Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  8. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  11. „Das Ende von Maria 2.0“
  12. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  13. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  14. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

Syrien: Keine Spur von IS-Geisel Pater Jacques Mourad

4. Juli 2015 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Sorge um die seit 2013 entführten kirchlichen Persönlichkeiten P. Mourad, P. Dall'Oglio, Diakon Dekermenian, Metropolit Youhanna Ibrahim und Metropolit Yazigi


Wien-Damaskus (kath.net/KAP) Das Schicksal des seit Ende Mai in Syrien mutmaßlich von den IS-Jihadisten verschleppten katholischen Priesters und Mar Elian-Klosterpriors Jacques Mourad ist weiter ungewiss. Weder von Mourad noch von dem ebenfalls verschwundenen armenischen Diakon Boutros Hanna Dekermenian gebe es Nachricht, sagte ein Mitbruder Mourads am Mittwoch. Mourad und Hanna waren am 21. Mai von Bewaffneten in Qaryatayn unweit Palmyra entführt worden.

Nach wie vor habe sich niemand zu der Entführung bekannt, hieß es. "Sehr wahrscheinlich" handle es sich aber um die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Gegen die Annahme eines mafiaähnlichen Tathintergrunds spreche, dass keine Lösegeldforderung eingegangen sei. Offenbar gehe es darum, "zivilen Widerstand im Keim zu ersticken". Mourad war in der Vergangenheit an Verhandlungen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen in Syrien beteiligt.

Bereits seit zwei Jahren ist der italienische Jesuit Paolo Dall'Oglio verschwunden. Er wurde Ende Juli 2013 im syrischen Raqqa vermutlich ebenfalls durch IS-Mitglieder entführt. Der Jesuit war mit Mourad durch das Klosterprojekt von Mar Moussa (Berg des Mose)/Mar Elian (Berg des Elias) verbunden. Beide setzten sich für den Dialog zwischen Christen und Muslimen ein. Dall'Oglio war von IS-Terroristen der Freiheit beraubt worden, als er über die Freilassung der entführten Bischöfe Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi verhandeln wollte.


Die Stiftung "Pro Oriente" zitierte zu der Entführung am Donnerstag eine arabischsprachige kanadische Website, die sich auf Geheimdokumente der "al Nusra"-Front beruft. Dort heiße es, dass Dall'Oglio bald nach seiner Entführung vor zwei Jahren von einem führenden IS-Terroristen in Raqqa erschossen worden sei.

Noch im September des Vorjahrs hatte der syrische Oppositionsaktivist Michel Kilo in einem Interview mit dem "Corriere della Sera" erklärt, Pater Dall'Oglio befinde sich in einem IS-Gefängnis nahe von Raqqa, es gehe im relativ gut. Michel Kilo wies in dem Interview die bereits bald nach der Entführung Dall'Oglios kursierenden Versionen zurück, der Jesuit sei wenige Stunden nach seiner Festnahme ermordet worden.

Pater Dall'Oglio sei von "Ahrar al-Sham"-Milizionären der Freiheit beraubt worden, erklärte Kilo. Diese islamistischen Milizionäre hätten ihren Gefangenen dann an die Bosse der Terror-Miliz IS übergeben, vermutlich für eine "höhere Summe". Zunächst hätten die IS-Leute den Jesuiten in der einstigen Präfektur von Raqqa festgehalten, die ihnen jetzt als Hauptquartier dient. Mit Pater Dall'Oglio seien zahlreiche andere westliche Geiseln dort festgehalten worden, u.a. der amerikanische Journalist James Foley, der von den Islamisten später vor laufender Kamera ermordet wurde.

Paolo Dall'Oglio war in den 1980er-Jahren durch die Revitalisierung des syrischen Klosters Mar Moussa bekannt geworden und hatte sich seither konsequent für einen christlich-islamischen Dialog auf spiritueller Basis eingesetzt. Der 1954 in Rom geborene Paolo Dall'Oglio war 1975 in die Gesellschaft Jesu eingetreten, bevor er seine Studien der Arabistik und der Islamwissenschaft in Beirut und Damaskus begann. 1984 wurde Dall'Oglio nach syrisch-katholischem Ritus zum Priester geweiht. Im selben Jahr erwarb er Studienabschlüsse in Arabistik und Islamwissenschaft an der Universität Neapel wie auch in katholischer Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. 1989 promovierte er an der Gregoriana. Seine Dissertation schrieb er zum Thema "Die Hoffnung im Islam".

Nach der Revitalisierung des seit dem 17. Jahrhundert verwaisten Klosters Mar Moussa gründete der Jesuit 1992 die ökumenische Gemeinschaft "al-Khalil", die dem islamisch-christlichen Dialog gewidmet ist. Nach dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs trat der Jesuit für eine friedliche Lösung ein, er forderte einen politischen Übergang zu einer demokratischen Struktur im Konsens der verschiedenen Akteure, um die sensible soziale und religiöse Koexistenz in Syrien zu gewährleisten. Es folgte eine scharfe Reaktion des Assad-Regimes, die Aufenthaltserlaubnis Dall'Oglios wurde zeitweise annulliert. Noch kurz vor seiner Entführung veröffentlichte der Jesuit im Juli 2013 aus Anlass des Beginns des islamischen Fastenmonats Ramadan einen bewegenden Friedensaufruf.

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islamismus

  1. ‚Wir steuern auf eine Katastrophe zu‘: Warnung vor gescheiterter Integration in Deutschland
  2. Warnung vor Unterwanderung des Westens: ‚Hört auf, Feigheit mit Toleranz zu verwechseln‘
  3. Arche-Sprecher warnt vor Zunahme des Islamismus an Schulen in Deutschland
  4. Islamismusforscherin Schröter: „Tja, liebe Freunde, was glaubt ihr eigentlich, was die Scharia ist?“
  5. Vereinigte Arabische Emirate schränken staatliche Förderung für Studieren in Großbritannien ein
  6. Mansour: Terrorschlag in Australien ist „logische Konsequenz einer global entfesselten Hassdynamik“
  7. Manuel Ostermann, Vize-Vorsitzender der Polizeigewerkschaft: „Die Kriminalität explodiert“
  8. Integrationsbeauftragte warnt: Politik, Verwaltung in Neukölln teilweise von Islamisten unterwandert
  9. Skandal: ZDF bestätigt, dass langjähriger palästinischer Mitarbeiter der Hamas angehörte
  10. Ahmad Mansour: ‚Islamismus ist eine ernstzunehmende Bedrohung, die Menschenleben kostet‘







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  3. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  4. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  5. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  6. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  7. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  8. Initiative Pro Fide Ecclesiae richtet dringenden Appell an deutsche Bischöfe
  9. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  12. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“
  13. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  14. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  15. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz