![]() |
Loginoder neu registrieren? |
|||||||||||||
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
| ||||||||||||||
SucheSuchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln: ![]() ![]() ![]() ![]() Top-15meist-diskutiert
| ![]() „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“vor 40 Minuten in Deutschland, 1 Lesermeinung Nuntius van Megen bei DBK-Vollversammlung: „Synodos bedeutet: gemeinsam auf dem Weg. Deshalb kann Synodalität niemals das Anliegen einzelner Gruppen allein sein, während andere zurückbleiben“ - VIDEO Fulda-Berlin (kath.net/pl) kath.net dokumentiert die Grußadresse Seiner Exzellenz, des Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Hubertus van Megen zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 28. September 2026 und dankt S.E. für die freundliche Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung: Eminenzen, dies ist meine erste Ansprache bei der Eröffnung einer Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Ich bin nun seit etwas mehr als drei Monaten in Deutschland und seit zwei Monaten offiziell im Amt, nachdem ich dem Herrn Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Seiner Exzellenz Frank-Walter Steinmeier, mein Beglaubigungs-schreiben überreicht habe. In diesen Monaten hatte ich die Gelegenheit, vielen Menschen zu begegnen: Christen und Nichtchristen, Vertretern der Kirchen und der Gesellschaft, Diplomaten sowie Repräsentanten der Bundesregierung. Deutschland ist eine plurale Gesellschaft, in der Menschen mit sehr unterschiedlichen kulturellen Prägungen und Wertvorstellungen eine Heimat gefunden haben. Die Zeit, in der Deutschland als das Land einer weitgehend homogenen Nation wahrgenommen wurde, scheint in vieler Hinsicht vorüber zu sein. Diese Vielfalt wird oft als Ausdruck gesellschaftlicher Buntheit gefeiert. Sie bringt jedoch zugleich Herausforderungen und Spannungen mit sich, denen sich die Gesellschaft stellen muss. Die Diskussionen über die Zukunft der Republik, auch im Zusammenhang mit den jüngsten Wahlen, werden bisweilen mit großer Leidenschaft geführt. Es gibt Spannungen, die manchmal kaum überwindbar erscheinen. Nicht nur die Kirche befindet sich in einer Zeit der Krise und des Umbruchs; auch die deutsche Gesellschaft fragt sich zunehmend: Quo vadis? Wohin gehst du? Die Antworten auf diese Frage fallen innerhalb und außerhalb der Kirche sehr unterschiedlich aus. In dieser Situation bin ich zum Apostolischen Nuntius in Deutschland ernannt worden. Ich lebe in einem Land, das sich in einem tiefgreifenden Wandel befindet, der viele Menschen verunsichert. Das vertraute Deutschland vergangener Jahrzehnte, sofern es dieses jemals in der vorgestellten Form gegeben hat, gehört der Vergangenheit an. Das neue Deutschland befindet sich noch in einem Prozess des Werdens, einem Weg, dessen Ziel noch nicht erreicht ist. Auch ich selbst stehe erst am Anfang meines Dienstes in Deutschland. Immer stärker wird mir bewusst, wie vieles ich noch nicht weiß oder noch nicht vollständig verstehe. In den vergangenen Wochen ist mir klar geworden, dass es Zeit brauchen wird, die tieferen geistlichen und kulturellen Strömungen dieses Landes wirklich kennenzulernen. Vielleicht geht es auch gar nicht darum, alles sofort zu verstehen. Steht nicht gerade die Weltsynode für die Erfahrung des gemeinsamen Unterwegsseins? Für einen Weg, auf dem wir gemeinsam die Wirklichkeit erkunden, die sich uns oft nur schrittweise erschließt? Immer wieder öffnet sich ein neuer Horizont, den wir zuvor weder gesehen noch erwartet haben. Synodos bedeutet: gemeinsam auf dem Weg. Deshalb kann Synodalität niemals das Anliegen einzelner Gruppen allein sein, während andere zurückbleiben. Das Volk Gottes zieht gemeinsam durch die Wüste. Das gilt nicht nur für die Kirche, sondern ebenso für das ganze Land. Gemeinsam tragen wir als Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für die Zukunft unserer Gesellschaft; niemand darf ausgeschlossen werden. Ich stehe heute vor Ihnen als Vertreter des Heiligen Stuhls. Rom ist das sichtbare Zentrum und der Garant der Einheit der Universalkirche, zu der auch die Kirche in Deutschland gehört. Gerade darin zeigt sich das Wesen der katholischen Kirche: Sie umfasst alle Völker und Kulturen. Als Weltkirche gehen wir gemeinsam durch die Herausforderungen unserer Zeit. In dieser Kirche besitzt jede Ortskirche ihre eigene Würde und ihre eigene Sendung. Keine Ortskirche ist mehr oder weniger Kirche als eine andere. Der Geist Gottes wirkt überall und offenbart sich den Menschen in unterschiedlichen Ausdrucksformen und Traditionen. Die Kirche in Afrika unterscheidet sich von der Kirche in Europa, ebenso wie von jener in Lateinamerika oder Asien. Keine dieser Kirchen besitzt Vorrang aufgrund ihrer Größe oder ihres kulturellen Einflusses. Alle sind Glieder des einen Leibes Christi. Die katholische Kirche ruht auf zwei großen Säulen ihrer sichtbaren Einheit: auf dem Petrusamt und auf der Eucharistie. Sie gewährleisten diese Einheit auf unterschiedliche, aber einander ergänzende Weise: Der Papst wahrt die Einheit des Glaubens und der kirchlichen Gemeinschaft, während die Eucharistie diese Einheit sakramental verwirklicht und nährt. Das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt den Papst als den „immerwährenden und sichtbaren Ursprung und das Fundament der Einheit sowohl der Bischöfe als auch der Gesamtheit der Gläubigen“ (Lumen gentium 23). Wenn der Papst das sichtbare Zentrum der kirchlichen Gemeinschaft ist, dann ist die Eucharistie deren tiefste sakramentale Verwirklichung. Der Apostel Paulus schreibt: „Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.“ (1 Kor 10,17) Die Eucharistie ist nicht nur ein Symbol der Einheit. Nach katholischem Verständnis schafft und stärkt sie die Gemeinschaft der Kirche tatsächlich. Deshalb bezeichnet das Zweite Vatikanische Konzil die Eucharistie als „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (Lumen gentium 11). Auch das Petrusamt steht im Dienst dieser eucharistischen Gemeinschaft. Der Dienst des Papstes ist kein Selbstzweck. Seine Aufgabe besteht darin, jene Gemeinschaft zu schützen und zu fördern, die in der Feier der Eucharistie ihren höchsten Ausdruck findet. Der Dienst des Papstes steht auf universaler Ebene im Dienst eben dieser Gemeinschaft. Wenn wir sagen, dass Papstamt und Eucharistie die Einheit der Kirche „garantieren“, dann ist dies nicht in einem rein organisatorischen oder mechanischen Sinn zu verstehen. Die Geschichte zeigt, dass es auch innerhalb der Kirche Meinungsverschiedenheiten, Spannungen und sogar Spaltungen geben kann. Dennoch glauben wir, dass Christus seiner Kirche bleibende Mittel geschenkt hat, durch die ihre Einheit bewahrt und immer wieder erneuert werden kann. Der Papst gewährleistet ein bleibendes sichtbares Zentrum der Gemeinschaft und der Kontinuität des Glaubens. Die Eucharistie gewährleistet die bleibende sakramentale Teilhabe am einen Leib Christi. Gemeinsam bewahren sie die Kirche davor, zu einer bloßen Föderation einzelner Gemeinschaften zu werden, oder sogar zur einer NGO, christlich gefärbt. Sie, Papst und Eucharistie, machen sie zu einer weltweiten Communio in Christus. Henri de Lubac hat dies mit einem berühmten Satz ausgedrückt: „Die Eucharistie macht die Kirche, und die Kirche macht die Eucharistie.“ (Die Kirche - Eine Betrachtung. Übertragen und eingeleitet von H.U. von Balthasar, Einsiedeln 1968, 127-142). Kurz gesagt: Das Petrusamt ist das sichtbare Prinzip der Einheit, die Eucharistie ihre sakramentale Verwirklichung. Das Amt Petri bewahrt die Gemeinschaft im Glauben und in der kirchlichen Leitung; die Eucharistie führt diese Gemeinschaft zu ihrer höchsten Vollendung im Leib und Blut Christi. Eminenzen, Exzellenzen, liebe Mitbrüder im bischöflichen Dienst, Christus selbst geht mit seiner Kirche. Er verlässt sein Volk nicht. Er ist gegenwärtig in seinem Wort, in den Armen und Bedürftigen, in den Menschen, die nach Wahrheit und Hoffnung suchen, und in besonderer Weise in der Feier der heiligsten Eucharistie. Gerade deshalb dürfen wir voller Vertrauen in die Zukunft blicken. Unsere Hoffnung gründet sich nicht auf menschliche Konzepte oder Strategien, sondern auf den Herrn, der seine Kirche führt und erneuert. Wo wir in der Gemeinschaft mit ihm bleiben, wo wir aufeinander hören, wo wir die Einheit mit der Universalkirche und dem Nachfolger Petri bewahren, dort kann der Heilige Geist neue Wege eröffnen. Bitten wir den Herrn, dass er uns die Gnade schenke, Hirten nach seinem Herzen zu sein: fest im Glauben, mutig im Zeugnis, geduldig im Hören und großzügig im Dienen. Vertrauen wir die Kirche in Deutschland, ihre Gläubigen, ihre Familien, ihre Priester, Diakone und Ordensleute der Fürsprache der seligen Jungfrau Maria an. Möge sie uns helfen, gemeinsam auf dem Weg zu bleiben und immer tiefer in die Gemeinschaft mit ihrem Sohn hineinzuwachsen. Foto Nuntius van Megen (Ausschnitt) (c) Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic Sehenswertes Interview mit Nuntius Erzbischof Dr. van Megen: Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zu | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Top-15meist-gelesen
| |||||||||||
![]() | ||||||||||||||
© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz | ||||||||||||||