Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof von Hildesheim erwartet für 2021 noch mehr Kirchenaustritte
  2. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  3. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  4. Ich bin ein 'weißer Mann', aber deshalb knie ich mich nicht nieder
  5. Schwedischer Kardinal zieht gemischtes Fazit zu Corona-Sonderweg
  6. Anglikanischer Erzbischof: ‚Statuen werden entfernt, Namen geändert’
  7. R.I.P. Georg Ratzinger
  8. Lobpreis, die Beziehung zum Vater, Ruhe in Jesus
  9. Dümmer geht nimmer!
  10. Lackner: Werte kommen ohne Tradition und Vorgegebenes nicht aus
  11. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  12. Fridays For Future Weimar: „Die Polizei diskriminiert, mordet, prügelt, hehlt“
  13. R.I.P. Ennio Morricone
  14. Der synodale Weg funktioniert nicht
  15. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!

Chile: Wiederholte Brandanschläge auf Kirchen

7. Juli 2016 in Interview, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Seit 2014 wurden insgesamt 15 Gotteshäuser in Brand gesteckt – Konflikt mit Ureinwohnern spitzt sich zu – Bischof Stegmeier zur aktuellen Lage


Villarrica (kath.net/KIN) Im Süden Chiles schwelt seit Jahren ein gewaltsamer Konflikt. Die Ursachen liegen in der Kolonialgeschichte: Angehörige der Mapuche, eines indigenen Volksstamms, gehen gegen ihre Landsleute vor. Man wolle sich das Land zurückerobern, von dem die Vorfahren einst vertrieben wurden, so die Stammeskämpfer. Immer wieder verüben sie Brandanschläge – auch auf Kirchen und Gemeindezentren. Seit 2014 wurden insgesamt 15 Gotteshäuser in Brand gesteckt. Die Mehrheit der Stammesmitglieder verurteilt die Gewalt: Bekennen sich doch fast 90 Prozent der Mapuche zum christlichen Glauben.

Einer der letzten Anschläge traf das Priesterseminar der Diözese Villarrica. Mapuche-Gruppen hielten das Gebäude fast zwei Jahre besetzt, ehe sie im März vertrieben werden konnten. Das Gebäude ist in einem desaströsen Zustand. Der Bischof von Villarrica, Francisco Javier Stegmeier, gibt Auskunft über die aktuelle Lage. Der 54-Jährige leitet die südchilenische Diözese seit 2009. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat mit ihm gesprochen.

Kirche in Not: Die Anschläge auf Kirchen nehmen zu – allein in diesem Jahr gingen elf Gotteshäuser in Flammen auf. Wie ist die Situation?


Bischof Stegmeier: Wir erleben Gefühle der Trauer und der Ohnmacht. In einem Augenblick ist alles vernichtet, wofür die Gemeinden jahrelang gearbeitet haben. Das ist das Werk von Kriminellen. Die Brandstifter treffen mit ihren Taten ja ihre eigenen Stammesmitglieder! Denn die Mehrheit der Gläubigen in den betroffenen Regionen sind arme Mapuche.

Kirche in Not: Wie reagieren die Gläubigen auf die Anschläge?

Stegmeier: Die Gläubigen erweisen sich als wahre Zeugen Christi. Ich habe bisher noch kein Wort des Hasses gehört. Niemand ruft nach Rache oder Vergeltung. Obwohl die Menschen so grausam getroffen wurden, leben sie Versöhnung. Sie haben den Tätern von Herzen verziehen und möchten ihnen in christlicher Brüderlichkeit begegnen.

Kirche in Not: Wie antwortet die katholische Kirche Chiles auf die Gewalttaten?

Stegmeier: Die Kirche muss immer mit vertrauensvollem Gebet antworten. Wir beten für die Opfer, aber auch für die Täter. Wir Christen müssen alle lieben, auch die Feinde. Wir wissen, dass die Antwort auf Gewalt und Hass die Hinwendung zu Christus ist. Er ist der Friedensfürst, der die Menschen mit Gott und miteinander versöhnt. Das ist unsere Botschaft. Und damit leisten wir unseren Beitrag, damit die chilenische Gesellschaft Wege zum Frieden finden kann.

Kirche in Not: Wie könnte eine Lösung in diesem Konflikt aussehen?

Stegmeier: Den Angehörigen der Mapuche ist in der Vergangenheit schweres Unrecht geschehen. Das muss wiedergutgemacht werden. Dazu muss der Staat der indigenen Bevölkerung effektiv helfen. Die Gesellschaft wiederum muss die kulturelle Identität der Mapuche anerkennen und würdigen. Die Interkulturalität kann uns bereichern und einen.

Kirche in Not: Würden die Mapuche-Kämpfer auf ein solches Teilhabeangebot eingehen?

Stegmeier: Diese Gruppierungen sind nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Gewalt ruft immer noch mehr Gewalt hervor und man kann vergangenes Unrecht nicht durch neues wiedergutmachen. Eine nachhaltige Lösung erfordert den guten Willen aller, die aufrichtige Bereitschaft zu vergeben und Versöhnung zu suchen. Dafür beten und arbeiten wir.

„Kirche in Not“ steht solidarisch an der Seite der Christen in Chile. Das Hilfswerk fördert den Bau von Kirchen, leistet Existenzhilfe für Priester, Seminaristen und Ordensleute und unterstützt die pastorale Arbeit in den Gemeinden. Nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2010 hat „Kirche in Not“ Millionenhilfen für den Wiederaufbau bereitgestellt. Um weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden:

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz





Foto: Zwei Priester aus der Diözese Villarrica zeigen ein verkohltes Kreuz nach einem Brandanschlag © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 montreal 7. Juli 2016 
 

Mehrheit der Mapuche

Die überwiegende Mehrheit der Mapuche lehnt diese Anschläge scharf ab! Und steht mit der Kirche. Das Problem kommt aus Kreisen in Santiago und die Mapuche werden bloss benutzt. Ideologien, wie wir sie in Europa und den USA kennen.


0

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Chile

  1. Chile: Vermummte Demonstranten wüten in katholischer Kirche
  2. Weihbischof in Chile zieht vor Amtsantritt zurück
  3. Chile: Gesetz bedroht Beichtgeheimnis bei Missbrauch
  4. Missbrauchskrise: Papst nimmt Rücktritt von Bischöfen in Chile an
  5. Chile: Staatsanwaltschaft lädt Kardinal vor
  6. Chilenischer Priester Muñoz wegen Missbrauchsverdachts in U-Haft
  7. Germàn Arana: Papstberater im Zwielicht
  8. Vertuschung: Papst nimmt Rücktritt von acht Bischöfen Chiles an
  9. Alle Bischöfe von Chile reichen geschlossen ihren Rücktritt ein
  10. Papst nennt Vorwürfe gegen chilenischen Bischof "Verleumdung"








Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Georg Ratzinger
  2. Dümmer geht nimmer!
  3. Ich bin ein 'weißer Mann', aber deshalb knie ich mich nicht nieder
  4. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  5. Die Sprache der Engel
  6. Benedikt XVI. wird nicht am Begräbnis von Georg Ratzinger teilnehmen!
  7. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  8. Anglikanischer Erzbischof: ‚Statuen werden entfernt, Namen geändert’
  9. „In dieser Stunde der Trauer…“
  10. Der synodale Weg funktioniert nicht
  11. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  12. Abschied von Prälat Georg Ratzinger
  13. Bischof von Hildesheim erwartet für 2021 noch mehr Kirchenaustritte
  14. Schwedischer Kardinal zieht gemischtes Fazit zu Corona-Sonderweg
  15. Gender-Ideologie widerspricht Natur und Offenbarung

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz