Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  6. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  9. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  10. Was auch immer Synodalität sein soll
  11. Wir können NICHT schweigen!
  12. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  13. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  14. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  15. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand

La Sagrada Familia - Die in den Himmel wächst

18. Dezember 2012 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein Film blickt hinter die Kulissen der Sagrada Familia. Von Joachim Heinz (KNA)


Zürich/Bonn (kath.net/KNA) Es ist eine Baustelle der Superlative - und das seit mehr als einem Jahrhundert. Am 19. März 1882 legten die Stifter am damaligen Stadtrand von Barcelona den Grundstein für eine Kirche. Geplant war ein Gotteshaus mit Anklängen an Romanik und Gotik. Ein Jahr später übernahm der Architekt Antoni Gaudi die Regie. Aus dem eher spartanischen Entwurf wurde ein wild wucherndes Großprojekt: der «Temple Expiratori de la Sagrada Familia». Die nach wie vor unfertige «Sühnekirche der Heiligen Familie» gehört längst zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Spaniens. Allein 18 Türme sollen sie dereinst krönen, der gewaltigste davon stellt mit 170 Metern sogar den bisherigen Weltrekordhalter, das Ulmer Münster, in den Schatten.

In seinem Dokumentarfilm «Sagrada - Wunder der Schöpfung», der an diesem Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, blickt der Schweizer Filmemacher Stefan Haupt hinter die Kulissen dieser «ewigen Baustelle». Aus vielerlei Perspektiven fängt er die im wahrsten Sinne des Wortes unglaublichen Dimensionen der bereits ganz oder teilweise fertiggestellten Abschnitte ein: Zum Beispiel das 90 Meter lange Hauptschiff. Oder das 75 Meter hohe Abschlussgewölbe. Für Außenaufnahmen flog er im Helikopter um den Bau oder ließ die Kamera an einem der Baukräne befestigen, die wie riesige Insekten auf dem Betongebirge kreisen.


Allerdings, so betont Haupt, sei es ihm nicht darum gegangen, «die üblichen Touristenbilder» ein weiteres Mal auf die Leinwand zu bringen. Stattdessen habe er die Menschen kennenlernen wollen, die an der Vollendung dessen wirken, was Gaudi bis zu seinem Tod 1926 umtrieb. In vierjähriger Drehzeit sind ihm dabei intensive Momentaufnahmen gelungen. Etwa von dem aus Japan stammenden Bildhauer Etsuro Sotoo, der mit großem Respekt das Werk des von ihm verehrten Gaudi fortführt. Von Glasmaler Joan Vila-Grau, der seinem Beruf mit der Ruhe eines mittelalterlichen Meisters nachgeht.

Deutlich wird im Laufe des Films, dass den Arbeiten an der mitunter monströs anmutenden Sagrada Familia tatsächlich etwas Familiäres anhaftet. Da ist der entfernt an seinen Landsmann Pablo Picasso erinnernde Architekt Jordi Bonet, der freimütig einräumt, dass er die Fertigstellung der Kirche wohl nicht mehr erleben werde. Wenig später kommt sein Bruder Lluis Bonet ins Bild. Der Priester feiert in der Krypta regelmäßig Gottesdienst. Es ist der einzige bislang komplett fertige Raum. Vorarbeiter Jaume Torreguitart erzählt, dass er über seinen Vater auf die Baustelle gekommen ist. Von ihm habe er alles gelernt. Ein besonderer Moment des Films ist die Stelle, an der Jaume den alten Mann über die Dächer der Kirche führt. Der Bau zieht Generationen in seinen Bann.

Wie in jeder Familie gibt es jedoch auch Konflikte. Was schwebte Gaudi tatsächlich vor? Ist das, was seit 1926 im Stadtteil Eixample geschieht, eine originalgetreue Fortführung oder eine eigenständige Kreation? Darüber lässt sich trefflich streiten, zumal ein Großteil von Gaudis Modellen in den 1930er Jahren während der Wirren des Spanischen Bürgerkriegs zerstört wurde. Und so verwundert es nicht, dass manch einer die Einstellung der Arbeiten forderte und dafür plädierte, aus der Kirche ein Museum zu machen. Zumindest diese Schlacht ist geschlagen. Bei der Filmpremiere in Barcelona, erzählt Haupt, waren alle vereint: Arbeiter, Architekten und Kritiker von früher. «Für mich einer der schönsten Momente», so der Filmemacher.

Unterdessen wächst die Sagrada weiter in den Himmel. Nach der Weihe durch Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 in deutlich schnellerem Tempo, wie es scheint. Bis 2026 hoffen die Verantwortlichen, den Schlussstein legen zu können. Das wäre dann das 100. Todesjahr von Architekt Gaudi. Sollte auch dieses Datum verstreichen, dürfte dessen legendärer Spruch ein weiteres Mal bemüht werden, der sowohl auf die Bauherren, als auch auf Gott selbst gemünzt war: «Mein Kunde hat keine Eile.»

Trailer: SAGRADA - Das Wunder der Schöpfung


(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Film

  1. Warum Mel Gibson sich entschlossen hat, ‚Die Passion Christi‘ zu drehen
  2. US-Schauspieler David Henrie sieht ‚neue Renaissance‘ für religiöse Themen in Hollywood
  3. Warteschlangen vor den Kinos: Der Film „Sacré Coeur“ bricht in Frankreich Zuschauerrekorde!
  4. Zehn Jahre ‚Sehnsucht der ewigen Hügel‘
  5. Angel Studios bringen Film mit Jonathan Roumie und Kevin James in die Kinos
  6. Dreharbeiten zu Mel Gibsons ‚Die Auferstehung des Christus‘ sollen im August in Rom beginnen
  7. Netflix kündigt neuen Film der Reihe ‚Die Chroniken von Narnia‘ für 2026 an
  8. Dokumentation über Papst Benedikt XVI. gewinnt Emmy
  9. Die fünf beliebtesten katholischen Filme
  10. ‚Die Passion Christi: Auferstehung’ – Dreharbeiten sollen 2025 beginnen







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Was eine Messe wiegt
  3. Das 'Schwert des Heiligen Michael': Eine mysteriöse Linie, die sieben Heiligtümer verbindet
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Papst Leo XIV. entgeht knapp einer Geldstrafe in Peru
  6. Kardinal Müller ruft zum Marsch fürs Leben 2026 in Wien auf: Über 3.000 Teilnehmer erwartet
  7. Australien: 400 Prozent Anstieg von Euthanasiefällen in fünf Jahren
  8. Frankreich: Über 23 Millionen Zuschauer verfolgten die Reise von Papst am Bildschirm
  9. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  10. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  11. ‚Mundus reconciliatus Ecclesia‘ – Die Sendung der Kirche in der Welt
  12. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Satire aus den USA: Ungeborene tarnen sich als Todestrakt-Häftlinge, um Schutz zu erhalten
  15. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz