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"Liebt einander, wie ich euch geliebt habe"

6. Mai 2018 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
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"Unüberbietbar ist Gottes Liebe zu uns! Er zeigt sie uns in seinem Sohn Jesus Christus, der sein Leben hingibt für uns in seinem Tod am Kreuz." Sonntagspredigt von Josef Spindelböck


St. Pölten (kath.net/St. Josef)
6. Sonntag der Osterzeit B (06.05.2018)
L1: Apg 10,25-26.34-35.44-48; L2: 1 Joh 4,7-10; Ev: Joh 15,9-17

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wenn wir das private und öffentliche Leben vieler Menschen etwas näher betrachten, so läuft hier vieles nach dem Motto ab: „Ich gebe dir (etwas) – und du gibst mir (dafür etwas Gleichwertiges zurück).“ Oder auch: „Ich gebe, damit du (mir dann etwas) gibst.“ (Die alten Lateiner haben es kurz und bündig formuliert mit „Do, ut des.“

Eine solche Haltung ist verständlich und naheliegend. Wir können sogar sagen, dass es im normalen Leben eine gewisse Verlässlichkeit des Austauschs der Güter und Waren braucht. Eine gewisse Berechenbarkeit nicht nur der Güter und Dienstleistungen, sondern auch der Menschen rund um uns herum setzen wir einfach voraus. Wir sehen darin sogar eine Form der Gerechtigkeit verwirklicht, die sogenannte „Tauschgerechtigkeit“ (iustitia commutativa).

Aber ist das alles im Leben? Reicht uns dies als Menschen aus, dass vieles nach dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung funktioniert? Ist dies schon jene Wertebene, auf der wir uns bewegen wollen?


Gewiss nicht! Das heutige Evangelium führt uns zu einer tieferen Sicht des Lebens. Es geht nicht um die Berechenbarkeit des jeweils anderen, sondern um den Überschuss an Liebe, Vertrauen und Hingabe, welchen wir unverdient empfangen dürfen, um genau diese Liebe dann auch weiterzugeben.

Hier hat eine Frage: „Was bringt mir das?“ oder „Was nützt mir dies?“ keine Berechtigung. Denn wer wirklich liebt, sucht das Gute das anderen. Die geliebte Person wird als wertvoll angesehen, und zwar nicht nur für einen selber, sondern als wertvoll in sich. Eben deshalb sagen Liebende zueinander: „Es ist gut, dass es dich gibt.“ Sie sagen nicht nur: „Ich brauche dich (für mich).“ Oder: „Ich will, dass du für mich da bist und mir Gutes erweist.“ Die Liebe des Wohlwollens und der Hingabe geht weiter. Sie möchte dem geliebten Menschen Gutes erweisen und die geliebte Person in allem Guten fördern. Das größte und höchste Gut aber, das wir einem anderen Menschen wünschen können, ist die Gemeinschaft mit Gott! Denn Gott selber ist Liebe, wie es uns die Lesung aus dem 1. Johannesbrief (4,8) klar macht.

Wo aber finden wir den Schlüssel zur wahren Liebe? Wie bekommen wir einen Zugang dazu? Zuallererst genau dadurch, dass wir selber Liebe empfangen. Eben deshalb ist es so wichtig für ein Kind, dass es von seinen Eltern wirklich angenommen und bedingungslos geliebt wird, noch vor aller Vorleistung. Wenn es heißt: „Ich liebe dich nur, wenn du brav bist oder dich wohlverhältst“, so ist dies schon eine Liebe mit Bedingungen, und dann wird sich das Kind eben deshalb schon schwertun, wirklich brav oder lieb zu sein, weil es nicht spürt und weiß, dass es zuvor schon und unabhängig von seinem Brav- und Lieb-Sein geliebt und angenommen wird. Gute Familien sind unersetzbar, denn in der Liebe der Eltern wird den Kindern ein Abglanz und eine Teilnahme an der göttliche Liebe vermittelt. Gott können wir nicht sehen; aber wir nehmen die Mitmenschen wahr. Ein Kind kann nur dann ein positives Verhältnis zu Gott als Vater entwickeln, wenn es die Liebe einer Mutter und eines Vaters hier auf Erden erfährt.

In höchstem Maß zeigt uns Jesus durch sein Wort und Beispiel, worin die wahre Liebe besteht. Er sagt nämlich: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13). Unüberbietbar ist Gottes Liebe zu uns! Er zeigt sie uns in seinem Sohn Jesus Christus, der sein Leben hingibt für uns in seinem Tod am Kreuz. Welche Liebe könnte größer und endgültiger sein?

Darum sind auch wir eingeladen, einander nach dem Maß der Liebe Jesu jene bedingungslose Liebe der Annahme und Hingabe zu erweisen, die größer und stärker ist als der Tod. Jede kleinliche Berechnung muss hier weichen; denn die Liebe in ihrer Vollendung ist eine Teilhabe an der Liebe Gottes. „Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott.“ (1 Joh 4,7).

Gehen wir also zum Quell der Liebe, die uns im geöffneten Herzen des Erlösers am Kreuz begegnet! Lassen wir uns von der Liebe Gottes beseelen, sodass wir auch unseren Mitmenschen in der Kraft jener Liebe begegnen können, mit der Gott uns liebt.

Dass es dabei auch Rückschläge und Misserfolge geben kann, ist kein Einwand, der das Gebot der Liebe überflüssig oder sinnlos machen würde. Im Gegenteil! Damit unser Leben wahrhaft menschlich ist und damit in der Welt mehr und mehr die Güte Gottes spürbar wird, sind wir aufgerufen und eingeladen zur Verwirklichung des Gebotes Christi: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“ (Joh 15,12b). Die selige Jungfrau Maria begleite uns hier mit ihrer Fürbitte!

Amen.


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Lesermeinungen

 lenitas 7. Mai 2018 
 

Ist diese Bedingungslosigkeit nicht auch gefährlich?

Manchmal frage ich mich, ob es nicht auch gefährlich ist, wenn Kinder tun und lassen können was sie wollen ohne dafür mit einer ernsten Konsequenz rechnen zu müssen. Oder lese ich den Text falsch? Ich frage mich nur, warum es heutzutage soviel Aggression von Kindern gegen Kinder gibt, ob nicht viel zu sehr verharmlost wird.


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