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Festmonat Dezember: Kirche feiert Nikolaus, Barbara und Maria25. November 2021 in Chronik, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Im Advent werden auch beliebte Heilige gefeiert
Wien (kath.net/KAP) Der Monat Dezember ist nicht nur von der vorweihnachtlichen Adventzeit geprägt, die Kirche begeht auch Festtage beliebter Vorbilder im Glauben: Am 4. Dezember steht die heilige Barbara, zwei Tage später der heilige Nikolaus im Mittelpunkt. Am 8. Dezember feiern Katholiken das Fest Mariä Empfängnis.
Das erste Fest, nachdem die erste Kerze auf dem Adventkranz entzündet wird, ist am 4. Dezember der Tag der heiligen Barbara. Die Heilige gilt als Patronin der Bergleute und Architekten und wird als eine der vierzehn Nothelfer angerufen. Sie hat aber auch einen Bezug zu Weihnachten: An ihrem Festtag werden heute vielerorts Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt, damit sie zu Weihnachten blühen. Die Blüten dieser "Barbarazweige" symbolisieren die Geburt Jesu.
Im Hintergrund der Tradition steht eine Legende: Barbara stammte aus Kleinasien. Im Jahr 306 starb sie den Märtyrertod, weil sie Christin war. Am Tag ihres Todes soll ein Kirschzweig, den sie zuvor ins Wasser gestellt hatte, zu blühen begonnen haben. Als Heilige der Bergleute und Architekten stehen Statuen von ihr heute in vielen Tunneln zum Dank und als Ausdruck der Bitte um Schutz.
Heiliger Nikolaus
Millionen von Nikoläusen bevölkern Jahr für Jahr die Supermarkt-Regale. Der "Urahn" der Schokoladenmänner, der heilige Nikolaus, war im 4. Jahrhundert Bischof von Myra (heute: Demre) im kleinasiatischen Lykien in der heutigen Türkei. Als Sohn reicher Eltern soll er sein ererbtes Vermögen unter den Armen verteilt haben. Schiffer und Geschäftsleute aus Bari entführten die Gebeine der Heiligen 1087 aus Myra ins süditalienische Bari, wo sie bis heute ruhen.
Um den Heiligen - einer der am meisten verehrten der Christenheit - ranken sich zahlreiche Legenden. Einer dieser Legenden zufolge erweckte Nikolaus drei ermordete Schüler wieder zum Leben. Einer anderen Legende nach schenkte er drei Mädchen heimlich Gold für die Aussteuer, um sie vor der Tempelprostitution zu bewahren.
Der Brauch, den Nikolaus speziell zu den Kindern zu schicken, stammt aus dem Mittelalter: Klosterschüler wählten am Vorabend des Festes einen "Kinderbischof". Abt oder Bürgermeister gaben die Herrschaft für einen Tag symbolisch in die Hände der Kinder. Der "Kinderbischof", bekleidet mit einer Mitra und den Gewändern eines Bischofs, "visitierte" die Klosterschule und tadelte oder belohnte mit Süßigkeiten.
In den vergangenen Jahren haben kirchliche Organisationen Initiativen gestartet, um das Andenken des Heiligen zu fördern und ihn vom aus dem US-amerikanischen Raum importierten "Santa Claus" der Werbung abzugrenzen. Auch "Santa Claus" geht natürlich auf den Heiligen Nikolaus zurück; allerdings musste er im reformiert-presbyterianischen Raum wegen der scharfen Ablehnung der Heiligenverehrung aller Attribute entkleidet werden, die dem katholischen Denken entsprechen.
Mariä Empfängnis
Am 8. Dezember feiern Katholiken das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" (Mariä Empfängnis). Dabei wird nicht - wie irrtümlich oft angenommen - die Jungfräulichkeit Mariens gefeiert, sondern die Überzeugung der Kirche, dass Maria seit Beginn ihrer leiblichen Existenz ohne Sünde gewesen ist. Das entsprechende Dogma wurde 1854 von Papst Pius IX. als Glaubenslehre der katholischen Kirche verkündet. Davon zu trennen ist die Lehre von der jungfräulichen Empfängnis Jesu durch den Heiligen Geist.
In Österreich hat der 8. Dezember eine jahrhundertealte Tradition, die bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückreicht. In der NS-Zeit wurde der Feiertag am 8. Dezember abgeschafft. Nach Ende des Krieges führte eine von Hunderttausenden Österreichern getragene Unterschriftenaktion zu seiner Wiedereinführung. Der Beschluss des Nationalrats im Jahr 1955 ist auch Ausdruck des Dankes für die wiedererlangte Freiheit Österreichs. In den vergangenen Jahren sorgte die Erlaubnis zum Offenhalten der Geschäfte am 8. Dezember immer wieder für Debatten.
Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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