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Schwedische Katholiken vor den Wahlen: „Nicht alles ist verhandelbar“

12. Mai 2026 in Prolife, 3 Lesermeinungen
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Das katholische Bistum Stockholm weist in Positionspapier darauf hin, dass es Werte gibt, denen gegenüber ein Christ nicht gleichgültig bleiben darf, vor allem der Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.


Stockholm (kath.net/pl) Die katholische Kirche in Schweden erinnert die Gläubigen daran, dass die Teilnahme an Wahlen nicht nur eine staatsbürgerliche Pflicht, sondern auch eine Gewissensprüfung ist und ruft die katholischen Wahlberechtigen dazu auf, ihre Wahlentscheidung im Licht der katholischen Soziallehre zu treffen. Darüber berichten verschieden polnische katholische Medien, darunter die Nachrichtenagentur KAI und die polnischsprachige Ausgabe von Vatican News und die Zeitschrift „Gość“ aufgrund von Informationen des schwedischen Auftritts von EWTN. Konkret hat die Kommission „Gerechtigkeit und Frieden“ des Bistums Stockholm ein Positionspapier veröffentlicht, das sich mit der Verantwortung der Katholiken im öffentlichen Leben befasst.

Einen nicht geringen Raum nehmen die Fragen ein, die das menschliche Leben betreffen. Das Dokument bekräftigt, dass „das Recht jedes Menschen auf Leben – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“ – das Fundament der Menschenwürde und der gesamten kirchlichen Lehre über die Menschenrechte bildet.


Dabei verweisen die Autoren des Dokuments auf die Enzyklika „Evangelium vitae“ von Papst Johannes Paul II. sowie auf die Erklärung „Dignitas infinita“ des Dikasteriums für die Glaubenslehre; beide Dokumente bezeichnen Abtreibung und Euthanasie als schwerwiegende Verletzungen der Menschenwürde.

Das Dokument kritisiert, dass in Schweden derzeit an einer Verfassungsänderung gearbeitet wird, die das sogenannte „Recht auf Abtreibung“ im Katalog der Grundrechte verankern würde. Diese Maßnahme  wird von allen politischen Parteien unterstützt, die derzeit im Parlament vertreten sind. Im Positionspapier steht eigens der Satz: „Die Tatsache, dass Abtreibung als politische Selbstverständlichkeit behandelt wird, ist etwas, das die Kirche zutiefst bedauert.“

Differenzen zwischen den politischen Parteien zeigen sich aber in der Frage der Euthanasie. Einige politische Gruppierungen plädieren für eine Prüfung der Möglichkeit ihrer Legalisierung, während andere dies entschieden ablehnen. Die Verfasser des Dokuments ermutigen Katholiken dazu, bei ihren Wahlentscheidungen insbesondere jene Auswirkungen zu berücksichtigen, die ihre Stimmabgabe auf die Gesetzgebung bezüglich grundlegender moralischer Werte haben wird.

Die Gläubigen werden dazu ermutigt, wählen zu gehen und sich zuvor mit den Parteiprogrammen vertraut zu machen, sich an der öffentlichen Debatte zu beteiligen und sich möglichst politisch zu engagieren.

Das Positionspapier, aus dem EWTN zitiert, stützt sich auf die Prinzipien der katholischen Soziallehre und unterscheidet dabei zwischen Fragen, die ein umsichtiges Urteil erfordern, und absoluten Werten. Zur erstgenannten Kategorie gehören Themen wie Wirtschaft, Sicherheit, Migration, Klima und Sozialpolitik. In diesen Bereichen – so betonen die Autoren eigens – können Katholiken zu unterschiedlichen politischen Schlussfolgerungen gelangen, im Bereich des Rechtes auf das Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod sehen die Autoren aber keinen Spielraum für unterschiedliche politische Folgerungen.

Das Erzbistum Stockholm ist das einzige katholische Bistum des Landes, da sich die Katholiken seit der Reformation in starker Minderheitensituation befinden und in der Vergangenheit zeitweise sogar unter Verfolgung leiden mussten. Die kleine schwedische katholische Kirche ist geprägt von Migranten, die ihren Glauben mitbringen, sowie von ihrer Ausstrahlung, die Menschen zur Konversion einlädt. Der Erzbischof von Stockholm ist Kardinal Anders Arborelius, der erste schwedische Kardinal der Geschichte, der Schwede ist selbst ein Konvertit aus dem lutherischen Christentum.

Foto: Detail aus dem Inneren der Domkirche (Teil des Altbaus in Blickrichtung Neubau und Altarbereich) St. Erik Stockholm © kath.net/Petra Lorleberg


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