Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  14. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  15. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'

Bischof Ackermann setzt Seligsprechungsverfahren für Pater Kentenich aus

3. Mai 2022 in Deutschland, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Trierer Bischof regt freie Forschung über Schönstatt-Gründer an – Reaktion der Schönstattbewegung: „Schönstatt wird die Aussetzung des Seligsprechungsverfahrens für weitere intensive Aufarbeitung der geschichtlichen Zusammenhänge nutzen“


Trier/Vallendar (kath.net)

Die Pressemeldung des Bistums Trier im Wortlaut, leicht gekürzt:

Das Verfahren zur Seligsprechung von Pater Josef Kentenich wird ausgesetzt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird Bischof Stephan Ackermann das Verfahren nicht aktiv fortführen; stattdessen regt er weitere freie Forschung an.

Das hat Bischof Stephan Ackermann am 3. Mai in Trier bekannt gegeben. Das Verfahren wird im Bistum Trier geführt, weil Pater Kentenich am 15. September 1968 in Schönstatt/Vallendar verstorben ist. Daher ist der Bischof von Trier für die diözesane Untersuchung im 1975 eröffneten Seligsprechungsverfahren des Schönstatt-Gründers zuständig.

Hintergrund für diese Entscheidung des Bischofs sind im Jahr 2020 öffentlich gewordene Missbrauchsvorwürfe gegen Pater Kentenich. Bereits in früheren Phasen des diözesanen Teils des Seligsprechungsverfahrens waren diese Vorwürfe ansichtig geworden. Die seinerzeit Verantwortlichen sind ihnen auch mit den ihnen damals zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nachgegangen.

Durch Veröffentlichungen im Jahr 2020 wurde deutlich, dass die bisherigen Betrachtungsweisen nicht ausreichend waren. Nach der Öffnung der vatikanischen Archive (bis zum Ende des Pontifikats von Papst Pius XII. im Jahr 1958) werden Dokumente verfügbar, die bislang in der diözesanen Untersuchung des Seligsprechungsverfahrens für den Gründer der Schönstatt-Bewegung noch nicht einbezogen werden konnten.

Infolge dessen hatte Bischof Ackermann im Juli 2020 zunächst angekündigt, eine zweite Historikerkommission gemäß der für Seligsprechungsverfahren maßgeblichen Instruktion Sanctorum Mater einsetzen zu wollen [...]

Im Austausch mit [...] Experten verschiedener Disziplinen über das weitere angemessene Vorgehen und auf der Basis der Erfahrungen des letzten Jahrzehnts im Bereich der Aufklärung und Aufarbeitung von Missbrauch verschiedener Formen zeigten sich zwei Notwendigkeiten, die es zu berücksichtigen gilt: Unter inhaltlichen Gesichtspunkten kann ein Gesamtbild nur erreicht werden, wenn zusammen mit der Geschichtswissenschaft auch Psychologie und Pädagogik einbezogen werden. Dabei ist es unabdingbar, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit den zu klärenden Fragen frei, das heißt unabhängig und transparent erfolgt. Dies kann eine reine Historikerkommission entsprechend der römischen Instruktion so nicht leisten.


Darüber hinaus hat Bischof Ackermann einen weiteren Aspekt der Causa Kentenich überprüfen lassen: Ein amerikanischer Bürger hat Kentenich in den 1990er Jahren beschuldigt, ihn in den Jahren 1958 bis 1962 sexuell missbraucht zu haben. Ackermann ließ 2021 den in den USA bereits kirchlicherseits untersuchten Vorwurf durch einen ehemaligen Bundesstaatsanwalt noch einmal darauf prüfen, ob die damalige Untersuchung auch nach heutigen Kriterien als ausreichend betrachtet werden könne. Das anwaltliche Gutachten kommt zu keinem eindeutigen Ergebnis, sondern regt an, diese Frage im Kontext mit den weiteren noch zu klärenden Aspekten zu bewerten.

„Die Diskussionen der letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass es eine vertiefte Forschung zu Person und Wirken von Josef Kentenich braucht“, so Bischof Ackermann. „Deshalb würde ich es sehr begrüßen, wenn es in den kommenden Jahren eine entsprechende Forschung gibt.“ Zugleich ist dem Bischof der Hinweis wichtig, dass mit der Aussetzung des Verfahrens kein Urteil über Leben und Wirken von Pater Kentenich gefällt ist.

Die Entscheidung von Bischof Ackermann ist mit der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen besprochen und dem Präsidium der internationalen Schönstatt-Bewegung mitgeteilt worden. „Mir ist bewusst, dass die Aussetzung des Seligsprechungsverfahrens für die Schönstatt-Familie ein schmerzlicher Schritt ist“, so der Bischof von Trier. Damit werde jedoch die Bedeutung des vielfältigen Wirkens von Schönstatt weltweit in keinster Weise geschmälert.

 

Die Stellungnahme der Schönstatt-Bewegung: Generalpräsidium des Internationalen Schönstatt-Werkes – Zur Pressemitteilung des Bistums Trier vom 3. Mai 2022 - „Seligsprechungsverfahren für Pater Kentenich ausgesetzt“

 

Als Generalpräsidium des Internationalen Schönstatt-Werkes haben wir die Entscheidung von Bischof Stephan Ackermann zur Kenntnis genommen, den Seligsprechungsprozess für den Gründer der Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich, auszusetzen. Wir nehmen diese Entscheidung auf, nicht ohne Dank an die Diözese für die bereits erfolgte Bearbeitung im Verfahren. Schönstatt wird die Aussetzung des Seligsprechungsverfahrens für weitere intensive Aufarbeitung der geschichtlichen Zusammenhänge nutzen.

Gegen Pater Kentenich wurden vor zwei Jahren Missbrauchsvorwürfe öffentlich gemacht. Im März 2020 wurden die vatikanischen Archive bis zum Ende des Pontifikats von Papst Pius XII. im Jahr 1958 geöffnet. Es entstand der Eindruck, die oben genannten Vorwürfe seien durch Dokumente in diesen nun zugänglichen Archiven zum Vorschein gekommen; dadurch sei der eigentliche, bisher verschleierte Grund für das Exil Pater Kentenichs offengelegt worden. Tatsächlich entstammen die seit 2020 publizierten Vorwürfe fast vollständig den Archiven der Pallottiner in Limburg – nicht den erst jetzt zugänglichen römischen Archiven – und lagen bereits im Seligsprechungsverfahren vor. Die an dem Verfahren Beteiligten kannten die Akten, durften sie aber nicht publizieren. Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass die Dokumente aus den römischen Archiven den bereits im Seligsprechungsverfahren bekannten Vorwürfen nichts substanziell Neues hinzufügen. Das neu zugängliche Archivmaterial ist aber deshalb bedeutsam, weil es hilft, die Gesamtsituation der Visitationen Schönstatts und der Exilszeit Pater Kentenichs zu erhellen.

Auf dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Pater Kentenich ließ Bischof Ackermann den bereits im Rahmen des Seligsprechungsverfahrens untersuchten Vorwurf eines amerikanischen Bürgers, Pater Kentenich habe ihn sexuell missbraucht, 2021 nochmals untersuchen. Wir nehmen das in der Pressemitteilung des Bistums vermittelte Ergebnis zur Kenntnis.

Die von Bischof Ackermann 2020 angekündigte Forschungsgruppe, zunächst als Historikerkommission gedacht, dann als Expertengruppe zusammengerufen, hat inhaltlich nicht gearbeitet. Der Bischof regt dennoch eine transparente und freie Forschung an. Wir teilen dieses Anliegen. Wo bisher aus Rücksicht auf das laufende Seligsprechungsverfahren Zurückhaltung und Diskretion geboten waren, können Fragen und Erkenntnisse nun mit der gebotenen Offenheit behandelt und kommuniziert werden. Überlegungen, in welchem Rahmen die Forschungen fortgesetzt werden, sind im Gange.

Die Entscheidung des Bischofs ist für uns als Schönstätter ein Impuls. Die weitere Erforschung der Zusammenhänge kann helfen, den Gründer Schönstatts noch besser zu verstehen, auch als Persönlichkeit, die im Bewusstsein ihrer Sendung für die Kirche Widerstände hervorruft und aushalten kann. Unser Streben nach einem zeitgemäßen authentisch christlichen Leben, das Kirche und Gesellschaft mitgestaltet, ist der beste Weg, Pater Kentenich in seiner Bedeutung für heute lebendig zu halten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  3. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  4. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  5. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  6. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  7. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  8. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  9. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  10. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  11. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  12. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  13. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  14. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  15. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz