22 Februar 2018, 16:00
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„In diesen Tagen kann jeder Leser in Deutschland für 20 Euro im Buchhandel ein Wunder erwerben und sich davon stärken lassen... Das Wunder ist ein Buch. Es heißt ‚Die 21‘ und wurde verfasst von Martin Mosebach.“ Gastbeitrag von Paul Badde

Rom (kath.net/Die Tagespost) In diesen Tagen kann jeder Leser in Deutschland für 20 Euro im Buchhandel ein Wunder erwerben und sich davon stärken lassen. Eigentlich sind es zwei Wunder in einem. Das ist kein Scherz, auch wenn es hier nicht um eine unerklärliche Spontanheilung geht, wohl aber um die wirkliche Linderung einer Trostlosigkeit, die in letzter Zeit immer größere Kreise der Christenheit Europas ergreift.

Das Wunder ist ein Buch. Es heißt „Die 21“ und wurde verfasst von Martin Mosebach, den wir hier nicht vorstellen müssen. Der Frankfurter Romancier hat elf Romane und zahllose Erzählungen und Essays verfasst, für die er mit den begehrtesten Preisen Deutschlands ausgezeichnet wurde. Neider verspotten ihn gern als ebenso hochgebildeten wie streitbaren Dandy-Dichter, weil er die Worte seiner Prosa wie ein Zauberer zu setzen weiß. Sein neues Buch aber ist kein Roman, sondern eine Reportage, und ein Werk, bei dem auch sonst alles anders ist. Hier vertieft er sich nicht in die verborgenen Abgründe des Seelenlebens der deutschen Intelligenzija, sondern bemächtigt sich eins der berühmtesten Bilddokumente, die die Medien in den letzten Jahren hervorgebracht haben. Jedes Kind mit einem Smartphone in der Hosentasche kennt die Bilder. Es ist ein kleiner Clip

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Und das ist das Wunder Nummer eins: Mosebach schreibt hier über jenes Propaganda-Video, das Komplizen der ISIS im Februar 2015 angefertigt haben, als 21 ihrer vermummten Henker 21 koptischen Christen am Strand der Küste Libyens die Kehle durchschnitten und die Wellen des Mittelmeers blutrot einfärbten. Der Clip ist genial orchestriert, als ein mörderisches Gesamtkunstwerk des Teufels. Er sollte für den Terrorfeldzug der Islamisten werben und ist doch in geheimnisvoller Verwandlung zu einem der stärksten christlichen Zeugnisse der heutigen Welt geworden. Auf dieses Video fokusiert Martin Mosebach sein neues Buch, und er ist dafür wie ein guter alter Reporter nach Ägypten gereist, um dort die Hinterbliebenen der Märtyrer zu befragen. Es wurde zur Suche nach einer verlorenen Zeit und einer vergessenen Welt voller Heiliger und Wunder und Märtyrer, die er im Herzland der alten Christenheit am Nil entdeckte. Es ist ein Befreiungsakt, an dessen Ende wir nicht nur dem Autor danken müssen, sondern auch noch den Mördern als Teilnehmer dieser wahrhaft Göttlichen Komödie.

Inspiriert und heraus gefordert zu dem Meisterwerk wurde Mosebach aber nicht durch die Abendnachrichten, oder von den Titelseiten der FAZ oder SZ, sondern von einem winzigen Hauch. Das ist das zweite Wunder. Es war der letzte Seufzer auf den Lippen eines der Märtyrer, dem auch wir im Sommer 2015 schon nicht widerstehen konnten, seinen abgetrennten Kopf mit den Worten „Einer von uns“ auf den Titel des „Vatican-Magazins“ zu setzen, weil wir seinen Namen nicht kannten (siehe unten). Jetzt wissen wir: Der junge Mann hieß Kiryollos Boushra Fawzy. Er war am 11. November 1991 in dem oberägyptischen Dorf El-Or geboren, wurde 24 Jahre alt und starb gelassen mit einem letzten „Jarap Jesoa“ auf seinen Lippen. Das heißt: Herr Jesus!

Unser Magazin wird bald keiner mehr kennen. – Dann aber wird dieses Buch von Martin Mosebach immer noch von Kiryollos und seinen 20 Gefährten weiter erzählen, und ihrer koptischen Kirche, die er uns hier als einen lebendigen Quellfluss der Christenheit vorstellt, der bis heute von Blut gespeist wird und dem durchbohrten Herzen Christi selbst entspringt.

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kath.net-Buchtipp:

Die 21
Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer
Von Martin Mosebach
Hardcover, 272 Seiten
2018 Rowohlt, Reinbek
ISBN 978-3-498-04540-1
Preis 20.60 EUR

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Vatican Magazin - Titelblatt Juni-Juli 2015


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