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Russland: Keine Kirchenrückgabe an Katholiken in Smolensk

5. Juni 2021 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Große neugotische Kirche in der westrussischen Stadt bleibt geschlossen und droht endgültig zu verfallen - VIDEO


Moskau (kath.net/KAP) Erfolg und Misserfolg liegen für die kleine römisch-katholische Minderheit in Russland eng beisammen. Nachdem die katholische Gemeinde von Weliki Nowgorod erst im März die Rückgabe der St.-Peter-und-Paul-Kirche feiern konnte, bleibt ein solches Erfolgserlebnis den Katholiken von Smolensk verwehrt. Die Gemeinde in der westrussischen Stadt bemüht sich seit rund 30 Jahren, die ehemalige katholische Kirche von den Behörden zurückzubekommen. Nun hat dieser Tage auch das Regionalparlament gegen die katholische Gemeinde entschieden, wie der Pro Oriente-Informationsdienst unter Berufung auf die Nachrichtenagentur "Asianews" berichtete.

Die Kirche befindet sich in einem äußerst schlechten baulichen Zustand. Die katholische Gemeinde hätte sich bereit erklärt, für die Renovierung aufzukommen, dennoch wurde ihrem Wunsch nicht entsprochen.


Die große neugotische Kirche wurde in den 1890er-Jahren erbaut und 1898 geweiht. Sie ersetzte eine ältere katholische Kirche, die zu klein geworden war. Als eine der wichtigsten Städte im Nordwesten Russlands hatte Smolensk seit jeher enge Beziehungen zu den benachbarten stärker katholisch geprägten Ländern Polen und Litauen. Dementsprechend gab es auch eine bedeutende katholische Gemeinde in der Stadt.

Nach der Revolution wurden 1922 zuerst die Kirchenglocken entfernt und die Kirche schließlich 1936 endgültig geschlossen. Der damals zuständige Priester Ignat Zolnerovic wurde verhaftet und in verschiedene Straflager verschleppt. Er starb 1939 in Kasachstan. 1940 wurde in der Kirche ein Archiv des Geheimdienstes NKWD eingerichtet, später wurden die Räumlichkeiten als allgemeines Archiv genutzt.

Aktive katholische Gemeinde

Seit Anfang der 1990er-Jahre bemühen sich die örtlichen Katholiken um die Rückgabe der Kirche. 1992 wurde ihnen zumindest die Nutzung einer Friedhofskapelle im Besitz einer katholischen Familie zugesprochen. Seitdem feiert ein aus Polen stammender Priester in dem Gebäude die Messe. In einem kleinen Pfarrhaus finden zudem diverse gemeinschaftliche Aktivitäten statt, hier hat auch die Pfarr-Caritas ihren Sitz. Die vorhandenen Räumlichkeiten sind allerdings für die Gemeinde viel zu klein. Gegenwärtig zählt die katholische Gemeinde rund 3.000 Mitglieder.

Dass die Kirche dringend saniert werden muss, um nicht gänzlich zu verfallen, ist den Behörden durchaus bewusst. Im Jahr 2016 wurde ein Projekt zur Restaurierung des Mittelschiffs der Kirche zu einem Konzertsaal für Orgeln vorgelegt. Doch diese Pläne der Behörde wurden nie verwirklicht. Das Denkmalamt der Region Smolensk versuchte wiederholt, mit den Restaurierungsarbeiten zu beginnen, bekam jedoch nicht die dafür notwendigen staatlichen Mittel. Schließlich wurde die Kirche 2018 endgültig geschlossen.

Das Regionalparlament hat in seiner aktuellen Entscheidung selbst kritisiert, dass der Verfall der Kirche einfach hingenommen wird. Eine Begründung, weshalb man nicht die Katholiken zum Zug kommen lässt, war der Entscheidung des Gremiums trotzdem nicht zu entnehmen.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

VIDEO - Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria in Smolensk (russisch)

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