Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  5. Kirche im Verfall
  6. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  9. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  10. THESE: Warum die UNO weg muss!
  11. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  12. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  13. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  14. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

Psychotherapie für religiöse Menschen

27. Jänner 2004 in Österreich, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bei einer Fachtagung sprachen der Wiener Prälat und Psychiater, Johannes B. Torello, und der Grazer Universitätsassistent Raphael M. Bonelli über Seelsorge und Psychiatrie.


Feldkirch (www.kath.net) Dem Thema „Seelsorge und Psychiatrie: was kann der Priester in psychischen Grenzfällen tun?“ widmete sich eine Tagung des Priesterbildungsforums in Feldkirchen bei Graz am Montag. Der Wiener Prälat Johannes B. Torello, Priester und Psychiater, ging in seinem Vortrag „Beichte, geistliche Führung und Psychiatrie“ auf den Unterschied zwischen Beichte und Psychotherapie ein.

Kein Psychotherapeut könne die Sünden vergeben. Er wies hier auf die Tatsache hin, dass oftmals - zu recht bestehende - Schuldgefühle wegpsychologisiert werden würden. Damit würde man den Menschen aber die Freie Willensentscheidung und letztlich ihre Würde nehmen. Torello ermunterte die anwesenden Priester, "ganz Priester" zu sein, und nicht "halbe Psychotherapeuten" spielen zu wollen.

Er selbst sei andererseits der Ansicht, dass es noch immer zu wenige gute Psychotherapeuten gäbe; er rate aus vielen Jahren Erfahrung dringend dazu, die betreuten Menschen mit psychischen Problemen immer zu einem ärztlichen Psychotherapeuten zu schicken. In diesem Zusammenhang wies er auf einen von ihm miterlebten Fall hin, der jahrelang wegen einem angeblichen neurotischen Konflikt von einem nicht-ärztlichen Psychotherapeuten therapiert wurde bis man bei diesem Patienten einen Hirntumor feststellte. Viele medizinische Krankheiten würden eine psychische Störung täuschend echt imitieren, erklärte Torello. Psychotherapie gehöre deswegen in die Hände von erfahrenen Ärzten, die durch ihre Ausbildung auch dieses Spektrum abdecken würden.

Bonelli: Religiosität schützt nicht vor psychischen Problemen

Raphael M. Bonelli, Assistent an der Grazer Universitätsklinik für Psychiatrie, gab in seinem Referat „Was ein Beichtvater über Psychiatrie wissen sollte“ einen Überblick über die sieben Hauptgruppen der psychiatrischen Störungen. Besonderes Augenmerk legte er auf die Probleme religiöser Menschen. Religiosität schütze nicht vor psychischer Problematik, betonte Bonelli.

Besonders endogene Psychosen wie Schizophrenie und endogene Depression dürften nach heutigem Wissensstand unabhängig von der Lebensführung auftreten, erklärte Bonelli. Dann sei vom religiösen Menschen - wie von allen anderen Patienten auch - die "Demut" verlangt, die in letzten Jahrzehnten entwickelten Psychopharmaka zu sich zu nehmen. Er beobachte in religiösen Kreisen oftmals eine Skepsis, die ihm "anachronistisch" erscheine. Auch die Psychotherapie sei für den religiösen Menschen bei vielen Indikationen hilfreich, insbesondere bei den Angst- und Zwangsstörungen.

Allerdings sei nicht jede Psychotherapieform und jeder Psychotherapeut für religiöse Patienten geeignet, betonte Bonelli. Sowohl das Menschenbild mancher Therapieformen wie auch vieler Psychotherapeuten widersprächen dem Christentum diametral. Es sei angebracht, dem Psychotherapeuten die Frage nach seinem Quellenberuf zu stellen, da die Psychotherapie eine Zusatzqualifikation sei.

Für Gläubige seien drei Punkte problematisch: die Psychologisierung der Schuld in der Psychotherapie, denn dabei gehe die persönliche Verantwortung verloren; die Mechanisierung der Sexualität, nach dem Motto: „wenn man etwas nicht auslebt, kommt notwendigerweise eine Neurose heraus“; sowie die Dogmatisierung des Gefühls, das heißt, nicht Werte und Bindungen sind entscheidend, sondern „was ich spüre“ und „wie es mir damit geht“.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Psychologie

  1. Falsche Studie über religiöse Erziehung zurückgezogen
  2. Gerichtsgutachter: Gesellschaft leidet an Wertschätzungskrise
  3. Erworbenes und übernatürliches Wissen – wo liegt die Grenze?
  4. Konservative sind glücklicher als Progressive
  5. Sexuelle Übergriffe - Attacken auf die Seele
  6. Führen gute Charaktereigenschaften automatisch zum besseren Menschen?
  7. Die zerstörerischen Elemente des Triebes
  8. Glaubensverführer auf hohem Niveau
  9. Gottesdienstbesuch reduziert Selbstmordrisiko bei Frauen
  10. Psychologie der Askese







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  4. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  5. Der Tod der Theologie in Deutschland
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Kirche im Verfall
  9. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  10. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  11. „In unendlicher Liebe durch das Leben geführt“
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  14. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz