06 April 2017, 12:15
Tück: Keine Aussöhnung mit Piusbrüdern als Akt der Barmherzigkeit
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Piusbruderschaft'
Wiener Dogmatiker warnt vor "Aussöhnung unter pastoraler Devise der Barmherzigkeit" und gleichzeitiger Unterschlagung der Lehrunterschiede - "Die Glaubenskongregation sollte den Papst notfalls vor überschießenden Barmherzigkeits-Umarmungen warnen"

Wien (kath.net/KAP) Der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück hat seine Kritik an einer voreiligen Aussöhnung mit der traditionalistischen Piusbruderschaft erneuert: Eine "Aussöhnung unter pastoraler Devise der Barmherzigkeit" dürfe nicht die weiterhin bestehenden "fundamentalen Lehrdifferenzen" unterschlagen, mahnte der Dogmatiker im Gespräch mit "Kathpress". Zuletzt hatten sich die Spekulationen verdichtet, dass eine Einigung zwischen Vatikan und Piusbrüdern näher rücken könnte. Am Dienstag war bekannt geworden, dass katholische Ortsbischöfe den Priestern der Bruderschaft künftig Eheschließungsfeiern erlauben können, die dann auch von der katholischen Kirche als legal anerkannt werden.

Werbung
Messstipendien


Tück zeigte sich skeptisch, ob der eingeschlagene Weg "unter der Ägide der Barmherzigkeit" der richtige sei: "Hier geht es um theologische Sachfragen, die die Kirche fundamental treffen und auch den Status der Kirche in der Öffentlichkeit betreffen." In Fragen des Dialogs mit dem Judentum, mit anderen Religionen und auch in der Frage der Religionsfreiheit dürfe man katholischerseits "keinen Deut abrücken von den Positionen des Konzils", mahnte der Theologe. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) habe etwa in den Punkten Religionsfreiheit, Ökumene und bischöfliche Kollegialität "Öffnungssignale" ausgesendet und damit Weichenstellungen vorgenommen, "hinter die man nicht zurückgehen darf". Die Piusbruderschaft indes erkennt genau jene Lehrentscheidungen des Konzils bis heute nicht an.

Eine Annäherung, die diese theologischen Differenzen außer acht lasse, sei "absolut verfehlt" und würde jenen Kritikern des Papstes in die Hände spielen, die bereits jetzt von einer "Kirche des 'anything goes'" sprechen. Gefordert sieht der Theologe vor allem die Glaubenskongregation: "Es ist nun um so wichtiger, dass die Glaubenskongregation sauber arbeitet und notfalls den Papst vor überschießenden Barmherzigkeits-Umarmungen warnt".

Symbolbild: Fragezeichen und Kreuz




Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

„Welche Neurosen haben sich denn da zur Fachschaft versammelt?“ (80)

Maria 1.0 - Widerstand im Internet gegen Maria 2.0 (68)

Klartext von Bischof Voderholzer zu vagabundierenden Ideen über Kirche (48)

„Als katholische Frau distanziere ich mich von der Aktion ‚Maria 2.0‘“ (46)

Anti-Kirchen-Aktion Maria 2.0 - Werbung auf offizieller DBK-Homepage (38)

Vatikan: P. Hermann Geißler von Vorwürfen freigesprochen! (29)

Eucharistie – Kausalprinzip der Kirche (28)

Päpstlicher Almosenmeister sorgt für Strom in besetztem Wohnhaus (26)

Beim Priesterzölibat stellte Papst gewisse Flexibilität in Aussicht (25)

Zoff im Bistum Augburg (25)

Lieber Hr. Sternberg, die Lebenswirklichkeit führt ins Verderben (24)

Die Frauen in der Kirche (20)

Haben Frauen in der Kirche wirklich nichts zu sagen? (20)

Deutschland plant nach zahlreichen Angriffen Messerverbot (19)

Ein Schwimmbad auf Notre Dame? (19)