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Erzbischof Lackner verurteilt Aggressionen gegen Armenien

27. April 2024 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Weltweites armenisches Genozid-Gedenken am 24. April - Salzburger Erzbischof: Christen auch heute aufgerufen, Stimme zu erheben, "wenn Glaube, Traditionen oder gar das Leben unserer Glaubensgeschwister angegriffen werden".


Salzburg (kath.net/ KAP)
Jedes Jahr am 24. April gedenken die Armenier weltweit des Genozids an ihrem Volk im Osmanischen Reich ab 1915. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner hat aus Anlass des Gedenktags eindringlich zur Solidarität mit dem armenischen Volk aufgerufen. Er wies am Mittwoch gegenüber Kathpress auf den Genozid vor mehr als 100 Jahren hin, aber auch auf die Vertreibung der Karabach-Armenier im vergangenen Jahr aus ihrer Heimat. Lackner verurteilte die nach wie vor akuten "Aggressionen" gegen Armenien sowie die Vernichtung des armenisch-christlichen Kulturguts in Berg-Karabach.
Am 24. April 1915 hatten Einheiten der osmanischen Geheimpolizei in Istanbul Hunderte armenische Intellektuelle verhaftet und nach Anatolien deportiert, wo die meisten den Tod fanden. Dies war der Startschuss für den Völkermord an den Armeniern und den Massakern an weiteren Christen syrischer und griechischer Tradition. Die Schätzungen reichen bis zu 1,5 Millionen armenische Todesopfer sowie bis zu weiteren 500.000 Opfern unter Christen anderer Konfessionen.


Erzbischof Lackner hielt in seiner Stellungnahme gegenüber Kathpress fest: "Vor über hundert Jahren wurden armenische Christinnen und Christen im damaligen Osmanischen Reich Opfer eines der ersten Genozide der modernen Geschichte. Heute - in Zeiten, die wir gerne für weiser hielten - müssen wir erfahren, wie in Berg-Karabach, dessen armenische Bevölkerung im letzten Jahr endgültig vertrieben wurde, nun auch immer mehr christliche Kulturdenkmäler dem Erdboden gleichgemacht werden. Diese Aggression gegen armenische Kultur und Religion kann uns besonders an diesem Gedenktag nicht gleichgültig bleiben."
Das uralte Zeugnis Armeniens und auch der anderen christlichen Gemeinschaften des Orients sei "unsere Verbindung in die frühen Tage der Kirche". Die Christen und Kirchen in Österreich seien aufgerufen, die Stimmen zu erheben, "wenn Glaube, Traditionen oder gar das Leben unserer Glaubensgeschwister angegriffen werden". Mit ihnen vereint "beten wir für ein Leben in sicherem und gerechtem Frieden", schloss Lackner.

Armenisches Genozid-Trauma
Bis zu einer Million Armenier kommen jedes Jahr am 24. April zur Gedenkstätte Zizernakaberd ("Schwalbenfestung") in der armenischen Hauptstadt Jerewan, um so das Gedächtnis an die Ermordeten hochzuhalten. Weltweit werden Gedenkveranstaltungen abgehalten.
Das Genozid-Trauma, das die gesamte armenische Gemeinschaft im Land selbst wie weltweit bis heute prägt, hat in den vergangenen Jahren an Dramatik zugenommen. Am 19. September 2023 hatte Aserbaidschan jene nach dem Karabach-Krieg 2020 noch verbliebenen Gebiete der armenischen Enklave Berg-Karabach mit überlegenen militärischen Mitteln angegriffen. Schon nach einem Tag war der Krieg entschieden. Rund 300 armenische Soldaten waren dabei ums Leben gekommen, auch zivile Opfer waren zu beklagen. Dem Angriff vorausgegangen war eine rund neun Monate dauernde Totalblockade Berg-Karabachs durch Aserbaidschan. Mehr als 110.000 Armenier mussten schließlich im September 2023 über Nacht ihre Heimat verlassen.
Aserbaidschan stellt unterdessen weitere Gebietsansprüche an Armenien, etwa im Nordosten des Landes. Zudem warnen Beobachter vor neuen militärischen Angriffen Aserbaidschans auf Armenien, um einen Landkorridor zur Enklave Nachitschewan zu schaffen.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: Erzbischof Lackner (C) Kathpress-Paul Wuthe


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Lesermeinungen

 KatzeLisa 27. April 2024 
 

Wo waren die Westmächte, als Aserbaidschan die letzten Armenier aus Berg-Karabach vertrieb? Wo war der "Schirmherr" Putin bei dieser Aktion, die geräuschlos über die Bühne ging?
1915 hat auch Deutschland schwere Schuld auf sich geladen, als die Türken Millionen Armenier in den Tod oder die Fremde trieben. Der Genozid an den Armeniern ist in Deutschland kein Thema. Die deutsche Bundeskanzlerin blieb der Abstimmung des Bundestages über diese Gewaltorgie fern. Was für ein Debakel!

Im November 2024 findet eine große Klimakonferenz in Baku statt. Der Diktator wird hofiert, weil sein Land über reichliche Erdöl-Vorkommen verfügt. Wieder ist die Not der Armenier kein Thema. Erst kommt das Fressen, dann die Moral!


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