Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  10. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  11. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  12. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  13. Wir machen da was mit Medien
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich

350 Jahre Montfort: Der Heilige, der Johannes Paul II. prägte

4. Februar 2023 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die von dem französischen Volksmissionar propagierte "Ganzhingabe an Jesus durch Maria" wurde Generationen von Katholiken zum Anhaltspunkt im Glauben


Wien (kath.net/KAP) Eine heute eher in Vergessenheit geratene, aber deshalb nicht minder einflussreiche Persönlichkeit der Kirchengeschichte würde am 31. Jänner ihren 350. Geburtstag feiern: der Franzose Ludwig Maria Grignon (1673-1716), der nach seinem Geburtsort Montfort benannt ist und 1947 heiliggesprochen wurde. Der Volksmissionar, Schriftsteller und Ordensgründer prägte wie kaum ein anderer die Marienverehrung und stand mit seinem theologischen Erbe maßgeblich hinter der Entstehung zahlreicher apostolischer Werke wie etwa der Laienbewegung "Legio Mariae", erläuterte deren geistlicher Leiter in Österreich, P. Florian Calice, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress.

Ludwig Maria Grignon von Montfort war nach seiner Priesterweihe in Paris zunächst Krankenhausseelsorger in Poitiers, wo er eine Gemeinschaft ins Leben rief, die sich der Krankenpflege und dem Schulunterricht für Bedürftige widmete. In den Dörfern und Städten von Frankreichs Nordwesten wirkte er anschließend missionarisch, ab 1706 auch mit dem vom Papst verliehenen Titel "Apostolischer Missionar", und förderte dabei besonders die Eucharistie und das Beten des Rosenkranzes. 1713 gründete er die "Missionare von der Gesellschaft Mariens", ehe er am 28. April 1716 in St.-Laurent-sur-Sevre verstarb. Erst nach Montforts Tod schlossen sich Priester und Laienbrüder aus seinem Umfeld zur "Montfortianischen Gesellschaft Mariens" zusammen, die heute vor allem im Krankendienst sowie in Elendsvierteln Südamerikas, Afrikas und Indiens tätig ist.


Während seine Gemeinschaften heute eher zu den kleineren katholischen Ordensgemeinschaften zählen, hat seine geistige Hinterlassenschaft jedoch große Wirkkraft entfaltet, betonte P. Calice. Als "prophetisch" bezeichnete der Wiener Priester einerseits die Vorhersage Montforts, die Jungfrau Maria werde "vor der Wiederkunft des Herrn die Weltbühne betreten und seinem zweiten Kommen vorausgehen, wie sie dies schon beim ersten Mal tat". Tatsächlich habe wenig später ein regelrechtes "Zeitalter der Marienerscheinungen" mit großem Einfluss auf die katholische Kirche eingesetzt, wobei jene im Pariser Ort Rue de Bac (1830), Lourdes (1858), Fatima (1917) bis hin zu Medjugorje (seit 1981, von der Kirche bisher nicht anerkannt) nur die schillerndsten sind. Maria als Weg zu Jesus Montfort habe jedoch auch auf andere Weise die katholische Landschaft seit dem 19. Jahrhundert bis hin in die Gegenwart verändert, so P. Calice weiter.

Ins Gewicht falle dabei besonders die erst posthum, nach jahrzehntelangem Verschwinden, zum Bestseller gewordene Schrift "Abhandlung über die Wahre Andacht zu Maria", die im Deutschen unter dem Titel "Das goldene Buch" bekannt wurde. Zentral war darin der Gedanke, die in der Taufe besiegelte Zugehörigkeit zu Jesus sehr bewusst in allen Aspekten des Lebens zu vollziehen. "Darauf gründet die Idee der 'Weihe' seiner selbst - als vollkommene Hingabe von Leib, Seele und des materiellen wie geistigen Besitzes - an Jesus durch Maria", wie P. Calice erklärte.

Für viele prominente Kirchenfiguren, Ordensgemeinschaften und Laienbewegungen wurde diese Ganzhingabe zu einem zentralen Bestandteil ihrer Spiritualität. Calice nannte hier Papst Johannes Paul II. (1920-2005), der als Leitspruch "Totus tuus" wählte und in der Enzyklika "Redemptoris Mater" auf Montfort verwies, weiters Mutter Teresa (1910-1997) und ihre "Missionarinnen der Nächstenliebe" sowie den irischen "Legio"-Gründer Frank Duff (1889-1980), der Montfort als geistigen Vater erkor. Auch bei anderen marianischen Bewegungen wie etwa Schönstatt, Emmanuel, Loretto, Seligpreisungen, Jüngergemeinschaft sowie naturgemäß bei der "Montfortanischen Gesellschaft" wird die Weihe an Jesus durch Maria bis heute praktiziert, immer wieder aber auch von Bischöfen, die ihre Diözese in einem offiziellen Akt weihen.

"Klärwirkung wie Pool-Chemie" In Österreich gehört Pater Petrus Pavlicek (1902-1982), Gründer des Rosenkranz-Sühnekreuzzugs (RSK), zu den bekanntesten Vollziehern von der Marienweihe - "die er mit seinem Blut unterschrieb", wie sein Nachfolger an der Spitze der Gebetsgemeinschaft, P. Benno Mikocki, gegenüber Kathpress betonte. Die meisten Mitglieder hätten diesen Akt ebenfalls "auf unblutige Weise" vollzogen, "doch spricht man wenig darüber, da es etwas sehr Persönliches ist", so der Franziskaner. Populär sei diese Frömmigkeitsform vor allem deshalb, da viele die Hinwendung zu Maria als "Hilfe, um eine persönliche Beziehung zu Jesus aufzubauen" erlebten. Auch nach den Worten des Legio-Leiters P. Calice hat die Verehrung Mariens "keine verkomplizierende, sondern klärende Wirkung" für den Glauben an Gott und trage zu dessen Entfaltung bei - "vergleichbar mit einer Chemikalientablette, die das Wasser im trüben Schwimmbad wieder schnell klar macht". Phänomene wie etwa das alljährliche Medjugorje-Jugendfestival verdeutlichten, dass auch junge Menschen heute noch dazu Zugang fänden.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  2. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  3. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  4. Fatima-Tag in Berlin
  5. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  6. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  7. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  8. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  9. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  10. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  11. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  12. Im Licht der Liebe
  13. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  14. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  15. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz