07 Oktober 2017, 15:00
Gute Frucht bringen für das Reich Gottes
 
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"Für die Gläubigen unserer Zeit drängt sich eine Frage auf: Wie sicher dürfen wir uns als Christen sein, dass uns die Schätze der Gnade und des Wortes Gottes weiterhin zur Verfügung stehen?" Sonntagspredigt von Josef Spindelböck

St. Pölten (kath.net/Sankt Josef)
27. Sonntag im Jahreskreis A (08.10.2017), L1: Jes 5,1-7; L2: Phil 4,6-9; Ev: Mt 21,33-44

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die Gleichnisse Jesu, besonders die Weinberggleichnisse, die an diesen Sonntagen gemäß dem Evangelium nach Matthäus verkündet werden, nehmen häufig Bezug auf das Wachstum in der Natur, auf die dafür nötige menschliche Betreuung und Pflege sowie auf die Ernte.

Alle diese Bilder aus der Natur sollen helfen, die Geheimnisse des Reiches Gottes besser zu verstehen. Ja, es geht nicht nur um ein intellektuelles Verständnis, sondern um eine Offenheit des Herzens für die rettende Botschaft von der Liebe Gottes.

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Gemeint sind letztlich die Zuhörer Jesu und damit auch wir, die wir durch die Verkündigung der Kirche in der jeweiligen Gegenwart mit dem Wort Gottes konfrontiert werden: Sind wir selber bereit, uns auf Gottes Liebe einzulassen und dann mit der Gnade Gottes auch Frucht zu bringen in Werken der Liebe? Oder gleichen wir eher einem unfruchtbaren Weinstock, der entweder gar keine Frucht bringt oder nur schlechte oder der doch weit hinter den berechtigten Erwartungen des Besitzers des Weinbergs zurückbleibt?

Im Gleichnis dieses 27. Sonntags im Jahreskreis A sendet der Gutsbesitzer zuerst seine Knechte zu den Winzern, um von diesen seinen Anteil zu erhalten. Die Winzer jedoch erweisen sich als treulos; sie misshandeln und töten die Knechte und zeigen damit, dass sie die Ansprüche des Gutsbesitzers ablehnen. Dieser schickt nochmals andere Knechte, denen es ebenso ergeht wie den ersten. Zuletzt sendet er seinen Sohn, in der Meinung, die Winzer würden diesen respektieren. Doch diese töten auch den Sohn des Gutsbesitzers! Welch ein Affront und Unrecht! Die Konsequenzen für die treulosen Winzer werden furchtbar sein. Der Weinberg aber wird an andere Winzer verpachtet werden, die ihre Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.

Die Zuhörer Jesu konnten leicht erkennen, dass er mit diesem Gleichnis sie selber meinte. Es geht um die Heilsgeschichte, um den Bund Gottes mit seinem Volk. Immer wieder hatte Gott dem Volk des Alten Bundes seine Propheten gesandt; doch oft wurden diese missachtet, ja auch misshandelt und getötet. Dem Sohn Gottes, den der himmlische Vater in die Welt gesandt hat, wird es ähnlich ergehen, ja er wird zum Tod am Kreuz verurteilt werden. Können sich die religiösen und politischen Anführer noch weiterhin auf ihr vermeintliches Recht berufen, dass sie zum auserwählten Volk gehören? Wird Gott der Herr nicht seine Gnade in Zukunft jenen schenken, die bisher noch nicht zu jenen Menschen gehört haben, denen Gott im Volk Israel seinen Bund angeboten hat?

Doch auch für die Gläubigen unserer Zeit drängt sich eine Frage auf: Wie sicher dürfen wir uns als Christen sein, dass uns die Schätze der Gnade und des Wortes Gottes weiterhin zur Verfügung stehen, wenn wir so sorglos, ja gleichgültig und ablehnend damit umgehen? Können sich die Christen in Europa weiterhin auf ihr christliches Erbe berufen, das sie in den letzten Jahrzehnten, ja Jahrhunderten immer weniger geschätzt haben? Wenn sie ihrer christlichen Berufung oft so wenig entsprochen haben, kann da Gott der Herr nicht auch andere Menschen durch seinen Heiligen Geist erwecken, die vielleicht noch fern sind vom christlichen Glauben? Werden vielleicht auch manche Angehörige des Islam an unsere Stelle treten, indem sie Jesus Christus als den Herrn und Messias entdecken und ihn im Glauben annehmen?

Jeder von uns darf und soll sich selber fragen: Bemühe ich mich treu zu sein gegenüber Gott, der mich in Liebe erwählt und berufen hat? Schätze ich die vielen Gnaden, die Gott mir und meinen Angehörigen schon geschenkt hat?

Möge uns der Heilige Geist aufs Neue entflammen, damit wir in Liebe Frucht bringen für das Reich Gottes! Möge die Fürbitte der Gottesmutter Maria, der Rosenkranzkönigin, im Jubiläumsjahr der Erscheinungen von Fatima eine grundlegende Umkehr der Herzen zu Gott erwirken. Gott nimmt jeden an, der sich zu ihm bekehrt; wir wollen der Gnadenstunde des gegenwärtigen Anrufes Gottes entsprechen und so mit seiner Hilfe den Weg des Heiles gehen. Amen.







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