Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  3. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  4. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  5. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  6. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  7. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  8. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  9. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  10. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  14. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  15. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse

„Durch verschlossene Türen kommt der Auferstandene“

12. April 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


2. Sonntag der Osterzeit, Thomas-Sonntag – Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit - Von Archimandrit Andreas-Abraham Thiermeyer.


Hilpoltstein (kath.net)
I. Der verschlossene Raum – ein Bild unseres Lebens
Liebe Schwestern und Brüder,
das Evangelium dieses Sonntags führt uns an einen Ort, der uns nicht fremd ist: in einen Raum hinter „verschlossenen Türen“. Die Jünger haben sich eingeschlossen – aus Angst, aus Enttäuschung, aus innerer Erschütterung. Die Ereignisse von Karfreitag wirken nach: Schuld, Versagen, Unsicherheit. Und wenn wir ehrlich sind, kennen auch wir solche Räume: Momente der Angst, der Enttäuschung über andere oder über die Kirche, Zeiten, in denen wir uns innerlich zurückziehen, Zeiten, in denen unser Herz verschlossen ist. Gerade dort beginnt das Evangelium. Nicht im Glanz, sondern in der Enge. Nicht in Stärke, sondern in Bedürftigkeit.

II. Christus kommt – trotz verschlossener Türen
Mitten in diese Situation hinein tritt der Auferstandene. Er wartet nicht, bis die Türen geöffnet werden. Er klopft nicht von außen. Er kommt durch die verschlossenen Türen hindurch. Das ist die erste große Botschaft dieses Sonntags: Es gibt keine Tür, die für Christus zu verschlossen wäre. Keine Angst ist zu groß. Keine Schuld ist zu schwer. Kein Zweifel ist zu dunkel. Und seine ersten Worte sind entscheidend: „Der Friede sei mit euch.“ Keine Vorwürfe. Keine Anklage, sondern Frieden. Das ist die Sprache der Auferstehung – und das Herz der göttlichen Barmherzigkeit. Gott begegnet uns nicht zuerst nach dem Maß unserer Leistung, sondern nach dem Maß seiner Liebe. Er kommt nicht als Richter, sondern als Heiland.


III. Die Kirche – gegründet aus Barmherzigkeit
Unmittelbar danach spricht Jesus: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben.“ Hier geschieht etwas Grundlegendes: Die Kirche wird gegründet als Ort der Vergebung. Sie lebt nicht aus moralischer Vollkommenheit, sondern aus empfangener Barmherzigkeit. Gerade heute ist das wichtig. Wir erleben die Kirche oft als verwundet, als angefragt, manchmal auch als belastet. Doch das Evangelium zeigt uns: Die Kirche beginnt selbst in einem Raum der Angst und Schwäche. Und dennoch wird gerade dieser Raum zum Ort der Gegenwart Christi. Denn ihre Mitte ist nicht sie selbst. Ihre Mitte ist der Herr, der vergibt, heilt und neu beginnt.

IV. Thomas – der Zweifel als Weg zum Glauben
Dann tritt Thomas in den Blick. Er war nicht dabei. Und er sagt offen: Ich kann das nicht einfach glauben. Ich will sehen, ich will berühren. Thomas ist kein Gegner des Glaubens. Er ist ein ehrlicher Suchender. Und vielleicht erkennen wir uns in ihm wieder: in unseren Fragen, in unserem inneren Ringen, in unserem tastenden Vertrauen. Und wie begegnet ihm Christus? Nicht mit Vorwurf, sondern mit Geduld: „Reich deinen Finger her … streck deine Hand aus …“ Das ist Barmherzigkeit. Christus nimmt den Zweifel ernst. Er geht auf den Menschen ein. Darum ist der Zweifel nicht das Ende des Glaubens. Er kann ein Weg sein – ein Ort der Begegnung mit Christus.

V. Die Wunden Christi – Quelle der Barmherzigkeit
Der Auferstandene zeigt seine Wunden. Er kommt nicht als makelloser Sieger. Er bleibt der Verwundete. Seine Wunden sind nicht ausgelöscht – sie sind verwandelt. In ihnen erkennen wir: Die Liebe Gottes geht durch das Leiden hindurch – und überwindet es. Und darin liegt eine tiefe Hoffnung für uns: Auch unsere eigenen Wunden, unsere Geschichte, unsere Schuld können verwandelt werden. Die Wunden Christi sind nicht Zeichen der Niederlage, sondern Zeichen seiner Barmherzigkeit.

VI. „Mein Herr und mein Gott“ – der persönliche Glaube
Am Ende spricht Thomas das große Bekenntnis: „Mein Herr und mein Gott!“ Hier geschieht der entscheidende Schritt: Glaube wird persönlich. Nicht nur ein Wissen über Gott, sondern eine Beziehung zu ihm.  Ein Vertrauen, das das eigene Leben umfasst.

VII. Schluss: Leben aus der Barmherzigkeit
Liebe Schwestern und Brüder, dieser Sonntag lädt uns ein, einen Weg zu gehen: - von der Verschlossenheit zur Öffnung, - von der Angst zum Frieden, - vom Zweifel zum Vertrauen, - von der Schuld zur Vergebung. Vertrauen wir: Der Auferstandene kommt auch heute noch und er kann auch durch unsere verschlossenen Türen treten: Er kennt unser Herz. - Er kennt unsere Fragen. - Er kennt unsere Wunden. Und er spricht auch zu uns: „Der Friede sei mit euch.“ Wenn wir ihm Raum geben, wenn wir uns seiner Barmherzigkeit anvertrauen, dann kann auch in uns, trotz aller Zweifel, wachsen, was Thomas bekennen durfte: Mein Herr und mein Gott.  Amen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  4. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht
  5. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  6. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  7. „Du trägst Gottes Bild“
  8. Papst Leo feiert Hl. Messe im Gemelli-Krankenhaus
  9. Der Beginn eines neuen Kapitels im Vatikan?
  10. 'The Chosen': Sechste Staffel ab Dezember auf Netflix
  11. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  12. Kanadas führende Tageszeitung verlangt Euthanasie in katholischen Krankenhäusern
  13. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  14. Ermittlungsverfahren gegen christliche YouTuber eingestellt
  15. Grünwidl bei Medjugorje-Friedensgebet: Beten und Frieden stiften

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz