus Ahornholz, die traditionell als Fragmente des Futtertrogs gelten, in den Maria laut biblischer Überlieferung den neugeborenen Jesus legte. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen stammt das Holz aus der Zeit um das Jahr null. Ursprünglich hatte Papst Theodor I. (642-649) die Krippenreliquie von Patriarch Sophronius von Jerusalem (560-638) erhalten. 
1802 entwarf der römische Künstler Giuseppe Valadier (1762-1839) ein neues Reliquiar (Hülle) in Form einer Wiege. Seit 1864 wird die "Heilige Wiege" in neuem Rahmen präsentiert: Der römische Architekt Virginio Vespignani (1808-1882) entwarf die große Confessio vor dem Papstaltar, einen prachtvollen, halb unterirdischen Raum. Dafür verwendete er etwa 70 verschiedene Marmorsorten, größtenteils aus Ausgrabungen in Rom und Ostia.
Dieser Komplex wird derzeit modernisiert, um die Reliquien mit modernsten Konservierungsstandards zu schützen. Ebenso entsteht hinter der Krippe ein neues blaues Mosaik aus Glasemaille und Goldsteinchen, das symbolisch an den Himmel der Heiligen Nacht erinnert. Die Anordnung der Sterne bilde die Himmelskonstellation der Weihnachtsnacht nach, hieß es.
Während der Arbeiten wird das Reliquiar zu einem der Seitenaltäre des rechten Seitenschiffs gebracht. An Heiligabend (24. Dezember) wird die "Heilige Krippe" gemäß der Tradition feierlich zum Papstaltar überführt, wo sie die gesamte Weihnachtszeit verbleibt. Am Dreikönigstag (6. Jänner) kehrt das Reliquiar in seine historische Nische zurück, wo sein restaurierter Schrein und das neue Mosaik es erwarten.
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Foto: Santa Maria Maggiore, Archiv
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