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'Breite Zustimmung' für angekündigte Prüfung von Frauen-Diakonat

13. Mai 2016 in KNA, keine Lesermeinung
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Bonn (KNA) Katholische Verbände begrüßen die Ankündigung von Papst Franziskus, eine Kommission einzurichten, um eine Zulassung von Frauen zum Diakonat zu prüfen. «Die Zeit ist reif, Frauen zu Diakoninnen zu weihen», sagte die Präsidentin des Katholischen Deutsche Frauenbund (KDFB), Maria Flachsbarth, am Freitag. Die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Maria Theresia Opladen, sprach von einem deutlichen «Signal für die Glaubwürdigkeit der Kirche, wenn in diese Frage sichtbare Bewegung käme».

Die Bewegung «Wir sind Kirche» forderte eine paritätische Besetzung der Prüfkommission mit Männern und Frauen. Es sei sehr wichtig, wer in dem Gremium sitze. Schließlich sprächen sich einige Kurienmitglieder heftig gegen einen Diakonat der Frau aus. «Die Kommission müsste zu einer klaren Entscheidung kommen, an die sich der Papst halten kann», so die Laieninitiative, die seit 1996 Mitglied im «Netzwerk Diakonat der Frau» ist.


Der KDFB verwies auf die in Gemeinden gelebte Wirklichkeit, «dass es vor allem Frauen sind, die den Armen, den Schwachen und Kranken beistehen - also den diakonischen Dienst leben». Diakoninnen müsse es um die Glaubwürdigkeit der Kirche willen geben. Der Frauenbund hatte 1997 den Tag der Diakonin initiiert. Mitveranstalter des jährlichen Gedenktages am 29. April ist die kfd, die die Papst-Ankündigung als «Schritt in Richtung einer notwendigen Öffnung hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit» sehe. Denn die Kirche werde an der Basis mehrheitlich von Frauen getragen.

Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) fordere «seit langem, Frauen den Zugang zu kirchlichen Ämtern zu ermöglichen». Der Bundesvorsitzende Wolfgang Ehrenlechner erklärte: «Die theologische Diskussion zum Thema ist vielschichtiger als die lehramtlichen Aussagen. Wir haben die Hoffnung, dass diese theologische Diskussionen damit seitens des kirchlichen Lehramts aufgegriffen werden.» 1990 sei der Verband wegen der Forderung, Frauen zur Weihe für kirchliche Ämter zuzulassen, von deutschen Bischöfen kritisiert worden. «Wir freuen uns sehr darüber, dass das kirchliche Klima sich seither so verändert hat.»

Nach Ansicht der Grünen-Politikerin Bettina Jarasch würde eine Öffnung des Diakonats für Frauen «der katholischen Kirche gut tun». Sie rücke damit wieder näher an die Lebenswirklichkeit der Gläubigen heran. «Wenn die Kirchenmänner nicht ernsthaft auch ihre Machterhaltungsstrukturen in Frage stellen, dann kommt die Kirche nicht aus der Vertrauenskrise heraus, in der sie seit Jahren steckt», so das Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Unterdessen hält der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf es zumindest theoretisch für möglich, «dass die Ergebnisse dieser Kommission zu Änderungen führen». Es bestehe kein Zweifel, dass es über Jahrhunderte in der Kirche Diakoninnen gegeben habe, die in einem analogen Ritus wie dem für Männer ordiniert worden seien, sagte Wolf der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). «Franziskus hat eine Diskussion wieder eröffnet, die viele für beendet hielten.»


(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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