23 Juni 2018, 09:30
Die Geburt des Johannes erfüllt viele mit Freude
 
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"Stehen nicht gerade die ungeborenen Kinder unter dem besonderen Schutz Gottes?" Sonntagspredigt von Josef Spindelböck

St. Pölten (kath.net/St. Josef)
Hochfest der Geburt des hl. Johannes des Täufers B (24.06.2018)
L1: Jer 1,4-10; L2: 1 Petr 1,8-12; Ev: Lk 1,5-17
Am Tag: L1: Jes 49,1-6; L2: Apg 13,16.22-26; Ev: Lk 1,57-66.80


Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In diesem Jahr fällt das Hochfest der Geburt des hl. Johannes des Täufers auf einen Sonntag. Die Kirche freut sich darüber, dass Johannes, der Vorläufer Christi, geboren worden ist. Denn dieses Kind wurde dem betagten Ehepaar Zacharias und Elisabeth auf wunderbare Weise geschenkt, obwohl Elisabeth als unfruchtbar galt.

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Ist es nicht jedes Mal eine Freude, wenn ein Kind geboren wird? Gott selbst sagt Ja zu dieser menschlichen Person und hat etwas Großes vor mit diesem Kind. Schon vor der Geburt des heiligen Johannes haben sich außerordentliche Dinge ereignet: Zacharias übte im Tempel zu Jerusalem seinen Dienst aus, als ihm der Engel des Herrn ankündigte, sein Gebet sei erhört worden: Seine Frau würde ihm einen Sohn gebären; dessen Name sollte Johannes sein. Das heißt übersetzt: Gott ist gnädig.

Aber anstatt sich zu freuen, zweifelt Zacharias an den Worten des Engels. Zur Strafe dafür und zugleich als Zeichen des göttlichen Wirkens ist er von diesem Augenblick an stumm; er kann auch nichts mehr hören, und so muss man ihm durch Zeichen kundtun, was man ihm mitteilen will. Als dann Elisabeth tatsächlich ein Kind empfängt und unter ihrem Herzen trägt, da wächst auch bei Zacharias die Freude, und sein Glaube an das Wirken Gottes kehrt zurück. Er erhält seine Stimme wieder, als Johannes geboren wird. Johannes selber tritt dann später auf als der Vorläufer Jesu Christi. Er ist die „Stimme eines Rufers in der Wüste“ (Lk 3,4) und kündigt den Erlöser Jesus Christus an!

Interessant ist Folgendes: Die Jungfrau Maria war eine Verwandte von Elisabeth. Als der Engel Gabriel Maria die frohe Botschaft kundtat, sie solle die Mutter des Erlösers werden, da zweifelte sie nicht wie Zacharias, sondern sie glaubte. Auf ihre Frage, wie das geschehen solle, da sie mit keinem Mann sexuell zusammenlebte, antwortete ihr der Engel, dass Gott selber durch seinen Heiligen Geist dieses Wunder der Empfängnis wirken werde. Der Engel informierte sie auch darüber, dass ihre Verwandte Elisabeth ein Kind empfangen hatte und schon im sechsten Monat war. Bei Gott ist nichts unmöglich! Maria gab daraufhin bereitwillig ihr Einverständnis: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38).

Bald darauf besuchte Maria ihre Verwandte Elisabeth, und die beiden Frauen teilten ihr Geheimnis miteinander und jubelten im Heiligen Geist über das Große, das Gott an ihnen getan hatte. Als der Gruß Marias an das Ohr der Elisabeth drang, da bewegte sich das Kind in ihrem Leib voll Freude: der kleine Johannes jubelte darüber, dass Maria, die werdende Mutter des Erlösers, zu Elisabeth kam. Auf diese Weise begegneten sich auch die beiden ungeborenen Kinder durch die Worte und die Umarmung ihrer Mütter! Johannes wurde auf diese Weise bereits im Mutterschoß geheiligt, denn die Gnade des Erlösers war schon im Voraus an ihm wirksam.

Stehen nicht gerade die ungeborenen Kinder unter dem besonderen Schutz Gottes? Das ungeborene Kind ist der Mutter, aber auch dem Vater während der Schwangerschaft anvertraut, damit dann die Mutter dem Kind in der Geburt das Leben schenken kann. Jedes menschliche Leben ist schützenswert, ob geboren oder ungeboren. Daran wollen wir heute besonders denken und für alle Kinder beten!

Der kleine Johannes ist von Gott auserwählt. Er wird sich als Erwachsener zuerst in die Wüste zurückziehen, dort fasten und beten und dann den Menschen die Botschaft der Umkehr verkünden. Auf diese Weise wird er das Volk Gottes vorbereiten auf das Kommen des Erlösers, der bereits unerkannt mitten unter den Menschen steht. Jesus lässt sich dann am Jordan sogar von Johannes taufen, und dabei offenbart der himmlische Vater im Heiligen Geist seinen eingeborenen Sohn, den er in diese Welt gesandt hat. An ihn sollen die Menschen glauben!

Johannes weiß, dass er der Vorläufer ist. Er ist der letzte Prophet des Alten Testaments. Er steht bereits an der Schwelle zum Neuen Testament. Johannes weist hin auf Jesus, den Erlöser, denn Jesus Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt (vgl. Joh 1,29.36).

Wer an ihn glaubt, wird gerettet. Gott schenkt uns das ewige Heil durch die Hingabe des Lebens Jesu am Kreuz; in seiner Auferstehung wird uns die Macht des göttlichen Lebens offenbar.

Wir blicken heute voll Freude auf das Kind Johannes, dessen Geburt wir feiern. Johannes aber weist uns hin auf Jesus Christus, den Erlöser. Ihm zu dienen und ihm voranzugehen war seine höchste Freude, bis auch er seinen Lebenslauf vollendete und im Zeugnis für die Wahrheit Gottes eingehen durfte in die himmlische Herrlichkeit. Amen.

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