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Voderholzer: Ungeweihte Katholiken nicht mehr Laien nennen

6. Juni 2014 in Deutschland, 62 Lesermeinungen
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Regensburger Bischof: In der Alltagssprache werde „Laie“ für Nicht-Fachleute verwendet, allein schon deshalb sei er nicht geeignet zur Bezeichnung getaufter und gefirmter Katholiken UPDATE: Vortrag von Bischof Voderholzer jetzt in voller Länge


Regensburg (kath.net/KNA/pbr) Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (Foto) hält die Bezeichnung ungeweihter Katholiken als «Laien» für diskriminierend. In der Alltagssprache werde dieser Begriff für Nicht-Fachleute verwendet, sagte Voderholzer am Samstag auf dem Katholikentag in Regensburg. Allein schon deshalb sei er nicht geeignet zur Bezeichnung getaufter und gefirmter Katholiken.

Im kirchlichen Sprachgebrauch habe das Wort «Laie» ursprünglich dazu gedient, Amtsträger von den übrigen Gläubigen abzugrenzen, erläuterte der Bischof. Neuere Versuche, den Begriff als Würdetitel im Sinne eines «Angehörigen des Volkes Gottes» (laos, griechisch heiliges Volk) zu verstehen, täten der Sprachgeschichte Gewalt an und könnten ihn auch nicht retten.

Der Bischof plädierte dafür, das Wort «Laie» durch «Weltchrist» zu ersetzen. Dies sei die beste Alternative mit Blick auf Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) zur Sendung der Laien.

Voderholzer hatte am Tag seiner Bischofsweihe vor gut einem Jahr die Anwesenden zu einer Art Wettbewerb aufgefordert. Sie sollten ihm begriffliche Alternativen zum Wort «Laie» zusenden. Der Vorschlag «Weltchrist» habe ihn schließlich überzeugt. Er habe den Vorteil, dass er nicht an einem Mangel orientiert sei, sondern an einer positiven Perspektive. Der Bischof äußerte sich bei einem Podium über das Konzil und die Laien. Nach Auskunft des Publikumsanwalts kam sein Alternativbegriff bei den Zuhörern allerdings «nicht so gut an».

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

UPDATE
kath.net dokumentiert den Vortrag von Bischof Rudolf Voderholzer, „Der Weltauftrag der Laien und die Suche nach einem Alternativbegriff“, auf dem Katholikentag 2014 in Regensburg in voller Länge:
(© Bistum Regensburg)

Am Tag meiner Bischofsweihe habe ich im Rahmen der sich an die Weihe anschließenden weltlichen Feier im Kolpinghaus in Regensburg meinen Gästen eine Hausaufgabe mit auf den Weg gegeben. Ich bat darum, mir einen stimmigen und praktikablen Ersatzbegriff für den meines Erachtens diskriminierenden und schon deshalb ungeeigneten Begriff „Laie“ zur Bezeichnung für die getauften und gefirmten Katholiken vorzuschlagen.

Gemäß dem empirischen Sprachgebrauch im Deutschen ist „Laie“ die Bezeichnung für den „Nicht-Fachmann“ und die „Nicht-Fachfrau“. Einen Laien nennt man jemanden, der sich in Bezug auf ein bestimmtes Wissensgebiet nicht auskennt oder hinsichtlich gewisser Fertigkeiten ungeübt oder ungelernt ist. So bin ich beispielsweise ein geradezu „blutiger“ Laie – wie man interessanter Weise im Deutschen die Steigerung auszudrücken pflegt – wenn es um die technischen Belange meines Autos oder meines Computers geht.

Diese pejorative Konnotation des Begriffs „Laie“ haftet ihm an seit seiner ersten nachweisbaren Verwendung in kirchlich-theologischem Kontext.

Zum ersten Mal wird der Begriff „Laie“ nämlich verwendet in dem Clemens Romanus zugeschriebenen Brief an die Korinther, der noch ins erste christliche Jahrhundert datiert wird. Dort wird „laikos“ als Bezeichnung für diejenigen genommen, die nicht mit einem in der apostolischen Tradition stehenden Amt bekleidet sind. Damit sind die Weichen gestellt für die spätere Entwicklung. „Laie“ dient zur Benennung einer Gruppe innerhalb der Kirche, die sozusagen negativ bestimmt sind durch etwas, das ihnen nicht zukommt. Nun mag die Herleitung des Adjektivs „laikos“ vom griechischen laos (= Volk, heiliges Volk) etymologisch zutreffend sein. Die positive Konnotation, die man ihm neuerdings zu geben bemüht ist, um den Begriff zu retten, nämlich laikos als Würdetitel im Sinne von Angehöriger des heiligen Volkes Gottes zu interpretieren, hat sprachgeschichtlich keine Basis und muss auch gegenwärtig gegen den empirisch-faktischen Sprachgebrauch anrennen. Natürlich kann man sagen, alle Christen – auch die Bischöfe und der Papst – sind Laien, wenn man darunter den „Angehörigen des heiligen Volkes Gottes“ versteht. Nur ist dies eine sowohl sprachgeschichtlich gewaltsame Neuerung, und zum anderen bringt es nicht das Spezifische, vor allem das spezifisch-positive zum Ausdruck, das die Getauften und Gefirmten auszeichnet und was besonders ihnen zukommt, und zwar positiv zukommt im Unterschied und Gegenüber noch einmal zu denen mit einem hierarchischen Amt betrauten.

Hinzu kommt, dass die spezifische Bedeutung von „laizistisch“ in den romanischen Ländern dort das richtige Verständnis von „laic“ nochmals erheblich erschwert. Gemeint ist dort bekanntlich ja nicht ein positives Verständnis von laikal, im Sinne etwa von besonderem Laienengagement oder Laienapostolat als Träger der Politik, von Staat und Gesellschaft. Sondern „laizistisch“ wird verstanden im Sinne von anti-klerikal oder wenigstens „ausgehend von“ oder „basierend auf der strikten Trennung von Staat und Kirche“. Ein laizistischer Staat (auf der Grundlage einer laizistischen Verfassung) ist nicht einer, der nur auf die Mitwirkung von kirchlichen oder religiösen Amtsträgern ausdrücklich verzichtet, diese ausschließt und stattdessen bewusst auf das Engagement getaufter und gefirmter Laien-Christen setzt, sondern der die strikte Trennung von Kirche und Staat zur verfassungsmäßigen Grundlage erhebt.

Es muss damit gerechnet werden, dass dieses Verständnis zumindest bei manchen Verwendern der deutschen Sprache auch mitschwingt, wenn vom Laien die Rede ist. Weil dem so ist, sind alle Versuche, dem Begriff „Laie“ entgegen dem empirischen Sprachgebrauch eine positive Konnotation zu geben, meines Erachtens zum Scheitern verurteilt. In einigen Zuschriften, die mir auf meine Hausaufgabenstellung hin zugesandt wurden, wurde aber freilich dieser Versuch wiederholt und somit meiner Beobachtung freilich widersprochen, wenn geraten wird, „laicus“ als das Adjektiv zu laos (heiliges Volk Gottes) zu einem Würdetitel aufzuwerten. Aus den angeführten Gründen scheint mir dieser Lösungsweg nicht gangbar, so gut gemeint er auch sein mag.

Weiterbringen kann uns hier, so denke ich, nur das Zweite Vatikanische Konzil.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen nach einer Phase der kontroverstheologischen Vernachlässigung des Themas wieder ausdrücklich als Lehre der Kirche formuliert. Das Konzil befreit sich von der gegenreformatorischen Frontstellung und erkennt an, dass die Rede vom gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen nicht deshalb schon falsch ist, weil Martin Luther dieses Priestertum betonte und als das einzig schriftgemäße bezeichnete. Das gemeinsame Priestertum aller Getauften ist selbstverständlich auch die Lehre der katholischen Kirche; sie schließt aber nicht ein besonderes Priestertum, das in der Tradition der apostolischen Sendung steht, aus. Gemeinsames Priestertum aller Gläubigen und darin eingeschlossen das so genannte Laienapostolat ist ein zentrales Thema des Konzils. Über die grundsätzlichen Aussagen dazu in der Kirchenkonstitution (LG 30-38) ist dem „Laienapostolat“ auch ein eigenes Dekret gewidmet: „Apostolicam actuositatem“. Dies ist eine große Errungenschaft, die auf keinen Fall preisgegeben werden darf. Nimmt man die dort getroffenen Aussagen ernst, dann wird klar: Der Begriff „Laie“ im Sinne von „Nicht-Fachmann“ oder „Nicht-Fachfrau“ ist eigentlich vollkommen ungeeignet, die Existenz zu beschreiben, die durch Taufe und Firmung begründet wird. Was sagt das Konzil genau?


In LG 31 heißt es:
„Den Laien ist der Weltcharakter in besonderer Weise eigen. […] Sache der Laien ist es, kraft der ihnen eigenen Berufung in der Verwaltung und gottgemäßen Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen. Sie leben in der Welt, das heißt in all den einzelnen irdischen Aufgaben und Werken und den normalen Verhältnissen des Familien- und Gesellschaftlebens, aus denen ihre Existenz gleichsam zusammengewoben ist. Dort sind sie von Gott gerufen, ihre eigentümliche Aufgabe, vom Geist des Evangeliums geleitet, auszuüben und so wie ein Sauerteig zur Heiligung der Welt gewissermaßen von innen her beizutragen und vor allem durch das Zeugnis ihres Lebens, im Glanz von Glaube, Hoffnung und Liebe Christus den anderen kund zu machen. Ihre Aufgabe ist es also in besonderer Weise, alle zeitlichen Dinge, mit denen sie eng verbunden sind, so zu durchleuchten und zu ordnen, dass sie immer Christus entsprechend geschehen und sich entwickeln und zum Lob des Schöpfers und Erlösers gereichen.“

Im Dekret Apostolicam actuositatem, das ausgehend von LG ganz dem Thema „Laienapostolat“ gewidmet ist, wird gleich im ersten Artikel ganz grundlegend ausgeführt:

AA 1: „Denn das Apostolat der Laien, das in deren christlicher Berufung selbst seinen Ursprung hat, kann in der Kirche niemals fehlen. Wie spontan und fruchtbar dieses Wirken in der Frühzeit der Kirche war, zeigt klar die Heilige Schrift selbst (vgl. Apg 11,19-21; 18,26; Röm 16,1-16; Phil 4,3). Unsere Zeit aber erfordert keinen geringeren Einsatz der Laien, im Gegenteil: die gegenwärtigen Verhältnisse verlangen von ihnen ein durchaus intensiveres und weiteres Apostolat. Das dauernde Anwachsen der Menschheit, der Fortschritt von Wissenschaft und Technik, das engere Netz der gegenseitigen menschlichen Beziehungen haben nicht nur die Räume des Apostolats der Laien, die großenteils nur ihnen offenstehen, ins unermessliche erweitert; sie haben darüber hinaus auch neue Probleme hervorgerufen, die das eifrige Bemühen sachkundiger Laien erfordern. Dieses Apostolat wird um so dringlicher, als die Autonomie vieler Bereiche des menschlichen Lebens - und zwar mit vollem Recht - sehr gewachsen ist, wenngleich dieses Wachstum bisweilen mit einer gewissen Entfremdung von der ethischen und religiösen Ordnung und mit einer schweren Krise des christlichen Lebens verbunden ist. Zudem könnte die Kirche in vielen Gebieten, in denen es nur ganz wenige Priester gibt oder diese, wie es öfters der Fall ist, der für ihren Dienst notwendigen Freiheit beraubt sind, ohne die Arbeit der Laien kaum präsent und wirksam sein. Ein Hinweis auf diese vielfältige und dringende Notwendigkeit des Laienapostolats liegt auch in dem unverkennbaren Wirken des Heiligen Geistes, der den Laien heute mehr und mehr das Bewusstsein der ihnen eigentümlichen Verantwortung schenkt und sie allenthalben zum Dienst für Christus und seine Kirche aufruft.“ (AA 1)

Das Konzil spricht also vor allem und zentral vom so genannten „Weltdienst“ der Laienchristen, die berufen sind, durch und mit ihrer beruflichen Kompetenz in den so genannten weltlichen Berufen für das Reich Gottes zu arbeiten. Um es an ein paar Beispielen zu verdeutlichen:

• Es kann doch gar nicht genug Lehrerinnen und Lehrer geben in unseren Schulen, die als glaubwürdige Christen beispielsweise im Deutschunterricht oder im Geschichtsunterricht die Literatur und die Geschichte deuten unter der Rücksicht der Gottoffenheit und der Gottsuche des Menschen, die einen Unterricht geben, der dem Religionsunterricht zuarbeitet und ihn nicht untergräbt. Wir brauchen in den Naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Biologie etc. Frauen und Männer, die – jenseits der geistlosen Alternative Evolutionismus oder Fundamentalismus – die tiefe Vereinbarkeit von Glauben und Naturwissenschaft leben und lehren und an die junge Generation weitergeben.

• Es kann in Naturwissenschaft und Medizin selbst gar nicht genug Frauen und Männer geben, die erfüllt sind von Ehrfurcht vor dem Leben, und die von vorneherein ausschließen, Menschen dadurch zu heilen, dass sie andere dafür umbringen.

• Oder in den Altenheimen und Krankenhäusern: Es kann gar nicht genug Schwestern und Pfleger geben, die im Patienten nicht einfach nur einen Kostenfaktor sehen, sondern einen Menschen, letztlich Christus selbst, der uns nahe ist gerade auch im Kranken und Leidenden.

• Das Gleiche gilt für den Bereich der Politik und der Medienwelt. Dort, wo die Meinung gemacht und veröffentlicht wird, dort, wo die Entscheidungen für das Wohl und Wehe unseres Landes gefällt werden, dort vor allem auch braucht es Frauen und Männer, die sich vor Gott verantwortlich wissen und ihren Beruf als Berufung von Jesus Christus her verstehen.[1]

• Oder denken Sie an den Bereich der Kunst. Welch großartige Werke sind im Laufe der Kirchengeschichte entstanden, die den Glauben zum Ausdruck bringen, feiern und vermitteln – sei es in der Musik, der Literatur oder der darstellenden Kunst! Es kann doch gar nicht genug Interpreten geben, die diese Schätze immer wieder neu heben und den Menschen erschließen und ihnen so den Glauben zu Herzen gehen lassen jenseits von Apologetik und Indoktrination. Die Kirche, die über viele Jahrhunderte lang Auftraggeber, Mäzen und Inspirator der Kunst in ihren verschiedenen Dimensionen gewesen ist, hat, wie es scheint, den Anschluss zur modernen Kunst verloren. Das muss nicht nur an der Kirche liegen. Zweifellos liegt aber doch auch darin ein höchst lohnendes und wichtiges Betätigungsfeld für die getauften und gefirmten Christen

• Usw. Es sind zahllose weitere Bereiche denkbar.

Deshalb plädiere ich, und jetzt komme ich zu meinem Zielsatz, einen Alternativbegriff wenigstens einmal zu bedenken: Die Zuschrift nämlich, die mir am stimmigsten zu sein scheint – sie stammt von einem Mitbruder aus Österreich – schlägt vor, das Wort „Laie“ durch das Wort „Weltchrist“ zu ersetzen. Weltchristen – im Bistum Regensburg hat es sich bereits in einigen Bereichen durchgesetzt.

Mir scheint, dass man diesen Vorschlag ernsthaft diskutieren sollte. Er hat zweifellos den Vorteil, positiv formuliert zu sein; nicht einen Mangel zur Grundlage der Definition zu machen und auch sonst nicht belastet zu sein. Weltchrist ist formal an die Wendung Weltpriester angelehnt. Ein Weltpriester ist ja bekanntlich einer, der – im Unterschied zu einem Ordenspriester – nicht im Kloster lebt, sondern „in der Welt“, und als Diözesanpriester und Mitarbeiter des Bischofs noch einmal anders in die Begebenheiten und Abläufe des Lebens in der Welt eingebunden ist.

Analog dazu verhält sich das Begriffspaar „Weltchrist – Ordenschrist“. Der Ordensmann oder die Ordensfrau lebt die Berufung im Leben nach den evangelischen Räten in einer Gemeinschaft und in der Regel unter dem Dach eines Klosters. Ihre Existenz ist besonders durch das Gebet und durch ein je spezifisches Apostolat gekennzeichnet. Im Unterschied dazu lebt der „Weltchrist“ seine Berufung in allen denkbaren beruflichen Laufbahnen, Positionen und Aufgaben. Er wird in der Regel verheiratet sein und auch durch sein Vater- oder Muttersein als Christ herausgefordert.

Natürlich kennen wir eine Vielfalt von christlichen Berufungen. Seit dem II. Vaticanum wird diese Vielfalt noch erweitert durch die so genannten Säkularinstitute, in denen Frauen und Männer mit einem Gelübde in der „säkularen“ Welt leben. Hans Urs von Balthasar hat sich bekanntlich besonders für diese Lebensform eingesetzt. Es ist somit keine exakte Trennschärfe in den Begriffen möglich. Dies soll der Begriff „Weltchrist“ aber auch nicht leisten. Es geht in erster Linie um eine „ex positivo“ gegebene Definition der absoluten Mehrheit der Kirchenglieder.


Auch nicht übersehen wird, dass das Konzil der Mitwirkung der getauften und gefirmten Christen an der Leitung der Kirche selbst neue Impulse und Möglichkeiten eröffnet hat (LG 31). Das sei ausdrücklich erwähnt und betont. Das Hauptaugenmerk des Konzils liegt aber zweifellos auf dem Laienapostolat und dem damit zusammenhängenden Weltcharakter.

Der Begriff „Weltchrist“ greift diese Aussage des Konzils auf, dass den Laien der Weltcharakter besonders zu eigen sei und dass ihre Berufung darin besteht, mit ihren beruflichen Kompetenzen in den vielen Bereichen des Lebens in der Welt Sorge zu tragen für den Aufbau des Reiches Gottes. [Ende des Statements]
***
Wesentliche Punkte, die ich in der Diskussion angesprochen habe:

1. Bevor die Kirchenkonstitution nach der Behandlung der Themen „Hierarchische Ordnung“ und „Laienchristen“ zum Thema „Ordenschristen“ übergeht, betont sie die „Berufung aller Getauften zur Heiligkeit“ (LG 39-42). Dieser Gedanke wurde eigens vorgezogen und der Behandlung der Ordensleute noch vorangestellt. Das ist noch viel zu wenig beachtet. Hilfreich könnte hier der verstärkte Hinweis auf „heilige Laien“ sein, die als ausdrucksstarke Vorbilder, z. B. als heilige Mütter, Väter, Ingenieure, Politiker oder auch Journalisten, dienen könnten. Ein solches Vorbild sehe ich z. B. in Fritz Gerlich, dem Münchener Journalisten, der als einer der ersten die Person Adolf Hitlers und das nationalsozialistische Gedankengut öffentlich angeprangert und dies mit seinem Leben bezahlt hat.

2. Natürlich hat das Konzil auch die Mitwirkungsrechte aller getauften und gefirmten Gläubigen innerhalb der Kirche gestärkt. Es ist aber ganz klar, dass das Konzil auf keinen Fall zu einer Klerikalisierung der Laien und einer Laisierung des Klerus Vorschub leisten wollte. Alle Diskussionen, die in eine solche Richtung führen, verlassen den „Geist des Konzils“. Buchstabe und Geist des Konzils unterstreichen vielmehr die hohe Verantwortung der Bischöfe als Verkünder und Lehrer des Glaubens.

3. Zu meiner großen Überraschung und Freude las ich in den Publikationen, die sich der Geschichte der Regensburger Katholikentage widmen, dass sowohl 1849 als auch 1904 von Regensburg aus prominent die Forderung nach einer Katholischen Universität, etwa nach dem Vorbild Belgiens erhoben wurde. 1904, als sich die Gründung einer Katholischen Universität in Salzburg abgezeichnet hatte, zeigte man sich immerhin damit solidarisch. Die Sehnsucht nach einer alle Wissensgebiete umfassenden akademischen Bildungseinrichtung auf dem höchsten Niveau in katholisch-kirchlicher Trägerschaft als Thema einer Resolution eines Katholikentags! Eine Katholische Universität, und darin eingeschlossen, als Herzmitte gleichsam, eine Theologische Fakultät, die die Offenbarung Gottes bedenkt und in ihrer Leuchtkraft auch den anderen Fakultäten zugute kommen lässt.

Was seinerzeit vergeblich von den Laienvertretern gefordert wurde, ist seit dem Jahr 1980 Wirklichkeit. Es gibt die Katholische Universität Eichstätt. Vielleicht ist es gut, sich diese Sehnsucht früherer Generationen und früherer Katholikentage wieder zu vergegenwärtigen, um das große Gut, den großen Schatz würdigen und schätzen zu können, den die Katholische Universität Eichstätt darstellt.

Wie Sie wissen, wird die KUE seit ihrer Gründung von den Bayerischen Bistümern, und allein von ihnen, getragen. Ich möchte die Gelegenheit, da wir uns nunmehr zum dritten Mal zu einem deutschen Katholikentag in Regensburg versammeln, auch dazu nützen, an diese Geschichte zu erinnern und die Bitte aussprechen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Katholikentages, besonders die Mitglieder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), möchten sich den Bemühungen der Katholikentage schon des 19. Jahrhunderts anschließen, sie aufgreifen und die bayerischen Bischöfe bei dem Bemühen unterstützen, die Katholische Universität zu einer gesamtdeutschen Initiative zu machen und somit auf eine breitere und noch sicherere Basis zu stellen.

• Eine Katholische Universität als Kompetenzzentrum für Fragen der Bio-Ethik und für Fragen der Wirtschaftsethik,

• eine Katholische Universität mit einem gut durchdachten „Studium generale“ als Markenzeichen und Bollwerk gegen das Verkommen der großen Bildungseinrichtung Universität zur bloßen Ausbildungs-, um nicht zu sagen Abrichtungsanstalt für die Bedürfnisse der Wirtschaft,

• eine Katholische Universität als Vorbild und Modell für einen immer notwendiger werdenden interdisziplinären Dialog

• in einer solchen Katholischen Universität bündeln sich geradezu alle Aufträge, die das Zweite Vatikanische Konzil im Blick auf das Laienapostolat formuliert hat.

• Eine Katholische Universität bietet eine Fülle von Brückenschlags-Möglichkeiten: Zwischen Glaube und Vernunft, Glaube und Naturwissenschaften, Kirche und Kultur, Ökonomie und Ökologie usw.

Denn – so sagt das Zweite Vatikanische Konzil im ersten Artikel des Dekretes über das Laienapostolat Apostolicam actuositatem – „das Apostolat der Laien, das in deren christlicher Berufung selbst seinen Ursprung hat, kann in der Kirche niemals fehlen. Wie spontan und fruchtbar dieses Wirken in der Frühzeit der Kirche war, zeigt klar die Heilige Schrift selbst (vgl. Apg 11,19-21; 18,26; Röm 16,1-16; Phil 4,3). Unsere Zeit aber erfordert keinen geringeren Einsatz der Laien, im Gegenteil: die gegenwärtigen Verhältnisse verlangen von ihnen ein durchaus intensiveres und weiteres Apostolat. Das dauernde Anwachsen der Menschheit, der Fortschritt von Wissenschaft und Technik, das engere Netz der gegenseitigen menschlichen Beziehungen haben nicht nur die Räume des Apostolats der Laien, die großenteils nur ihnen offenstehen, ins unermessliche erweitert; sie haben darüber hinaus auch neue Probleme hervorgerufen, die das eifrige Bemühen sachkundiger Laien erfordern. Dieses Apostolat wird um so dringlicher, als die Autonomie vieler Bereiche des menschlichen Lebens - und zwar mit vollem Recht - sehr gewachsen ist, wenngleich dieses Wachstum bisweilen mit einer gewissen Entfremdung von der ethischen und religiösen Ordnung und mit einer schweren Krise des christlichen Lebens verbunden ist. Zudem könnte die Kirche in vielen Gebieten, in denen es nur ganz wenige Priester gibt oder diese, wie es öfters der Fall ist, der für ihren Dienst notwendigen Freiheit beraubt sind, ohne die Arbeit der Laien kaum präsent und wirksam sein. Ein Hinweis auf diese vielfältige und dringende Notwendigkeit des Laienapostolats liegt auch in dem unverkennbaren Wirken des Heiligen Geistes, der den Laien heute mehr und mehr das Bewusstsein der ihnen eigentümlichen Verantwortung schenkt und sie allenthalben zum Dienst für Christus und seine Kirche aufruft.“ (AA 1)

4. Meinem Vorschlag einer Begriffsänderung liegt ein sachliches Anliegen zugrunde. Ich will mich nicht auf den Begriff „Weltchrist“ versteifen, sondern mir geht es darum, die große und historisch gesehen erstmalige lehramtliche positive Darstellung der Laien durch das Zweite Vatikanische Konzil in die Lebenswirklichkeit der Kirche zu übertragen. Darin sehe ich Defizite, die sich auch an dem Begriff „Laie“ festmachen. Denn Laien zeichnen sich eben nicht dadurch aus, dass sie keine Kleriker sind. LG 10 spricht von einem essentiellen Unterschied zwischen Klerus und Laien, der eben kein gradueller Unterschied ist, sie „unterscheiden sich zwar dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach.“ Laien sind nicht die schlechteren Kleriker, sondern haben einen eigenen Stand, eine eigene Berufung und Rolle innerhalb der Sendung der Kirche und nehmen dadurch auf ihre eigene Weise am Priestertum Christi teil (vgl. LG 10). Und für diesen Charakter verwendet das Konzil den Begriff des Weltcharakters der Laien.

5. In seinem vielbeachteten Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ drückt auch Papst Franziskus sein Bedauern über eine einseitige Sichtweise der Rolle der Laien in der Kirche aus, wenn er schreibt: „Auch wenn eine größere Teilnahme vieler an den Laiendiensten zu beobachten ist, wirkt sich dieser Einsatz nicht im Eindringen christlicher Werte in die soziale, politische und wirtschaftliche Welt aus. Er beschränkt sich vielmals auf innerkirchliche Aufgaben ohne ein wirkliches Engagement für die Anwendung des Evangeliums zur Verwandlung der Gesellschaft.“ (Evangelii gaudium, Nr. 104). Allen Gliedern der Kirche legt er ans Herz, an die Ränder zu gehen, aufzubrechen und das Licht des Evangeliums dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird (vgl. Nr. 20). Das entspricht der Aufforderung Jesu, dass wir als Christen „Salz der Erde“ (Mt 5, 13) sein sollen. Salz, das sich nicht ausstreuen lässt, verklumpt, es wird zu einem lebensfeindlichen, ja tödlichen Salzklumpen. Wenn wir Christen, wie Jesus sagt, Salz der Erde sein sollen, dann ist es unsere Pflicht, uns ausstreuen zu lassen, uns gewissermaßen sogar auflösen zu lassen, damit wir in der Gesellschaft wirken können. Eine Kirche, die in den Sakristeien und Sitzungssälen verklumpt, kann dem Evangelium und dem Aufbau des Reiches Gottes nicht dienen. Aber das ist unser aller Berufung, Mitarbeiter am Aufbau des Reiches Gottes zu sein, jeder auf seine Weise.

Anmerkung:
[1] Ausdrücklich sagt das Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel: „Die mit den sozialen Kommunikationsmitteln arbeitenden Laien sollen vor allem durch Erfüllung ihrer jeweiligen Berufsaufgabe mit Sachverstand und in apostolischem Geiste bereitwillig für Christus Zeugnis ablegen“ (IM 13).

Statement von Bischof Rudolf Voderholzer über den Regensburger Katholikentag


Foto Bischof Voderholzer (c) Bistum Regensburg



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Lesermeinungen

 PBaldauf 7. Juni 2014 
 

Nicht mehr Laien?

Die Ungeweihten nicht mehr 'Laien'
da sie sonst Nicht-Fachleute seien?

Ihre Regensburger, sagt mit Stolz:
Der Voder- ist aus gutem Holz

Ich säh ihn gern mal, bei ner Feier
Hier bei uns, im Dom zu Speyer!

www.kathshop.at/suche.php?sb=9783903028371


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 theophila 6. Juni 2014 

Sendung der Laien verdeutlichen

Es geht nicht nur um einen Begriff. Dem Bischof geht es vor allem darum den Laien ihre Sendung und Auftrag zu verdeutlichen. Er ist einer der wenigen die wirklich kapiert haben, daß die Laien endlich wieder anfangen müssen ihren ureigensten Auftrag zu leben. Sonst kreisen wir in der Kirche alle nur um uns selbst anstatt das Evangelium nach außen zu denen zu bringen, die Christus noch nicht kennen (Franziskus!)Dazu gehört auch das Verständnis, daß der Laie durch die Taufe eine eigene Würde hat, was heute durch den Begriff Laie (mißverstanden als ahnungslos) vernebelt werden kann. Damit wir aber keine Ahnungslosen sind bedarf es wissender Weltchristen -KKK, Enzykliken, Grenzfragen zw Religion und Welt müssen uns bekannt sein (wir haben viel zu tun! s. auch KUE). Dann legt sich auch das Gedränge um den Altar und auch die Sendung der Priester wird wieder klarer zu Tage treten.) Bischof Voderholzer hat in diesem Punkt die Zeichen der Zeit verstanden und verdient volle Unterstützung.


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 thomasunglaublich 6. Juni 2014 
 

Vollblut-Laie

Ich nenne mich gerne "Vollblut-Laie" - im Gegensatz zum Ersatzkleriker.
Da ist für mich genug Würde drin. Was fehlt sind ja Laien, die ihr Christsein in der Welt so leben, dass man sie ohne weitere Worte und Begrifflichkeiten ernst nimmt.


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 WolfgangRainer 6. Juni 2014 

Das ist doch...

...eine ganz und gar unnötige Diskussion. Man muss sich doch langsam fragen, auf welcher Seite die Laien stehen bzw. beschäftigt sind. Augenscheinlich, zumindest in Deutschland und Teilen Europas, merken die Katholiken, dass ein Studium nicht unbedingt einen guten Bischof, Theologen oder manchmal auch einen "einfachen" Priester hervorbringt. Lasst uns alle Laien sein und uns als solche zu unserem Herrn und Lehrmeister Jesus Christus bekennen.


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 C+M+B 6. Juni 2014 

Es gibt auch "Geweihte Laien"

Es scheint übersehen worden zu sein, dass es in der Kirche auch den Begriff der sog. "geweihten Laien" gibt. "Geweiht" meint hier die Lebensweihe an Gott in der Form der evangelischen Räte. Das betrifft Mitglieder von Säkularinstituten, die in weltlichen Berufen tätig sind, aber auch Ordensangehörige ohne Priesterweihe, also Ordensbrüder und Nonnen.
Die Abschaffung des Begriffs "Laie" würde m.E. nur Unübersichtlichkeit verbreiten.


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 bücherwurm 6. Juni 2014 

Die Moderation hat volles Verständnis dafür, wenn es bei diesem Thema Pro und Kontra gibt.

Überhaupt kein Verständnis hat die Moderation allerdings für markante Ausfälligkeiten gegenüber dem Bischof. Wer seine Kritik nicht freundlicher äußern kann, sollte man über ein paar Basics nachdenken...


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 Diasporakatholik 6. Juni 2014 
 

Gibt es nichts Wichtigeres?

Angesichts der Skandale (z.B. bei der KJG) oder der himmelschreienden Christenverfolgungen anderswo (z.B. im Sudan, China, Nordkorea) frage ich mich, ob wir hierzulande wirklich nicht Wichtigeres zu tun haben, als um solche Begriffe zu diskutieren.


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 Sahra 3. Juni 2014 
 

Sachlich?

Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum es schlimm sein sollte, dass ein weithin unverständlicher Begriff durch einen verständlichen ersetzt werden soll.
Das haben viele gute Theologen immer schon gemacht, so z.B. die Kappadokier in der Lehre von der allerheiligsten Dreifaltigkeit ("ein Wesen in drei Hypostasen"), Thomas von Aquin in der Sakramentenlehre (der Unterschied von Substanz und Akzidenz bei den Gaben von Brot und Wein vor und nach der Wandlung) und Karl Rahner in der Christologie ("absoluter Heilbringer").


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 Thomas-Karl 3. Juni 2014 

@ Gandalf

Die Diskussion wurde schon nach dem Konzil geführt, in Österreich angestoßen u. a. durch Ferdinand Klostermann. Überflüssig ist sie nicht, wenn man das Gemeinsame Priestertum der Getauften ernst nimmt. Aber da sich keine treffenderen Begriffe finden, wird es wohl bei der bisherigen Sprachregelung bleiben.


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 Gandalf 3. Juni 2014 

Deutsche Diskussion

Irgendwie wieder einmal eine dt. Diskussion, die auf der ganzen Welt sonst niemand versteht ;-)


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 Dismas 3. Juni 2014 

So ein Unfug!!

"Laie" ist eimgeführt und genau treffend.
Ich fühle mich dadurch überhaupt nicht gering geschätzt. Natürlich "diskriminiert" mich der Begriff, "Diskriminierung" bedeutet einfach "Unterscheidung", man sollte sich von der inzwischen eingeführten negativen Bedeutung emanzipieren. Und falls sich ein "Nichtkleriker" beleidigt fühlt, "nur" als "Laie" bezeichnet zu werden- umso besser, er nehme dies als Demutsübung!Die Bezeichnung "Weltchrist" ist hohl und ohne Aussage. Ich bin "katholischer Laie" im Verhältnis zum Klerus und sonst "Katholik" oder "katholischer Christ".
Der Herr Bischof sollte sich nicht mit solchen Nebensächlichkeiten beschäftigen, sondern besser die richtige Übersetzung der Worte "pro multis" im Messbuch durchsetzen, DIE ist bis jetzt tatsächlich falsch.


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 Thomas-Karl 2. Juni 2014 

Scherz-Definition

Zur Zeit des II. Vatikanischen Konzils machte folgendes Bonmot die Runde: "Was ist ein Priester? Ein Christ, dem das Charisma des Laien fehlt."


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 neri5 2. Juni 2014 
 

welch eine Reformfreudigkeit

nicht unzutreffend wäre,
daß die Kleriker weltfremd sind...


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 friederschaefer 2. Juni 2014 
 

@ Dalet

"Die Priester sollen die Gläubigen zu diesem und jenem befähigen"? - "Laie" ist offenbar nicht nur ein Wort, das benutzt wird, sondern trifft durchaus die Meinung der Verlautbarungen - und nebenbei trifft es auch die Realität: "wie viele "Weltchristen" müssen erst befähigt werden, weil wir im günstigen Fall Interessierte, aber in jedem Fall Nicht-Fachleute sind."

Lieber Dalet, leider trifft ihre Charakterisierung auch auf viele Geweihte zu. Umgekehrt ist auch das katholische Volk in der Taufe geweiht, ja wird sogar zum Priester, König und Propheten "allgemein" geweiht. Die Weihe zum Priester, Mönch, Nonne erkenne ich als eine "spezielle" Berufung für das Reich Gottes an, die zwar so anders, aber nichts "besseres" ist.
Wichtiger als die Bezeichnung "Laie" oder "Weltchrist" ist mir dass der Laie von der Geistlichkeit als gleichwertig erkannt wird. In unserer Pfarrei fühle ich mich nicht immer ernst genommen. Aber dem Evangelium geht es auch nicht besser.


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 Thomas-Karl 2. Juni 2014 

Laie ist mehrdeutig, Weltchrist/in auch

Wenn ich als Vortragender auftrat, wurde ich früher manchmal gefragt, ob ich Laie sei. Ich antwortete dann: "Meinen Sie 'kein Fachmann' oder 'kein Priester'?" Mit dem Wort "Laientheologe" wird's noch komplizierter. - Hinter "Weltchrist" steht die problematische Unterscheidung, Geweihte seien für den Heilsdienst, Nichtgeweihte für den Weltdienst zuständig. Das ist zu einfach. "Geweihte" / "Gläubige"? Wo doch auch der Priester gläubig ist? Ein Verhau!


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 Aegidius 2. Juni 2014 
 

Verbesserungsvorschlag

Ich finde, der Bischof ist hier nicht konsequent, nicht inklusiv genug. Da werden sich doch die engagierten, mündigen Frauen in der Kirche und die Nichteuropäer an den Rand gedrängt fühlen. Ich plädiere für LaiInnen und besser noch: für Eine-Welt-ChristInnen. Sonst stärken wir nur bankrotte das eurozentrisch-patriarchalische Weltbild der alten Männer!


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 Bonifatz 2. Juni 2014 
 

Weltchrist

Der Begriff "Weltchrist" stiftet selbst in diesem Forum Verwirrung: Christ von der Welt oder Christ in der Welt, was natürlich gemeint ist, aber auch falsch verstanden werden kann.
Christen, auch solche in der Welt, sind aber auch die Priester und Bischöfe. ("Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof"). Zur Unterscheidung von Priestern und Laien taugt der Begriff "Weltchrist" meines Erachtens nicht.


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 chaos 2. Juni 2014 

Wer ist Laie?

Der Begriff Laie bezieht sich nicht nur auf die Welt-Christen, sondern auch auf die Ordens-Christen, die keine Diakonats-/Priester-/Bischofsweihe haben. Eine Diskriminierung durch das Wort Laie, was ja bedeutet, dass man zum Volk gehört, kann ich nicht erkennen. Ich bin auch Laie und fühle mich deswegen nicht diskrimiert...


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 wormwood 1. Juni 2014 
 

Wieso "Welt"?

Christ reicht !


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 synesis 1. Juni 2014 

Die teuflische Mode der Sprachverwirrung ...

Neben der Bezeichnung "Laien" und "Kleriker" gibt es auch die Bezeichnung "Ordenschristen" für Ordensleute, die Bezeichnung "Weltpriester" für Diözesanpriester und die Bezeichnung "Ordenspriester" für Ordenschristen, die Priester sind.
Ersetzt man die Benennung "Laien" durch "Weltchristen", so müssten Ordensfrauen und ungeweihte Ordensbrüder, die nicht Priester (oder Diakone), also keine Kleriker, sondern auch Laien sind, zugleich als "Ordenschristen" und (!) als "Weltchristen" bezeichnet werden. Ein Laienbruder (also ein nichtordinierter Ordensmann) wäre also "Ordenschrist", "Weltchrist" und "Weltchrist-Bruder".

Solch kirchliche Sprachverwirrung stünde dem teuflisch erfolgreichen Genderwahn wohl bald um nichts mehr nach.

Bleibt nur, zu hoffen, dass zu Pfingsten der Heilige Geist allen im Gebet versammelten "christifideles" ("Christgläubigen") - den "ministri sacri" (Klerikern) ebenso wie den "Laien" (womit CIC 207 die "ceteri", "die übrigen" benennt) - seine Gaben in Fülle schenkt!


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 Linus 1. Juni 2014 
 

Scheint mir eine gute Idee zu sein. "Laie" hört sich sehr hözern an. Was sind dann Priester - "Profis"? Ich denke diese Einteilung aus der Arbeitswelt ist wirklich nicht sehr gelungen, wenn es um den Glauben geht - zumindest in der deutschen Sprache. Wie sieht es denn in anderen Sprachen und im Lateinischen aus?
"Weltchrist" fände ich eine gute Bezeichnung.


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 myschkin 1. Juni 2014 
 

@Christin16

Das haben sie schön gesagt. Mir geht es wie Ihnen: "Ich kenne meine Grenzen." Und deshalb höre ich mit ganz großen Ohren zu, wenn unser Pfarrer predigt. Ich vertraue als Laie seiner theologischen Bildung - ebenso wie er mir in meinen weltlichen Wissensfeldern vertraut, in denen er der Laie ist. Ich kann deshalb Bischof Voderholzers Überlegungen hier nicht nachvollziehen. Selbstverständlich bin ich ein Laie, was mein theologisches Rüstzeug anbelangt! Mein Christsein ist davon unberührt. Nur die Kirche und ihr theologisch geschulter Klerus kann mir redlich Auskunft über Gott geben. Ich erkenne dieses Lehramt ausdrücklich an, sogar wenn ich in Einzelfragen anderer Meinung sein sollte.
Fast mutet es mir an, als würde der verehrte Herr Bischof hier sein Licht unter den Scheffel stellen. Das ist m. E. nicht nötig. Denn nicht nur bezüglich der Weihesakramente besteht eine Grenze zwischen Leuten mit professionellem Fachwissen und lernbedürftigen Laien. Das gibt es ja auch anderswo.


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 jgbkubon 1. Juni 2014 
 

Laien oder Ignoranten?

Wenn der Herr Bischof mal durch Regensburg schlendern und Katholiken auf ihr Glaubenswissen hin befragen würde, dann könnte er sehr leicht feststellen, dass die meisten Laien nicht nur keine Fachleute, sondern bzgl. des katholischen Glaubens hoffnungslose Ignoranten sind. Und was ist mit den Laientheologen, sind das nun "Weltchristentheologen?


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 Passero 1. Juni 2014 
 

Weltchrist?

Zum Thema "Weltchrist" fällt mir ein Wort des hl. Apostels Paulus ein: "Gleicht euch n i c h t dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist." (Röm 12,2)


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 Passero 1. Juni 2014 
 

Zum Begriff "Weltchrist" fällt mir ein Wort des hl. Apostels Paulus ein: "Gleicht euch n i c h t dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist." (Röm 12,2)


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 chaos 1. Juni 2014 

Duden

was sagt denn der Duden in diesem Zusammenhang?
"Christ, der nicht Geistlicher, [Priester]mönch o.Ä. ist"
http://www.duden.de/rechtschreibung/Laie


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 Stefan Fleischer 1. Juni 2014 

Noch ganz so nebenbei

Wissen Ihr, was ein ein "Hurensohn" ist? o.K. Aber fragt einmal einen Schriftsetzer. Der wird Euch dann erklären, dass in seinem Beruf dieses Wort weder mit einem Sohn etwas zu tun hat, noch mit einer Hure, sondern mit dem Seitenumbruch, so wie auch ein "Zwiebelfisch" bei Ihnen nichts mit einem Fisch oder einer Zwiebel zu tun hat, sondern mit der Einordnung der Buchstaben in den Setzkasten. Jeder Gemeinschaft habe eben ihre spezifischen Begriffe. Warum nicht auch die Gemeinschaft der Glaubenden?


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 rondo 1. Juni 2014 
 

@tamburinus

Danke für den Hinweis . Man muss aber ,
anders als in Lumen Gentium, die Petrus-
predigt , die selbst eine Interpretation
ist , vor dem Hintergrund der damaligen Zeit interpretieren . Die Textstelle aus
Lumen Gentium ist nur eine schwammige
Paraphrasierung . Was bedeutet die
Briefstelle für uns heute ? Sind wir alle irgendwie Priester / Propheten ?
Es hat den Anschein , als gäbe es nicht nur hier Vermittlungsprobleme .


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 Schott 1. Juni 2014 
 

Lumen Gentium

Mit dem Begriff "Laie" habe ich auch kein Problem. Gerade weil er von gr. 'Volk' kommt und so auf das Gottesvolk anspielt, ist hier eine positv besetzte Bedeutung. Wenn man das Wort schon ersetzen wollte, dann würde sich eher das Synoym anbieten, das Lumen Gentium für die Laien benutzt, nämlich: "Christgläubige" - oder einfach nur "Gläubige", in Abgrenzung zu den Priestern.


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 Veritasvincit 1. Juni 2014 

@ Der Nürnberger

Zugegeben:: Das Wort "Zwitter" für Laientheologen hat einen etwas verächtlichen Beigeschmack. Sie als Weltchristen zu benennen, finde ich auch nicht glücklich. Wie wäre es mit Allerweltschristen? Schmunzle.


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 Diadochus 1. Juni 2014 
 

Psalm 110

Das Wort Laie ist für mich nicht negativ besetzt, denn die fachliche Bildung ist im Glauben überhaupt nicht wichtig. Wichtig ist ein verständiges Herz. Es reicht, wenn Priester gebildet sind, denn dazu sind sie da, nämlich den Gläubigen in der Predigt den Glauben zu erklären. In Psalm 110 heißt es jedenfalls: "Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn; rechte Einsicht kommt allen zu, die sie üben; sein Lobpreis wird währen bis in Ewigkeit." Wer ist also weise? Was ist dafür nötig? Mit einer Veränderung der Begrifflichkeiten ist es also nicht getan. Das ist ein Schuss in den Ofen, der der Glaubenswirklichkeit nicht gerecht wird.


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 Tamburinus 1. Juni 2014 

@ rondo: II. Vat. Konz., Dei verbum, Nr. 1 und Bibel, 1 Petr. 2, 8-10:

"Sie stoßen sich an ...[Jesus], weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt.

9Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.

10Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden."
"Darum will die Synode in Nachfolge des Trienter und des Ersten Vatikanischen Konzils die echte Lehre über die göttliche Offenbarung und deren Weitergabe vorlegen, damit die ganze Welt im Hören auf die Botschaft des Heiles glaubt, im Glauben hofft und in der Hoffnung liebt (1)."


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 sixtinus 1. Juni 2014 
 

@christin16

Unsere Meinungen sind gar nicht so verschieden, denke ich. Zumindest teile ich Ihre Meinung, was unsere eigene Stellung in der Kirche als Laien angeht. Ich bin auch kein Befürworter des Begriffes "Weltchrist", ich wollte lediglich das Bemühen des Bischofs würdigen, einen neg.. behafteten Begriff zu korrigieren. Ich gebe Ihnen recht, dass selbstverständlich nur Jesus selbst das Wichtigste in unserem Leben sein kann. In Bezug auf die Außenwirkung haben wir eben dann doch eine unterschiedliche Auffassung. Ich finde es gut und wichtig, dass sich die Kirche sorgt um ihr Bild in der Öffentlichkeit, auch wenn dieses an manchen Stellen beschädigt wurde und wird. Es ist die Kirche, die Jesus selbst uns gegeben hat, und ich wünsche mir, dass sie - bei allen Fehlern, die sie durch menschliches Wirken hat - auch als göttliches Geschenk gesehen wird.


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 luzerner 1. Juni 2014 
 

Für mich sind "Laien" theologisch gebildet

die mit dem Segen der Kirche und für die Kircht arbeiten, egal ob Frau oder Mann, einfach ohne die anspruchsvollen Weihegelübte.

Heute gibt es Pfarreien, bei denen mit Glück am Sonntag ein Priester oder schlecht ausgedrückt "Priesterlicher Mitarbeit" sein Amt ausführt.

Dilettanten in der Musik besitzen oft eine hervorragende Ausbilund, nur wollen die mit Musik nicht ihr Brot verdienen sondern Spass am gemeinsamen musizieren haben.

Böse Zungen könnten behaupten dass TheologInnen ohne Weihe Dilettanten sind, auch wenn sie einen Doktortitel in der Theologie vorweisen.

Für einen guten Priester braucht es nicht unbedingt einen Doktor in der Theologie.


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 Christin16 1. Juni 2014 

@ sixtinus

Außenwirkung gut und schön. Aber durch ihre Taten sollt ihr sie erkennen. Was nutzen die schönsten Euphemismen, wenn die Außenwirkung aufgrund ganz anderer Probleme sowieso schon miserabel ist?
Ich bin eine Laiin und ich bleibe es. Ich lasse mich gern so nennen, weil ich sehr genau weiß, wo meine Grenzen liegen.
Die Herren Bischöfe haben weiß Gott dringendere Aufgaben zu lösen, um die positive Außenwirkung zu erhalten bzw. wiederherzustellen.
Im übrigen bin ich Christin, Jesus Christus ist mein Mittelpunkt. Und da ist mir ein Wort wie Laie eigentlich ziemlich egal.
Und was bitte schön soll ein Weltchrist sein? Ich bin Christin, nicht Weltchristin. Ich versuche Christus nachzufolgen. ER wohnt in meinem Herzen.


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 wandersmann 1. Juni 2014 
 

Laien sollen in der Welt tätig werden

Die Bezeichnung "Weltchrist" hat als positiven Aspekt, dass viele Laien meinen, sie müssten innerhalb der Kirche die Kleriker missionieren und den Klerikern vorschriften machen. In diesem Sinne könnte Weltchrist bedeuten, dass man als Laien endlich mal dort tätig werden soll, wo die eigentliche Arbeit warten, nämlich in der Welt.

Damit will ich aber nicht sagen, dass ich den Begriff schon gut finde.


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 sixtinus 1. Juni 2014 
 

Außenwirkung

es ist ja gut, wenn viele Gläubige kein Problem damit haben, als Laien bezeichnet zu werden. Ich habe damit im übrigen auch kein Problem. Dennoch finde ich die Überlegungen "meines" Bischofs völlig abgebracht. M. E. müssen Vertreter unserer Kirche in der heutigen Zeit auch auf die Außenwirkung achten. Bischof Voderholzers Intention war es wohl, den neg. besetzten Begriff zu ersetzen und somit die Stellung und Position der Gläubigen zu stärken, auch wenn es aus meiner Sicht nicht nötig wäre. Nichts anderes macht Kardinal Müller, wenn er sagt, die Kardinalswürde ist keine Sprosse auf der Karriereleiter oder auch Franziskus, wenn er sich lieber als Bischof von Rom sieht.


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 rondo 1. Juni 2014 
 

@Triceratops

Ich denke , hier geht es nicht ums "Teekesselchen" (Bedeutung mal so - mal so ) sondern darum , dass bestimmte Begriffe eine bestimmte Gesinnung implizieren ( z. b. "Genosse" im Kommunismus ) Bei LAIE ist weltlich der
Nichtfachmann , kirchlich der Nichtkleriker , also der Nichtbefugte gemeint . WEltchrist ist vielleicht gut
gemeint , führt aber in die Irre ("Welt
überwinden", Entweltlichung , "Böse Welt )
@ Tamburinus . Der zitierte Ausschnitt ist ein typisches Beispiel für "Kirchenspeak" . Abgesehen von sprachlichen Schwächen ( "einverleibt)
wie soll ein Laie an priesterlichen und
prophetischen Ämtern teilhaben ? Wolkiger geht es kaum noch !!.


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 humb 1. Juni 2014 
 

wie wäre es mit "Gesalbte"


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 Triceratops 1. Juni 2014 
 

Weitere Sprachempfehlungen:

Man sollte das fliegenartige Insekt, das an heißen Sommertagen herumschwirrt und recht unangenehm beißt, weil es auf Blut scharf ist, nicht mehr Bremse nennen, denn in der Alltagssprache wird dieser Begriff für die Vorrichtung, mit der man Autos zum Stehen bringt, verwendet.
Man sollte die Produkte eines Poeten nicht mehr Dichtung nennen, denn in der Alltagssprache wird dieser Begriff für den Gummiring, der bei Rohrverbindungen verhindert, dass dort Wasser oder andere Flüssigkeiten raustropft.
Man sollte die Donau nicht als Strom bezeichnen, denn in der Alltagssprache meint man damit die Elektrizität.
Man sollte ein Prunkgebäude, wie es früher vom Adel benutzt wurde, nicht als Schloss bezeichnen, denn in der Alltagssprache wird dieser Begriff für ein Ding verwendet, in das man einen Schlüssel hineinsteckt.
Man sollte ein männliches Huhn nicht als Hahn bezeichnen, denn in der Alltagssprache wird dieser Begriff für das Ding verwendet, mit dem man die Wasserleitung auf- und abdreht.


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 Faustyna-Maria 1. Juni 2014 
 

@Mithrandir

Kann es sein, dass Sie den Begriff Charismatiker hier falsch benutzt haben? Sind ihnen Charismatiker etwa suspekt?
Worauf wollen Sie hinaus?
------------

Ein Priester ist ein Priester ist ein Priester. Was hat es mit den Laien auf sich? - Zuerst redet man davon, dass die Laien stärker einbezogen werden müssen (worin eigenlich?), und jetzt brauchen wir auch noch einen neuen Begriff dafür?

Im Mittelpunkt des Lebens eines jeden Christen, ob geweiht oder nicht, sollte die Frage stehen: Wo und wie kann ich Gott und meinem Nächsten am besten dienen?

((Und nicht: Wo kann ich am besten glänzen? Wie kann mein Engagement am lautesten geehrt werden?))


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 Immaculata Conception 1. Juni 2014 

Weltchrist

ist ein Widerspruch in sich!

"Die du mir gegeben hast, sie sind NICHT von der Welt, wie auch Ich nicht von der Welt bin..."

Da bin ich gerne Laie - mögen sich die Wisikis dieser Welt nur zurecht "Weltchrist" nennen!


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 Der Nürnberger 1. Juni 2014 

Oh weh...

...muß denn das Rad immer wieder neu erfunden werden? Ich persönlich kann mich mit dem Begriff "Laie" arrangieren. Da, wo mir die Fachkenntnisse fehlen, bin ich eben Laie. Niemand, schon gar nicht Gott, unser Herr, fordert von mir, überall Fachmann zu sein. Ich sehe in dem Begriff keine Diskriminierung. Aber heute wird ja alles als diskriminierend bezeichnet, was die Tatsachen zum Ausdruck bringt. Der Begriff "Laie" ist nur dann negativ besetzt, wenn man ihn negativ benutzen möchte. Laientheologen, wenn es diese überhaupt gibt, sind auch keine "Zwitter", sondern eben Theologen ohne Weihe. Eher finde ich die Bezeichnung "Weltchrist" ohne nähere Erläuterung diskriminierend. Und wenn man schon eine Erläuterung dafür hinbekommt, dann bestimmt auch für den Begriff "Laie" in der Kirche.
Als, ob wir keine anderen Probleme hätten.


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 Faustyna-Maria 1. Juni 2014 
 

Bitte WAS?

Liebe Christen und Christinnen, lasst uns gemeinsam überlegen, wie lächerlich wir uns noch machen können.

Weltchrist? Echt jetzt?

Dinge, über die ich mir keine Gedanken mache, weil es echte und wichtige Probleme gibt, keine Problemchen.

Also ich bin als ehemalige Ministrantin und Lektorin auch der Meinung, dass wir, die Gläubigen, auch die Kirche und das Gemeindeleben mitgestalten müssen. Aber so ein Schmarrn ist echt unnötig. Egal ob Gläubige, Christen oder "Weltchristen", das alles ist ein Bischof doch auch, also wieder keine unterscheidung.

In Polen mag ich den Begriff "wierni" (Gläubige), weil er sowohl mit wiara (Glaube) als auch wierność (Treue) verwandt ist. Man darf mich aber auch einfach Christ oder gläubige Frau nennen.

Wir brauchen keine neuen Wortbildungen sondern neue Herzen!


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 willibald reichert 1. Juni 2014 
 

neri5

Von Bischof Voderholzer hätte ich etwas
anderes erwartet; daß er seine Zeit für
die Weitergabe des Glaubens einsetzt, an-
statt sich ins Gespräch zu bringen wegen
einer neuen Wortschöpfung. Ist es denn
auch bei ihm noch nicht durchgedrunungen, daß der Worte seit Jahr
zehnten genug gewechselt wurden und der
Glaube dabei vor die Hunde ging?! Wir
brauchen heute Katholiken, die aus ganzem Herzen im Alltag Zeugnis davon
geben, daß ihr Gott die Höchstform der
Liebe zu allen seinen Geschöpfen ver-
körpert.


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 benefranz 1. Juni 2014 
 

"Weltchrist" muß wirklich nicht sein!

Da kann man ja gleich weiter fabulieren mit "weltlich, Weltbild.., Weltgeist".

Da kommt nach meinem Laienverstand JESUS CHRISTUS einfach zu kurz.


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 Veritasvincit 1. Juni 2014 

Laie ist nicht Laie

Ein studierter Laientheologe ist im kirchlichen Sinne Laie aber im weltlichen Sinne Fachmann. Vielleicht möchte der Bischof das Umdenken von kirchlich auf weltlich vermeiden. Die geistliche Person fördert das Reich Gottes direkt - der christliche Laie eher indirekt. Der Laientheologe ist ein Zwitter und nicht einzuordnen.


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 Mithrandir 1. Juni 2014 

PPS

Was die theologische Ausbildung so manchen Priesters angeht, wirken diese auf mich tatsächlich wie Laien. Idealerweise ziehen sie sich dann auch passend an :D


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 Mithrandir 1. Juni 2014 

Ich persönlich kontrastiere (böses Wort, nämlich diskriminierend) gerne das geweihte mit dem bürgerlichen Christentum. Für unsere heutige Staats- und Gesellschaftsform recht passend. Aber gerade Charismatiker scheinen diesen Kontrast wenig zu mögen, kommt er doch so "weltlich" daher - für viele schon eine Abwertung des "echten" Christen.
Dabei sind wir als Staatsbürger der Gesellschaft verüflichtet, als Christen doppelt. Wer also nicht gerade in einem Orden lebt oder Priester ist, dem sollte die (staats-)bürgerliche Gesellschaft wichtig sein.


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 prim_ass 1. Juni 2014 
 

Seit wann ist es denn diskriminierend als Nicht-Fachmann bezeichnet zu werden, wenn man denn kein Fachmann ist. Wer halt nicht Theologie studiert hat, wie ein Priester, dann ist man eben ein Laie. Diese Bezeichnung ist vollkommen OK.


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 Tamburinus 1. Juni 2014 

II. Vat. Konz., Lumen gentium, Nr. 31:

"Unter der Bezeichnung Laien sind hier alle Christgläubigen verstanden mit Ausnahme der Glieder des Weihestandes und des in der Kirche anerkannten Ordensstandes, das heißt die Christgläubigen, die, durch die Taufe Christus einverleibt, zum Volk Gottes gemacht und des priesterlichen, prophetischen und königlichen Amtes Christi auf ihre Weise teilhaftig, zu ihrem Teil die Sendung des ganzen christlichen Volkes in der Kirche und in der Welt ausüben."


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 Stefan Fleischer 1. Juni 2014 

Unsinn

ist es, ein Wort zu ersetzen, weil es im weltlichen Sprachgebrauch anders besetzt ist, als im christlichen. Wenn wir wieder mehr die christlichen Begriffe erklären würden, statt sie ständig zu ändern, wäre das ein grosser Beitrag zur Neuevangelisierung.


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 waghäusler 1. Juni 2014 
 

Laie

Mit dem Begriff "Laie" habe ich kein
Problem,denn da ich kein Theologiestudium
absolviert habe,was sollte ich anderes sein.
Ich würde mich auch niemals Hobbypilot
nennen,nur weil ich früher des öfteren
einen Flugsimulator an meinem PC benutzte.


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 dalet 1. Juni 2014 

Jaja

"In der Alltagssprache werde dieser Begriff für Nicht-Fachleute verwendet."

Heißt es nicht in diversen amtskirchlichen Veröffentlichungen: "Die Priester sollen die Gläubigen zu diesem und jenem befähigen"? - "Laie" ist offenbar nicht nur ein Wort, das benutzt wird, sondern trifft durchaus die Meinung der Verlautbarungen - und nebenbei trifft es auch die Realität: wie viele "Weltchristen" müssen (heute noch mehr als vor 40 Jahren) erst befähigt werden, weil wir im günstigen Fall Interessierte, aber in jedem Fall Nicht-Fachleute sind.


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 neri5 1. Juni 2014 
 

schon wieder wird jemand Diskriminiert

Das ist für mich eine unnötige Diskussion! Haben die Herrschaften ,,mit dem schwarzen Gürtel,, sonst keine Probleme?
Ich bin einfach nur Mensch und Sünder


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 silvana 1. Juni 2014 
 

oh mei

Probleme gibts!


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 alphonsus 1. Juni 2014 

Ordenschristen

Dann wäre auch ein Laienbruder bei den Kartäusern ein "Weltchrist" ... Drollig. :)

In der Sache hat der Bischof aber recht, denn "Laie" ist sprachlich in. der Tat negativ besetzt.


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 Antigone 1. Juni 2014 
 

oh, sorry!

Ich meinte "Präferenzen"!


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 rondo 1. Juni 2014 
 

Weltchrist

Diese Wortschöpfung ist einfach Unsinn
und nur ein scheinbares Entgegenkommen
an "Nichtgeweihte" . Was soll dazu den
Gegensatzt bilden ? Ist der Klerus außerhalb der Welt oder gar entweltlicht?
Beides wäre schlimm . Sind nur die
Weltchristen ein Teil der "bösen" Welt ?
Die auf dem Kirchentag nochmals erkennbare Kluft zwischen Laien + Klerus
bezüglich der Rolle der Frau wird damit nicht verringert . Totzdem ist "Laien"
tatsachlich ein negativer Begriff . Man
lasse sich etwas anderes einfallen als diesen "Krampf"


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 Antigone 1. Juni 2014 
 

Begriffe

Alle unterscheidenden Begriffe kommen irgendwann in den Geruch, diskriminierend zu sein. Denken wir an "mongoloid", "Down-Syndrom", "Trisomie 21". Öfter mal was Neues, und nach geraumer Zeit: diskriminierend. Das ist doch Unsinn. Das sind doch Verrenkungen. Bei meinem Beispiel hätte ich noch Präferationen, aber bei dem Begriff "Laie"? Was ist denn daran auszusetzen? "Weltchrist" sagt ja nun wirklich gar nichts aus.


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 Celine 1. Juni 2014 
 

Zeitgeist

Das ist doch Zeitgeist. "Weltchrist" ist keine klare Aussage. Wo sonst als auf der Welt gibt es Christen ? Das führt nur zu unnötigen Diskussionen. Mit dem Begriff "Laie" kann ich gut leben und fühle mich nicht ständigem Zwang ausgesetzt, irgendwo diffamiert zu sein.


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 SpatzInDerHand 1. Juni 2014 

Herr Bischof, DANKE! Exakt meine Meinung!


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