Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!
  2. Kardinal Koch möchte Versöhnung von Alter und Neuer Messe
  3. Der grosse Betrug
  4. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  5. Corona-Ausbruch in Frankfurter Baptistengemeinde
  6. Papst Franziskus in Geldnot!
  7. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  8. Schwaderlapp: Forumsmehrheit ist auf Treibsand gebaut
  9. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  10. Österreichische Bischöfe bitten im Corona-Hirtenwort um Entschuldigung

Gerichtsgutachter: Gesellschaft leidet an Wertschätzungskrise

4. August 2019 in Familie, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Psychologe Haller warnt vor Narzissmus und Sucht nach Lob - Bei jedem Menschen kann das "innewohnende Böse" irgendwann zum Durchbruch kommen


Wien (kath.net/KAP) Der Psychologe und Gerichtsgutachter Reinhard Haller warnt vor einer Wertschätzungskrise in der Gesellschaft. Gründe dafür seien ein zunehmender Narzissmus und die Sucht nach Lob. "Jeder will gelobt und anerkannt sein und reagiert tief gekränkt, wenn er das nicht erhält", sagte Haller im Interview für die sechste Folge der "Sommergespräche" auf "radio klassik Stephansdom" und die Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag". Als Gegenmodell zur negativen Spirale von Erwartung und Enttäuschung, Kränkungen und Leid schlug der Gerichtsgutachter vor, Menschen mit mehr Wertschätzung zu begegnen. "Es gibt keinen besseren Motivationsfaktor", betonte der Autor des 2019 erschienenen Buchs "Das Wunder der Wertschätzung".

Jeder Mensch habe gute und schlechte Anteile in sich, erklärte Haller, der als Gutachter im Fall des Serienmörders Jack Unterweger und Briefbombenattentäters Franz Fuchs eine breite Bekanntheit erlangte. Eine Versinnbildlichung von diesem Bösen sei das biblische Bild der Verführung Evas mit dem Apfel der Schlange oder die theologische Vorstellung der Erbsünde.

Bei jedem Menschen könne das "innewohnende Böse" irgendwann zum Durchbruch kommen. "Das Böse kann niemand so recht erklären", so der Neurologe wörtlich. Sicher sei nur, dass es sein Gesicht immer wieder wandle und in unterschiedlichen Formen zutage tritt.

Im Zusammenhang mit dem Bösen habe die Angst eine Art Schutzfunktion und sollte "ein Wachhund in unserm Leben sein". Gleichzeitig dürfe sie "aber niemals zu einem reißenden Wolf werden", warnte der Psychiater. Angst sei zwar "nicht von vornherein etwas Schlechtes", könne aber die Lebensfreude nehmen, bedrücken oder misstrauisch machen. Um dem entgegenzuwirken sei das richtige Maß an Zuwendung, Zärtlichkeit und Zeit in den ersten drei Lebensjahren besonders wichtig, erklärte Haller, der sich selbst als "ängstlicher Mensch" und "ängstlich erzogen" bezeichnete.

Als "begnadet" bezeichnete Haller hingegen Menschen, die "das Glück eines religiösen Bezugs haben, die also so etwas wie Glauben in sich verspüren". Glaube bestehe im Zwischenbereich von Wissen, Ahnen und dem Abwägen von Möglichkeiten und Hoffnungen. Man könne darum "nicht ungläubig sein", erklärte der Psychotherapeut. Keine Chance hätten im Gegenzug aber auch alte Vorstellungen und Erklärungsmodelle, die vorschreiben würden, was man zu glauben habe. Der Glaube beginne dort, wo man erkenne, dass man sich als Mensch "nur in bestimmten Dimensionen bewegen und denken kann", zeigte sich der Buchautor überzeugt.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich - Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Fink 5. August 2019 
 

Psychiater- Psychologe- Psychotherapeut. Finde den Unterschied !

"Psychologe" klingt weich, klingt sympathisch, klingt besser wie "Psychiater". Nein, Prof. Dr. Reinhard Haller ist Facharzt für Psychiatrie, spezialisiert auf forensische Psychiatrie (Gerichtspsychiatrie). Und- für die Weiterbildung zum Psychotherapeuten braucht man entweder ein abgeschlossenes Medizinstudium, oder ein abgeschlossenes Psychologiestudium (zumindest in DEU ist das so).


0

0
 
 girsberg74 4. August 2019 
 

Interessanter / weiterführender Artikel

Es wäre aber gut gewesen, wenn Der Psychologe Reinhard Haller noch erklärt hätte, was er versteht, wenn er sagt:

"Keine Chance hätten im Gegenzug aber auch alte Vorstellungen und Erklärungsmodelle, die vorschreiben würden, was man zu glauben habe."

Nicht dass dies dann als eine Anweisung verstanden wird, dass man sich auf den "synodalen Weg" begeben soll oder sonst etwas Vergleichbares zu tun - Hauptsache, dass es nichts Altes ist.


1

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Psychologie

  1. Falsche Studie über religiöse Erziehung zurückgezogen
  2. Erworbenes und übernatürliches Wissen – wo liegt die Grenze?
  3. Konservative sind glücklicher als Progressive
  4. Sexuelle Übergriffe - Attacken auf die Seele
  5. Führen gute Charaktereigenschaften automatisch zum besseren Menschen?
  6. Die zerstörerischen Elemente des Triebes
  7. Glaubensverführer auf hohem Niveau
  8. Gottesdienstbesuch reduziert Selbstmordrisiko bei Frauen
  9. Psychologie der Askese
  10. Der Glaube schützt die Psyche








Top-10

meist-gelesen

  1. Bistum Trier: Klobürsten-Segen durch Pfarrer Leick
  2. Kardinal Müller warnt vor Unterdrückung der katholischen Kirche
  3. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!
  4. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  5. Papst Franziskus in Geldnot!
  6. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  7. Vom Lehramt längst beantwortet
  8. Der grosse Betrug
  9. Türkischer Botschafter in Wien: Weihnachten ist egoistisch
  10. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz