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Vorsichtige Hirten sind keine 'Hardliner' oder 'Rigoristen'

18. Mai 2015 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Geleitwort zum Buch von Rainer Beckmann „Das Evangelium der ehelichen Treue - Eine Antwort auf Kardinal Kasper“. Von Paul Josef Kardinal Cordes


Vatikan (kath.net/fe-medienverlag) „Schade, dass einige Kardinäle aus Respekt vor dem Papst nicht den Mut gehabt haben, gewisse Dinge zu sagen, weil sie meinten, dass der Papst vielleicht anders denken könnte.“ Es war Papst Franziskus selbst, der bei der Eröffnung der Bischofssynode am 6. Oktober 2014 diesen Satz aus einem Brief zitierte und dazu aufrief, ohne menschliche Rücksichten und ohne Furcht zu diskutieren.

In diesem Buch kommt zwar kein Kardinal zu Wort, aber jemand, der vom Drama der Geschiedenen in der katholischen Kirche betroffen ist und gerade deshalb gehört werden muss. Der Autor hat den Schmerz einer gescheiterten Beziehung am eigenen Leib durchlitten. Freilich ging er nach seiner Scheidung keine neue Verbindung ein; er will sein Treueversprechen „…bis der Tod euch scheidet“ halten. Schon dieser seltenen Wahl wegen erfülle ich gern seinen Wunsch nach einem Geleitwort. Der Autor gibt uns ein Zeugnis, das pastoral dringlich geboten, realistisch und der Heiligen Schrift verpflichtet ist.

Geboten

Der Verfasser dieser Publikation verdient zunächst besondere Aufmerksamkeit, weil er im Getöse der Synodenkommentare von Bischöfen und Medien eine wichtige Wahrheit festhält: Wiederverheiratung ist kein „Muss“ für Geschiedene. Diese Klarstellung ist notwendig. Sie ist denen, die sich für die eigentlich Barmherzigen halten (und „Barmherzigkeit“ in paradoxer Weise totalisieren) eventuell unangenehm, aber dennoch geboten.

Die Wichtigkeit dieses Beitrags wird von einer völlig unerwarteten Seite bestätigt. Die Wissenssoziologie ist dem Entstehen und der Dauer von gedanklichen Vorstellungen und Verhaltensmustern unter Menschen gründlich nachgegangen. Die Forscher haben herausgefunden, dass unsere Überzeugungen und Handlungsweisen im Umgang mit anderen dem Bewusstsein eingewurzelt („internalisiert“) werden. Insbesondere machen wir uns Lebensmodelle anderer zu eigen. Deren Einfluss auf uns hängt von der menschlichen und geistigen Autorität des Vorbilds ab. Begegnen wir authentischen Personen, so vermitteln sie uns eine ausdrückliche und gefühlsgetragene Gewissheit für unser Urteilen und Handeln.


Es wäre deshalb fatal für uns alle, wenn die Treue zum einmal gegebenen Versprechen nicht mehr in Botschaften und Zeugnissen herausgestellt würde, wenn es also keine Geschiedenen gäbe, die an ihrem Treueversprechen festhalten. Und es wäre auch fatal, wenn sich die geweihten Hirten nur noch mit den sog. „neuen Lösungen“ befassten.

Realistisch

Was sich Papst Franziskus in seiner Sorge für die Kirche zumutet, kann nicht mit einem Federstrich erledigt werden. Um der Schwierigkeit des Themas gerecht zu werden, darf man es nicht einseitig behandeln. Wer mit beiden Augen hinschaut, dem geht bald auf, warum 1500 Jahre Kirchengeschichte bislang kein vertretbares Modell gefunden haben, wiederverheirateten Geschiedenen den Zugang zum Buß- und Altarssakrament zu ermöglichen. Vorsichtige Hirten sind daher keine unbesonnenen „Hardliner“ oder „Rigoristen“.

Mein eigenes Problembewusstsein wurde im Rahmen der „Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland“, die von 1972 bis 1975 in Würzburg zusammenkam, geschärft. Auch damals wollten besorgte Bischöfe und Laien den wiederverheirateten Geschiedenen den Empfang der Eucharistie ermöglichen. Mehrere Synodalen forderten heftig „ein Schlupfloch der Barmherzigkeit“, was zu erheblichen Diskussionen führte. Buchstäblich in letzter Minute einigte man sich mit den bischöflichen Teilnehmern auf den Kompromiss, „... baldmöglichst ein Votum in dieser Frage an den Papst weiterzuleiten“. Eine Studiengruppe wurde eingerichtet, in der ich Sekretär war. Unsere Mühe blieb jedoch ohne Erfolg. Eine lehrmäßig vertretbare Position konnten wir nicht finden.

Schriftgemäß

Die schwierige Situation geschiedener Männer oder Frauen, die in einer zweiten Beziehung wie Eheleute zusammenleben, bedrängt einfühlsame Hirten. Sie können freilich beim Suchen nach seelsorglichen Antworten nicht nur ihr menschliches Mitgefühl sprechen lassen. Ihr geistliches Amt ist an die geoffenbarte Wahrheit gebunden, die gerade von ihnen gesichert und weitergegeben werden muss (vgl. etwa 1 Tim 6,20; 2 Tim 1,12.14). Diese Einschränkung gilt angesichts des neutestamentlichen Schriftbefunds (Mk 10,11–12; Mt 5,31f. und 19,9; Lk 16,18) für unser Problem erst recht. Sie wird von vielen, die sich in der Diskussion äußern, nicht immer beachtet. Unser Autor lässt sich von Gottes Wort leiten.

Wer sich an der Schrift orientiert, wird schnell die Grenzen erkennen, die einer kirchlichen Neuordnung gesetzt sind. In den drei synoptischen Evangelien erinnert der Herr an den ursprünglichen, reinen Willen Gottes und gebietet mit großer Eindeutigkeit die Unauflöslichkeit jeglicher ehelichen Bindung. Jesu Weisung den Charakter einer „Provokation“ zu geben oder sie zu einem „Mahnwort“ abzuschwächen, unterläuft das Verständnis der frühen Kirche. Diese sah die genannten Schriftstellen als Rechtssetzung: Wer die eheliche Einheit bricht und eine neue Verbindung eingeht, begeht Ehebruch und handelt nicht nach Gottes Willen.

Das Evangelium verlangt von der kirchlichen Autorität Beachtung. Gottes Wort ist ihr nicht unterstellt oder ausgeliefert. Wiederverheiratete Geschiedene setzen sich über Jesu eindeutiges Gebot hinweg. Sie leben in einer Situation, die dem Gesetz Gottes objektiv widerspricht, und dürfen deshalb „nicht zur heiligen Kommunion hinzutreten“. So formuliert es die Kongregation für die Glaubenslehre mit einem Brief an den Weltepiskopat vom 14. September 1994 (Nr. 6).

Ich hoffe, mit diesem Geleitwort die Neugier einiger Zeitgenossen für das Zeugnis des Autors zu wecken. Seine Standfestigkeit und Klarsicht verdienen allseitige Beachtung und breite Resonanz.

Rom, im März 2015
Paul Josef Kardinal Cordes

Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Fe-Medienverlages.

kath.net-Buchtipp
Das Evangelium der ehelichen Treue
Eine Antwort auf Kardinal Kasper
Von Rainer Beckmann
Vorwort von Paul Josef Kardinal Cordes
Taschenbuch, 143 Seiten
2015 Fe-medienverlag
ISBN 978-3-86357-123-8
Preis 10.10 EUR
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Foto Kardinal Cordes (c) Erzbistum Paderborn


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Lesermeinungen

 Bruder Konrad 18. Mai 2015 
 

Ein absolutes Highlight in der ganzen Debatte

Eine Antwort der Spitzenklasse auf Kardinal Kasper zur rechten Zeit!

Danke Herr Beckmann!

Liegt kath.net schon eine Reaktion von Herrn Kardnal Kasper zu dem Buch vor?


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